Integralgeometrie. 27: Über stetige Kurven.
Sind \(\mathfrak R\) und \(\mathfrak R'\) zwei einfache geschlossene Kurven in der Euklidischen Ebene, \(L\) und \(L'\) ihre Längen, \(F\) und \(F'\) die von ihnen begrenzten Flächeninhalte, \(N\) die Anzahl der Schnittpunkte von \(\mathfrak R\) und \(\mathfrak R'\), \(Z\) die Anzahl der Flächenstücke, in die der Durchschnitt von \(F\) und \(F'\) zerfällt, \(\dot {\mathfrak R}\) die ``kinematische Dichte von \(\mathfrak R\), so gelten die Formeln: \newline \newline (1)\qquad \( \int \,N \dot {\mathfrak R} =4LL'\),\qquad \qquad\qquad (2)\qquad \( \int \,Z \dot {\mathfrak R} =2\pi (F+F') + LL'\) \newline \newline \noindent (vgl. \textit{W. Blaschke}, Vorlesungen über Integralgeometrie I, 1935, 1936; JFM 61.0761.*). Beide Formeln sind bisher nur unter stark einschränkenden Voraussetzungen für die beiden Kurven bewiesen worden; Verf. zeigt, daß diese Sätze für beliebige einfache streckbare Kurven richtig sind, die bei (1) nicht einmal geschlossen zu sein brauchen. Der Beweis benutzt Annäherung von einer der beiden Kurven durch Streckenzüge (Polygonzüge) und den Grenzwertsatz der Lebesgueschen Integraltheorie für monotone Funktionenfolgen.
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