Über den Drehimpuls von Teilchen mit Ruhemasse Null und beliebigem Spin.

From MaRDI portal
Publication:2595306





Es werden Methoden angegeben, nach denen Tensorfelder und Spinorfelder diskutiert werden können, die zu irreduzibeln Darstellungen der Drehgruppe gehören. Den einzelnen Feldern entsprechen daher in der quantisierten Theorie Teilchen von einem einzigen Spinwert \(f\), der eine ganze oder halbganze Zahl ist. \centerline\textit{I. Ganzzahliger Spin. } (\(f = \) ganze Zahl). Verf. zeigt, daß aus Tensorfeldern \(f\)-ter Stufe, welche \[ \square A_{i_{k\ldots l}} = \varkappa^2A_{ik\ldots l} \qquad (i,k,\ldots, = 1,2,3,4) \tag{1} \] genügen, (2) in allen \(f\) Indizes symmetrisch sind, und den Nebenbedingungen \[ A_{iik\cdots l} = 0; \qquad (4) \qquad \dfrac{\partial A_{ik\cdots l}}{\partial x_i} = 0 \tag{3} \] genügen, \(f+1\) in den Feldern bilineare Energieimpulstensoren \(T_{kl}^{(q)}\) und Stromvektoren \(S_k^{(q)}\) gebildet werden können \((q = 1, 2,\ldots,f+ 1)\). Dabei ist \(2f + 1\) die Zahl der linear unabhängigen, komplexen Feldamplituden einer ebenen Welle, welche (1), (2), (3) und (4) genügt. Die Beziehungen (1) und (4) können auf \(f + 1\) verschiedene Arten durch Differentialgleichungen erster Ordnung ersetzt werden, wobei außer den \(A_{ik\ldots l}\) die Felder \(B_{(ik)(rl)\ldots t}^{(q)}\) auftreten, die \(f+1\) Indizes enthalten und in den \(q\) eingeklammerten Indexpaaren schiefsymmetrisch sind. Die Gesamtenergie und die Gesamtladung \[ H = \int (dx)^3T_{44}^{(q)} \;\text{ und } \;e = \int (dx)^3J_4^{(q)} \] sind von \(q\) \textit{unabhängig}. \(H\) ist positiv definit. Die Quantisierung der Theorie erfolgt auf Grund der Beziehung \(([a, b]_{\pm} = ab \pm ba)\) \[ [A_{i\cdots k}(x), \;A_{l\cdots m}(y)]_- = jD_{i\cdots k,l,\cdots m}(x,y); \;j^2 = -1 \tag{5} \] wo \(D_{i\cdots k,l\cdots m}\) eine, nur vom invarianten Abstande der Weltpunkte \(x\) und \(y\) \((= x_1x_2x_3x_4)\) abhängige Funktion sein muß, welche (1), (2), (3) und (4)in bezug auf \(i\cdots k(x)\) und \(l\cdots m(y)\) genügen muß. Sie kann durch Ableitungen des invarianten Skalars \(D(x, y) = -D(y,x)\) dargestellt werden, welcher seinerseits als Lösung der Differentialgleichung \((\square \varkappa^2) D = 0\) mit der Randbedingung für \(x_4 = y_4\) \[ D(x,y) = 0, \;\dfrac{\partial D(x,y)}{\partial x_4} = \delta (\overarrow{x} - \overarrow{y}) \tag{6} \] definiert ist. Das Ergebnis der Quantisierung ist, daß zu einem vorgegebenen Impuls (resp. Wellenvektor \(\overarrow{k}\) einer ebenen Welle) \(2(2f + 1)\) Zustände existieren, (welche den \(2f +1\) möglichen Spinorientierungen des Spins \(f\) und den 2 möglichen Ladungsvorzeichen von Partikeln entsprechen), in welchen eine beliebige (ganze) Zahl von Teilchen der Masse \(m = h\varkappa\) und der Energie \(E = h|k_4|\) angetroffen werden kann. \centerline\textit{II. Halbzahliger Spin. } (\(2k+2l - 1 = 2f = \) ungerade Zahl). Hier sind die Felder \(A\) Spinoren \[ a_{\delta_\varrho\ldots}^{\dot{\lambda}\dot{\mu}\ldots} (\dot{\mu},\dot{\lambda},\delta,\varrho,\ldots = 1,2) \] mit \(2k\) unpunktierten Kovarianten und \(2l - 1\) punktierten kontravarianten Spinorindizes. Sie genügen (1) und den Nebenbedingungen \[ \varepsilon_{\dot{\nu}\dot{\lambda}} a_{\delta\varrho}^{\dot{\nu}\dot{\lambda}\dot{\alpha}\ldots} = 0; \quad \varepsilon_{\dot{\nu}\dot{\mu}}p^{\dot{\nu}\varrho} a_{\delta\varrho}^{\dot{\lambda}\dot{\mu}\ldots} = 0. \tag{7} \] Dabei sind \(\varepsilon_{\dot{\mu}\dot{\nu}}\) der ``Fundamental-Spinor \(\left( = \text{Matrix } \begin{pmatrix} 0 & 1\\-1 & 0\end{pmatrix}\right)\), \noindent \(p^{\dot{\nu}\varrho} = -j\sigma_i^{\dot{\nu}\varrho}\partial /\partial x_i\) und die \(\sigma_i^{\dot{\nu}\varrho}\) (\(i=1,2,3\)) \noindent die Paulischen Matrizen. \(\sigma_4^{\dot{\nu}\varrho}\) ist die zweireihige Einheitsmatrix. (Vgl. \textit{A. van der Waerden}, Gruppentheoretische Methoden in der Quantenmechanik, Berlin, Springer, 1932; JFM 57.0121.*). (1) und (7) lassen sich (analog wie in I) auf \(f + \frac{1}{2}\) verschiedene Weisen auf Gleichungen erster Ordnung reduzieren, welche dann den \textit{Dirac}schen Beziehungen (Proc. R. Soc. London, A 155 (1936), 447-459; JFM 62.1633.*) entsprechen. Auf diese lassen sich übrigens auch die in I betrachteten Gleichungen umformen, da jeder Tensor in Spinorform geschrieben werden kann (\(2f = \) ganze Zahl, \(2k=2l - 1\)). Bei Spiegelungen verwandelt sich der Spinor \(a_{\delta\varrho ..}^{\dot{\nu}\dot{\lambda}. .}\) in einen Spinor \(b_{\dot{\delta}\dot{\varrho} . . }^{\nu\lambda . .}\) mit \(2l - 1\) unpunktierten kontravarianten und \(2k\) punktierten kovarianten Indizes. Zu vorgegebenem Wellenvektor existieren also wieder \(2f + 1\) Feldamplituden. \(T_{ik}^{(q)}\) und \(J_i^{(q)}\) (\(q = 1, 2,\ldots f + \frac{1}{2}\)) sind wieder auf \(f +\frac{1}{2}\) Arten definierbar. Die Integrale \(H\) und \(e\) sind wieder von \(q\) unabhängig, hingegen ist jetzt \(e\) positiv definit und \(H\) beider Vorzeichen fähig. Die Quantisierung wird analog zu (5), aber mit den \([\), \(]_+\) - Vertauschungsrelationen (V. R.) (Ausschließungsprinzip) ausgeführt. Dies ermöglicht eine ``Löchertheorie, indem die zu einem festen Wellenvektor \(\overarrow{k}\) gehörigen \(2f + 1\) Zustände negativer Energie ``aufgefüllt werden, weil die ganzzahligen Besetzungszahlen dieser Zustände jetzt nur die Werte 0 und l annehmen können. \centerline\textit{III. Ruhemasse Null. } Ist \(\varkappa = 0\), so existieren Felder, bei welchen das positiv definite \(H\) (resp. \(e\) für halbzahl. Spin) verschwindet, ohne daß die Felder selbst verschwinden. Eine sinnvolle Theorie wird dann nur dadurch erhalten, daß man an Stelle der \(A\) ``eichinvariante Felder vom Typus \(B^{(1)}_{(ik)l\ldots}\) betrachtet, da \(H\) (resp. \(e\)) nur dann verschwindet, wenn die \(B^{(1)}\) verschwinden. Es werden daher nur V. R. für die \(B\) postuliert. Für \(f > 0\) gibt es dann zu vorgegebenem \(k\) nur zwei linear unabhängige Amplituden, d. h. nur zwei Spineinstellungen des Quants. In der zweiten Arbeit führt Verf. diese Quantisierung explizite durch, indem er zuerst ein Lorentzsystem auszeichnet und dort nach Kugelwellen (statt nach ebenen Wellen) zerlegt. Er zeigt, daß (falls nur ein einziges Feldquant vorhanden ist) der Eigenwert des Drehimpulses \(j\) stets eine ganze (resp. halbganze Zahl) \(j\geqq f\) ist. Zu jeder Lösung der klassischen Feldgleichungen mit gegebenem \(j\) existieren \(2(2j+1)\) linear unabhängige Amplituden, die sich bei räumlichen Drehungen untereinander nach (zwei) irreduzibeln Darstellungen \(\vartheta_j\) der Drehgruppe transformieren. Dieses Ergebnis ist die Verallgemeinerung der Tatsache, daß Lichtwellen nur zwei Polarisationen (transversaler Art) \((2f = 2)\) und keine longitudinalen Amplituden haben.












This page was built for publication: Über den Drehimpuls von Teilchen mit Ruhemasse Null und beliebigem Spin.

Report a bug (only for logged in users!)Click here to report a bug for this page (MaRDI item Q2595306)