Kennzeichnung der Schlauchverkettungen.
Aus einem in seiner Projektion vorgelegten Knoten \(\mathfrak C_0\) kann man nach folgendem Verfahren einen ``verallgemeinerten Schlauchknoten konstruieren: Man ersetze zunächst \(\mathfrak C_0\) durch \(n\) parallel zueinander verlaufende Kurven, wobei in einer Überkreuzung sämtliche Parallelen zu der oben gelegenen Strecke über sämtliche Parallelen zu der unten gelegenen Strecke hinweggehen sollen; dann verdrille man auf einer Strecke die Fäden \(m\)-mal nach Art eines Toruszopfes; ist dabei \((m,n)=1\), so entsteht der durch die Zahlen \((n,m)\) gegebene Schlauchknoten erster Stufe \(\mathfrak C_1\) (falls \((m,n)\neq 1\), entsteht eine Verkettung). Das Verfahren kann, mit neuen \(n,m\), wiederholt werden, wodurch Schlauchknoten höherer Stufe entstehen. Solche Knoten hat Verf. in einer früheren Arbeit untersucht (``Kennzeichnung der Schlauchknoten, Abhandlungen Hamburg 9 (1933), 125-133; F. d. M. \(59_{\text{II}}\)). Geht man vom Schlauchknoten \(i\)-ter Stufe \(\mathfrak C_i\) zu einem \(\mathfrak C_{i+1}\) über, so wird eine im Innern des \(\mathfrak C_{i+1}\) tragenden Schlauches gelegene mit \(\mathfrak C_i\) homotope Kurve \(\mathfrak C_i'\) als die ``Seele von \(\mathfrak C_{i+1}\) bezeichnet. Verf. betrachtet nun Verkettungen folgender Art: \(\mathfrak C_i\) sei ein mittels der Zahlenpaare \((n_1,m_1), \cdots,(n_i,m_i)\) gebildeter Schlauchknoten \(i\)-ter Stufe. Man setze ihn durch Zahlenpaare \((n_{i+1},m_{i+1}),\cdots,(n_s,m_s)\) zu einem \(\mathfrak C_{s}\) fort; gleichzeitig setze man die Seele \(\mathfrak C_i'\) mittels der Zahlenpaare \((n_{i+1}',m_{i+1}'),\cdots,(n_t',m_t')\) zu einem Schlauchknoten \(t\)-ter Stufe \(\mathfrak C_t'\) fort; natürlich sind beide Konstruktionen in hinreichender Nähe von \(\mathfrak C_{i+1}\) bzw. \(\mathfrak C_i'\) auszuführen. In \(\S 1\) stellt Verf. die Gruppe der Verkettung eines Schlauchknotens erster Stufe mit seiner Seele auf; dabei wird die Gruppe des Ausgangsknotens und natürlich das Zahlenpaar \((n,m)\) als gegeben angenommen. - Ferner wird die Aufgabe behandelt, aus einer gegebenen Verkettung \(\mathfrak P\) mit bekannter Gruppe die Gruppe der Verkettung zu berechnen, die entsteht, wenn man eine der Kurven vermittels \((n,m)\) durch den Schlauchknoten erster Stufe ersetzt. In \(\S 2\) wird das \(L\)-Polynom der Verkettung eines Schlauchknotens erster Stufe mit seiner Seele berechnet. Ist \(\mathfrak P(t)\) das Polynom des Ausgangsknotens (``Träger\-knotens), so erhält man \[ \mathfrak P(x^n\cdot y)\frac {1-x^{nw}y^w}{1-x^ny}, \] wo \(w=nv+m\) und \(v=\sum \varepsilon _j\) die ``Selbstverdrillung des Trägerknotens, \(\varepsilon _j\) die in den Relationnen der Knotengruppe auftretenden Exponenten bedeuten. In \(\S 3\) wird die Berechnung des \(L\)-Polynoms einer Verkettung von der in \(\S 1\) an zweiter Stelle behandelten Art durchgeführt. Es ergibt sich \[ \mathfrak P(x^n,y)\frac {1-x^{nw}y^{nc}}{1-x^my^c}, \] wo \(\mathfrak P(x,y)\) das Polynom der Ausgangsverkettung, \(c\) die Verschlingungszahl der beiden Ausgangskurven bedeutet. Schließlich gelingt es durch Anwendung der Ergebnisse von \(\S 2\) und \(\S 3\), das \(L\)-Polynom des anfangs beschriebenen Verkettungstypus aufzustellen. Es gestattet, Aussagen über die Verschiedenheit solcher Verkettungstypen zu machen.
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