Zur Geschichte der linearen Gleichungen mit mehreren Unbekannten.
\textit{Leonardo v. Pisa} (\(\dag\) 1250?) gibt in seinem \textit{liber abbaci} (1202, 1228), Kap. XII, Teil 5 (ed. B. Boncompagni, Rom 1857, 228-258) insgesamt 29 Textaufgaben, die auf lineare Gleichungen mit zwei und mehr Unbekannten führen. Sie werden von ihm nach festen Rezepten gelöst, die hintennach durch eine Art algebraischer Überlegungen begründet werden. Dabei tritt auch ein Verfahren auf, das bei passender Verallgemeinerung mit der heutigen Determinantenlösung gleichwertig ist. Indem Leonardo auch ``Schuldbeträge in der Rechnung mitführt, bereitet er die Anerkennung negativer Gleichungslösungen vor. Leonardo setzt mit diesen Gedankengängen die Methoden Diophants fort, die ihm wahrscheinlich durch Vermittelung der Byzantiner zuflossen. Deren Einwirkung zeigt sich auch sonst in den Arithmetiken des 13, bis 15. Jahrhunderts weit stärker als bisher bekannt war. Die Regensburger Handschrift clm 14908 von 1465 ist direkt von Leonardo abhängig.
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