Limitierungs-Umkehrsätze für Doppelfolgen.
Während die Theorie der Limitierungs-Umkehrsätze (Tauberian theorems) für einfache Folgen schon sehr weit entwickelt ist, liegen entsprechende Sätze fůr Doppelfolgen bisher erst vereinzelt vor. (Vgl. für eine Zusammenstellung der Literatur die vorliegende Arbeit sowie \textit{W. Meyer-König}, Math. Z. 46 (1940), 157-160; F. d. M. 66.) Verf. beweist in der vorliegenden Arbeit einige \(O\)-Umkehrsätze für das \(C_1\)- und das \(A\)-Verfahren, ``um zur weiteren Untersuchung dieses Fragenkreises, insbesondere der dabei in Erscheinung tretenden Abweichungen gegen einfache Reihen anzuregen. Es sei \((s_{mn})\) eine beliebige Doppelfolge. Die zugehörige Doppelreihe mit den Teilsummen \(s_{mn}\) sei \(\sum a_{\mu \nu }\), also \[ s_{mn}=\textstyle \sum\limits_{\mu =0}^{m}\sum\limits_{\nu =0}^{n}a_{\mu \nu }\qquad(m, n=0, 1, 2,\dots ). \] Die Konvergenz der Doppelfolge bzw. Doppelreihe ist im Pringsheimschen Sinne zu verstehen, d. h. manschreibt \(s_{mn}\to s\) für \((m, n)\to\infty \) oder \(\sum a_{\mu \nu }=s\), falls \(|\,s_{mn}-s\,|<\varepsilon \) für alle \(m>m_0(\varepsilon )\) und alle \(n>n_0(\varepsilon )\). Ferner heißt die Doppelfolge \((s_{mn})\) \(C_1\)-\textit{limitierbar} zum Wert \(s\), wenn für \((m, n)\to\infty \) \[ \sigma _{mn}=\frac{1}{(m+1)(n+1)}\textstyle \sum\limits_{\mu =0}^{m}\sum\limits_{\nu =0}^{n}s_{\mu \nu }\to s \] strebt; sie heißt \(A\)-\textit{limitierbar} zum Wert \(s\), falls \(\sum a_{\mu \nu }x^\mu y^\nu \) in \(0\leqq x<1\), \(0\leqq y<1\) konvergiert und \[ f(x, y)=\textstyle \sum a_{\mu \nu }x^\mu y^\nu =(1-x)(1-y)\,\sum s_{\mu \nu }x^\mu y^\nu \to s \] strebt, wenn \(x\) und \(y\) durch positive Werte wachsend \(\to 1\) gehen. Mit diesen Bezeiechnungen lassen sich die Hauptergebnisse der Arbeit wie folgt aussprechen: 1) \(O\)-\(C_1\to K\)-\textit{Satz}: Aus der \(C_1\)-Limitierbarkeit einer reellen Doppelfolge (\(s_{mn}\)) zum Wert \(s\) folgt ihre Konvergenz zum Wert \(s\), falls \[ \displaylines{\rlap{\qquad\!(1)} \hfill w(\varkappa, \lambda )\to0\;\;\text{für}\;\;\varkappa >1, \lambda >1\;(\varkappa, \lambda )\to(1, 1),\hfill} \] wobei \[ w(\varkappa, \lambda ) =\kern-6pt\varlimsup_{m, n\to\infty }\kern-3pt w_{mn}(\varkappa, \lambda ) \] und \[ w_{mn}(\varkappa, \lambda )=\kern-6pt \underset{_{\substack{ m\leqq \mu \leqq \varkappa m\\ n\leqq \nu \leqq \lambda n}}} {\text{Max}}\kern-4pt (s_{\mu \nu }-s_{mn}). \] Der Satz enthält eine Reihe weiterer, teils bekannter Resultate als Spezialfälle. Insbesondere ist die Bedingung (1) erfüllt, wenn für alle \((\mu, \nu )\neq(0, 0)\) \[ \displaylines{\rlap{\qquad\!(2)} \hfill a_{\mu \nu }\leqq \frac{M}{\mu ^2+\nu ^2}\qquad\;(M>0\;\text{fest}) \hfill} \] gilt. Ersetzt man (1) durch (2), so geht der vorstehende Satz in das Analogon des Hardy-Landauschen \(O\)-Umkehrsatzes für das \(C_1\)-Verfahren bei einfachen Reihen über. Zu der Frage, ob (2) durch die etwas weniger fordernde Konvergenzbedingung \(a_{\mu \nu }\leqq \dfrac{M}{\mu \nu }\quad\) (\(M > 0\) fest) ersetzt werden kann, vgl. W. Meyer-König, a. a. O. 2) \(O\)-\(A\to K\)-\textit{Satz}: Für \(0\leqq x<1\), \(0\leqq y<1\) sei die zu der reellen Doppelfolge \((s_{mn})\) gehörige Potenzreihe \[ \displaylines{\rlap{\qquad\!(3)} \hfill f(x, y) =\textstyle \sum a_{\mu \nu }x^\mu y^\nu \hfill} \] konvergent, und es sei für diese \((x, y)\) stets \[ \displaylines{\rlap{\qquad\!(4)} \hfill |\,f(x, y)\,| \leqq K.\hfill} \] Aus der \(A\)-Limitierbarkeit von \((s_{mn})\) zum Wert \(s\) folgt dann ilire Konvergenz zum Wert \(s\), falls für alle \((\mu, \nu )\neq(0, 0)\) \[ \displaylines{\rlap{\qquad\!(5)} \hfill |\,a_{\mu \nu }\,| \leqq \frac{M}{\mu ^2+\nu ^2}\qquad\;(M>0\;\text{fest})\hfill} \] gilt. Der Beweis dieses Satzes wird in drei Stufen erbracht: a) Aus (4) und (5) allein ergibt sich die Beschränktheit der Doppelfolge \((s_{mn})\). b) Sodann wird (durch Übertragung der von \textit{J. Karamata} für einfache Folgen geschaffenen Methode) gezeigt, daß für beschränkte Doppelfolgen das \(A\)-Verfahren dem \(C_1\)-Verfahren äquivalent ist. c) Durch Anwendung des unter 1) angeführten \(O\)-\(C_1\to K\)-Satzes (mit der speziellen Bedingung (2)) ergibt sich dann vollends der \(O\)-\(A\to K\)-Satz.
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