Die pythagoreische Zahlenlehre.
Die Zahlenlehre der alten Pythagoreer -- nur um diese und verwandte Anschauungen bei Plato und Aristoteles handelt es sich -- ist vom Aberglauben ausgegangen und hat sich nie weit von ihm entfernt. Was von ihr überliefert wird, sind Einzelheiten, die kein einheitliches Bild ergeben, weil die Lehre nicht einheitlich war. Abergläubische Vorstellungen werden rechnerisch begründet, etwa die Heiligkeit der 7, der mutterlosen Jungfrau, dadurch, daß sie innerhalb der ersten Dekade die einzige zu allen anderen teilerfremde Zahl ist. Wenn die Zahl Ursache der Dinge sein soll, fragt Aristoteles, ob hier die Zahl der Steinchen, mit der das Bild des Dinges sich auslegen läßt, oder ein Zahlenverhältnis gemeint sei; pythagoreisch war eben beides, auch die uns als wissenschaftlich verständliche Auffassung, die die Entdeckung des Zusammenhangs zwischen musikalischer Harmonie und Zahlenverhältnis verallgemeinert. Schließlich sind die Dinge Zahlen, d. h. Anzahlen von Atomen. Eine große Bedeutung gewinnt bei Plato speziell die Zweiteilung dadurch, daß die zur Definition führende Begriffszerlegung nach ihr fortschreitet; die Zahlenlehre bekommt dialektischen Zweck. Verf. belegt seine Gedanken hauptsächlich aus Plato und Aristoteles. In einem Anhang setzt er sich mit Taylors Theorie auseinander, Plato habe mit seiner Idealzahl die allgemeine reelle Zahl gemeint; er lehnt sie ab. Andere Anhänge beschäftigen sich mit der 7-Zahl in Vorderasien und mit der Übertragung der Verhältnislehre von der Akustik auf die Optik, die Farbenmischung.
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