Über die Darstellung von Gruppen durch Kollineationen im Körper der Charakteristik p.
Über die Darstellung von Gruppen durch Kollineationen im Körper der Charakteristik \(p\).
Die von \textit{I. Schur} (J. reine angew. Math. 127 (1904), 20-50; F. d. M. 35, 155 (JFM 35.0155.*)) entwickelte Theorie der Darstellungen endlicher Gruppen durch Kollineationen gilt für algebraisch abgeschlossene Körper der Charakteristik Null als Koeffizientenbereich. In der vorliegenden Arbeit wird diese Theorie auf algebraisch abgeschlossene Körper von Primzahlcharakteristik \(p\) übertragen. Dabei wird Gebrauch gemacht von Ergebnissen \textit{R. Brauer}s über modulare Darstellungen endlicher Gruppen (vgl. z. B. Actualités sci. industr. 195 (1935); JFM 61.0108.*). Ist \(p\) kein Teiler der Ordnung der darzustellenden Gruppe, so ergibt sich nichts Neues. Es seien \(\mathfrak H\) eine endliche Gruppe und \(K_0\) bzw. \(K_p\) algebraisch abgeschlossene Körper der Charakteristik Null bzw. \(p\). Der Index 0 bzw. \(p\) möge angeben, ob \(K_0\) oder \(K_p\) als Koeffizientenkörper zugrundezulegen ist. Zwischen den Multiplikatoren \(\mathfrak M_0\) und \(\mathfrak M_p\) von \(\mathfrak H\) besteht die Beziehung \(\mathfrak M_p \simeq \mathfrak M_0/\mathfrak P\), wobei \(\mathfrak P\) eine \(p\)-\textit{Sylow}gruppe von \(\mathfrak M_0\) ist. Jede Darstellungsgruppe \(\mathfrak G_p\) von \(\mathfrak H\) ist isomorph zur Faktorgruppe \(\mathfrak G_0/\mathfrak P\) einer Darstellungsgruppe \(\mathfrak G_0\). Die Anzahl der verschiedenen irreduziblen Darstellungen von \(\mathfrak H\) durch Kollineationen mit Koeffizienten aus \(K_p\) ist gleich der Anzahl der Klassen von \(\mathfrak G_p\), in denen die Ordnung der Elemente zu \(p\) prim ist. Es sei \(\{c_{P,Q}\}\) ein gegebenes Faktorensystem (bei Charakteristik \(p\)). Aus \(\mathfrak H\) lasse man zunächst alle Klassen fort, in denen die Ordnung der Elemente durch \(p\) teilbar ist, und dann diejenigen Klassen, welche ein Element \(P\) enthalten derart, daß \(c_{P,Q} \neq c_{Q,P}\) ist für mindestens ein mit \(P\) vertauschbares Element \(Q\). Die Anzahl der übrigbleibenden Klassen von \(\mathfrak H\) ist gleich der Anzahl der verschiedenen zum Faktorensystem \(\{c_{P,Q}\}\) gehörigen irreduziblen Darstellungen durch Kollineationen mit Koeffizienten aus \(K_p\).
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