On multiple integrals attached to an algebraic variety.
Sind \(A\) und \(B\) zwei Mannigfaltigkeiten, die lokal durch die (reellen) Parameter \(x_i\) und \(y_k\) dargestellt werden, und sind \[ U=\idotsint\sum_{(i)}P_{i_1,\ldots,i_r}\,dx_{i_1}\ldots dx_{i_r} \text{ und } V=\idotsint\sum_{(k)}Q_{k_1,\ldots,k_s}\,dy_{k_1}\ldots dy_{k_s} \] zwei ``vom Wege unabhängige \(r\)-bzw. \(s\)-fache Integrale in \(A\) bzw. \(B\), so ist \[ U\times V=\idotsint\sum_{(i,k)}P_{i_1,\ldots,i_r}Q_{k_1,\ldots,k_s} \,dx_{i_1}\ldots dx_{i_r}\,dy_{k_1}\ldots dy_{k_s} \] ein vom Wege unabhängiges \((r+s)\)-faches Integral in der Produktmannigfaltigkeit. Nimmt man für \(A\) und \(B\) dieselbe algebraische Mannigfaltigkeit \[ F(z_0,\ldots,z_n)=0\text{ bzw. }F(z_0',\ldots,z_n')=0 \] von \(n\) komplexen, \(2n\) reellen Dimensionen und für \(U\) und \(V\) den Real- bzw. Imaginärteil eines zugehörigen \(n\)-fachen Integrals erster Gattung, und erstreckt man das \(2n\)-fache Integral \(U\times V\) über die (reellen-dimensionale) ``Diagonalmannigfaltigkeit \(z_i=z_i'\), so ergibt sich bei ungeradem \(n\) ein positiver Wert. Mit Rücksicht auf bekannte Sätze über die Homologiebasen einer Produktmannigfaltigkeit stellt sich dieser Wert zugleich dar als Bilinearform in den Real- und Imaginärteilen der Perioden des zugrundegelegten \(n\)-fachen Integrals. So folgt der wichtige Satz: Ein von Null verschiedenes \(n\)-faches Integral erster Gattung einer (komplex-) \(n\)-dimensionalen algebraischen Mannigfaltigkeit hat bei ungeradem \(n\) eine von Null verschiedene Periode. Auf gerades \(n\) wird der Satz durch geometrische Multiplikation der Mannigfaltigkeit mit einer algebraischen Kurve positiven Geschlechts übertragen. (Dieser Kunstgriff wird überflüssig, wenn man einen etwas anderen Ansatz wählt, der auch die in der Arbeit nötigen Rechnungen entbehrlich macht.) Wählt man für \(U\) und \(V\) zwei Integrale (nicht notwendig erster Gattung) derselben Mannigfaltigkeit, nimmt man an, daß ein Parameter \(t\) in ihre Integranden und in die Gleichung der Mannigfaltigkeit rational eingeht, und berücksichtigt man, wie sich die Zyklen auf der Mannigfaltigkeit substituieren, wenn \(t\) geschlossene Wege beschreibt, so erhält man eine nicht identisch verschwindende, bei geradem \(n\) symmetrische, bei ungeradem \(n\) schiefsymmetrische ganzzahlige Bilinearform in den Perioden der beiden Integrale (und zwar für alle Integrale dieselbe), deren Wert rational von \(t\) abhängt. Bei Integralen erster Gattung ist ihr Wert Null.
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