Mathematische Begründung der komplexen Schwingungsrechnung.
Betrachtet man nur periodische Funktionen derselben Frequenz \(\omega\) (sogenannte einwellige Funktionen) \(u = a \sin \omega t + b \cos \omega t\), so kann man jeder eine komplexe Zahl \(\mathfrak u= a + ib\) eineindeutig zuordnen. Zu \(\dfrac{du}{dt}= v = \omega (a \cos \omega t - b \sin \omega t)\) gehört dann \(\mathfrak v = \omega (- b + ia)\). Der Differentiation im Funktionsbereich entspricht somit die Multiplikation mit \(i\omega\) im Zahlbereich. Unter Zugrundelegung dieses Gedankens erhält man eine ganz im Algebraischen verbleibende Rechtfertigung des bekannten Kalküls, der gewöhnliche lineare Differentialgleichungen mit konstanten Koeffizienten auf lineare algebraische Gleichungen reduziert.
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