Elementare Funktionentheorie und komplexe Integration.
Zweck beider Abhandlungen ist es, den Begriff des Integrals zwischen komplexen Grenzen als Grenzwert einer Summe sowie den Cauchyschen Residuensatz in die elementare Funktionentheorie einzuordnen. Kneser beweist zuerst (\S\,1) für positives ganzzahliges \(\nu:\) \[ (1) \quad \int_a^b z^\nu dz = \frac {b^{\nu +1}-a^{\nu +1}}{\nu +1} \] unabhängig vom Integrationswege. In \S\,3 wird der Fall \(\nu= -1\) behandelt; \S\,2 werden Integrale über Polynome und Potenzreihen betrachtet und insbesondere der Abschätzungssatz: \[ (2)\quad \left|\int_a^b f(z)dz\right| <Gl \] bewiesen, wenn \(l\) die Länge der Integrationskurve und \(| f (z)|< G\) auf \(l\) ist. Pringsheim beginnt mit einer 14 Seiten umfassenden Auseinandersetzung über Kennzeichen, Wesen, Zweck und Berechtigung einer elementaren Funktionentheorie. Im ersten Paragraphen beweist er dann auf andere Weise als Kneser und allgemeiner (nämlich für jedes von -1 verschiedene ganzzahlige \(\nu)\) die obige Formel (1). Der zweite Paragraph enthält dann eine eingehende Theorie des bestimmten Integrals eines Polynoms und einer konvergierenden Potenzreihe; im dritten wird das Integral einer regulären analytischen Funktion behandelt und insbesondere der Cauchysche Integralsatz in der Fassung bewiesen, daß\ \(\int_C f (z)dz = 0\) ist, falls \(f (z)\) im Innern und auf dem Rande des von der stetigen Kurve \(C\) begrenzten Gebietes regulär ist. Der vierte Paragraph bringt eine elementare Ableitung der Formel \(2\pi i = \int_C \frac {dz}{z},\) falls \(C\) den Nullpunkt umschließt, und des aus dem folgenden Cauchyschen Residuensatzes.
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