Die zweidimensionale Laplace-Transformation und ihre Anwendimg zur Lösung von Systemen partieller Differentialgleichungen.

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Publication:2591540





Ist eine lineare partielle Differentialgleichung mit zwei unabhängigen Variablen und konstanten Koeffizienten gegeben, so läßt sie sich bekanntlich durch Anwendung der Laplace-Transformation auf die eine Variable in eine gewöhnliche Differentialgleichung überführen. Eine weitere Transformation hinsichtlich der anderen Variablen reduziert sie sogar auf eine algebraische Gleichung. Während dieser zweite Prozeß bei einer einzelnen Gleichung meist nicht lohnt, führt er bei Systemen von Differentialgleichungen zu wichtigen Vereinfachungen. Verf. betrachtet zunächst die ``zweidimensionale Laplace-Transformation \[ \mathfrak L\{F(x,y)\} \equiv \int\limits_0^\infty \int\limits_0^\infty e^{-sx-\sigma y}F(x,y)\,dx\,dy=f(s,\sigma) \] an sich und leitet ihre wesentlichen Abbildungseigenschaften ab, wobei es sich vor allem um die Transformation von Ableitungen und um den Faltungssatz handelt. Sodann benutzt er die Transformation zu einer expliziten Lösung des Systems \[ \left. \begin{matrix} \l \\ \dfrac{\partial Z_1}{\partial x} + \lambda\dfrac{\partial Z_1}{\partial y}+aZ_1+bZ_2=\varPhi_1, \\ \dfrac{\partial Z_2}{\partial x} + \mu\dfrac{\partial Z_2}{\partial y}+cZ_1+dZ_2=\varPhi_2, \end{matrix} \right\} \;\lambda, \mu \text{ reell, } 0 \leqq \mu< \lambda, \;a, \;b, \;c, \;d \;\text{ beliebig komplex,} \] wenn als Anfangsbedingungen die Grenzwerte von \(Z_1(x,y)\) und \(Z_2(x,y)\) bei senkrechter Annäherung an die beiden Achsen innerhalb des ersten Quadranten vorgegeben sind. Als Abbild entsteht ein System von algebraischen Gleichungen für die Transformierten \(z_1(s,\sigma)\) und \(z_2(s,\sigma)\), das leicht zu lösen ist. Es treten Produkte auf, bei denen der eine Faktor von den Anfangswerten und den rechten Seiten \(\varPhi\) abhängt, während der andere eine universelle, gebrochen rationale Funktion von \(s\) und \(\sigma\) ist. Es gelingt, zu dieser die Originalfunktion in Gestalt einer Besselfunktion zu bestimmen, worauf sich das Original zu dem Produkt auf Grund des Faltungssatzes ergibt. Eine besondere Diskussion erfährt noch der Fall \(\lambda = \mu\) (zusammenfallende Charakteristiken), der sich ähnlich wie der vorige oder einfacher durch Drehung der Charakteristiken in die Achsenrichtung erledigen läßt, wobei man dann mit der eindimensionalen Laplace-Transformation auskommt. Die Verallgemeinerungsfähigkeit der Methode auf Differentialgleichungen mit mehr als zwei unabhängigen Variablen liegt auf der Hand, nur wachsen hierbei naturgemäß die Schwierigkeiten bei der Aufsuchung der Originalfunktion. -- Für den praktischen Gebrauch ist eine längere Liste von Originalfunktionen und zugehörigen Bildfunktionen sowie eine Zusammenstellung von Operationen in dem einen Bereich mit den entsprechenden Operationen im anderen hinzugefügt.












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