Einführung in die elementare und analytische Theorie der algebraischen Zahlen und der Ideale. (Q1470291)
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scientific article; zbMATH DE number 2610399
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Einführung in die elementare und analytische Theorie der algebraischen Zahlen und der Ideale. |
scientific article; zbMATH DE number 2610399 |
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Einführung in die elementare und analytische Theorie der algebraischen Zahlen und der Ideale. (English)
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1918
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Der \textit{erste Teil} dieser Einführung: ``Elementare Idealtheorie'' bringt als wichtigste Erkenntnis die eindeutige Zerlegung der Ideale in Primideale in einem beliebigen algebraischen Zahlkörper. Nach Definition von algebraischer Zahl und Zahlkörper wird mit Hilfe des Begriffes von ``linear unabhängigen Zahlen'' die Existenz der Basis als derjenigen linear unabhängigen ganzen Zahlen erbracht, für die der absolute Betrag der Diskriminante ein Minimum wird. Es folgt Definition und Erforschung von Ideal und Primideal (ohne den Begriff des Moduls zu verwenden). Die Norm eines Ideals wird als Anzahl der Kongruenzklassen des Ideals definiert. Der \textit{Minkowski}sche Satz über lineare Formen wird in der \textit{Hurwitz}schen Beweisform erbracht und ermöglicht den Beweis der Endlichkeit der Klassenzahl und die Aufstellung des Systems von Grundeinheiten. Der \textit{zweite Teil}: ``Analytische Idealtheorie'' bringt zu Beginn Einführung und Konvergenzbeweis der \textit{Dedekind}schen \(\zeta\)-Funktion in einem beliebigen algebraischen Zahlkörper. Sodann wird nach \textit{Hecke} gezeigt, daß \(\zeta(s)\) sich über die ganze Ebene fortsetzen läßt. Zum Beweis wird zunächst eine Transformationsformel für eine allgemeine \(\Theta\)-Funktion von \(n\) Variabeln hergeleitet. Diese auf die Funktion: \[ \Theta(\tau; \alpha)= \sum_{x_1, \dots, x_n=-\infty}^{+\infty} e^{-\pi_c \sum_{k=1}^n \tau_k | a_1^{(k)}x_1+\cdots+a_n^{(k)}x_n| ^2}, c=\frac{1}{\root n\of{| \Delta (\alpha_1, \dots, \alpha_n| }}, \] \((\alpha_1, \alpha_2, \dots, \alpha_n\) ein System von \(n\) linear unabhängigen Körperzahlen, \(\tau_k\) positive Parameter) angewandt, ergibt, falls \(A_1, A_2, \dots, A_n\) das zu \(\alpha_1, \alpha_2, \dots, \alpha_n\) komplementäre System ist: \[ \Theta(\tau; \alpha)= \frac{1}{\sqrt{\tau_1\tau_2\dots \tau_n}} \Theta \left( \frac{1}{\tau}; A \right). \] Setzt man, falls \(\mathfrak K\) eine Klasse des Körpers ist, \[ \zeta(s; \mathfrak K)=\sum_{(\mathfrak a\;\text{in}\;\mathfrak K)} \frac{1}{(n({\mathfrak a}))^s}, \] so zeigt es sich, daß \(\zeta(s; \mathfrak K)\) in der ganzen Ebene regulär ist mit Ausnahme von \(s=1\), wo es einen Pol erster Ordnung mit dem Residuum \[ \lambda= \frac{2^n\pi^{r_2}M}{wd_{r+1}\sqrt{| \Delta| }} \] hat (\(M\) ist eine nur vom Körper abhängende Zahl, die sich aus einem System von Grundeinheiten bilden läßt), und der Funktionalgleichung \[ \Phi(s; \mathfrak K)=\Phi(1-s; \mathfrak K) \] genügt, falls \[ \begin{aligned} \Phi(s; \mathfrak K)&=A^s \left( \Gamma \left( \frac {s}{2}\right) \right)^{r_1} (\Gamma (s))^{r_2}\zeta(s;\mathfrak K),\\ A&=2^{-r_2}\pi^{-\frac {n}{2}}\sqrt{| \Delta| }, \widehat{\mathfrak K}=((\mathfrak K^{-1})')^{-1}.\end{aligned} \] Durch Summation über alle Klassen \(\mathfrak K\) folgt sofort, daß \(\zeta(s)\) überall regulär ist, mit Ausnahme von \(s=1\), wo es einen Pol erster Ordnung mit dem Residuum \(h\cdot \lambda\) hat und daß: \[ A^s \left( \Gamma \left( \frac {s}{2}\right) \right)^{r_1} (\Gamma (s))^{r_2}\zeta(s)= A^{1-s} \left( \Gamma \left( \frac {1-s}{2} \right) \right)^{r_1} (\Gamma (1-s))^{r_2}\zeta(1-s) \] ist (\textit{Hecke}sche Funktionalgleichung). Zugleich ergeben sich alle außerhalb des Streifens \(0\leqq \sigma \leqq 1, s=\sigma+ti\) liegenden Nullstellen von \(\zeta(s)\). Diese Resultate erlauben dem Verf., in den folgenden Paragraphen die Theorie der Funktion \(\zeta(s)\) ebenso zu fördern, wie dies für die zum Körper der rationalen Zahlen gehörenden \(\zeta\)-Funktion bisher geschehen ist. Nach Herleitung einiger funktionentheoretischer Hilfssätze über die \(\Gamma\)-Funktion wird die Anzahl \(N(\Gamma)\) der im Rechteck \(0\leqq \sigma \leqq 1, 0<t\leqq T, s=\sigma +it\) liegenden Nullstellen von \(\zeta(s)\) durch die Formel abgeschätzt: \[ N(T)=\frac{n}{2\pi}T\log T+ \frac{\log| \Delta| -n-n\log 2\pi}{2\pi}T+O(\log T). \] Im Streifen \(0\leqq \sigma\leqq 1\) gibt es also unendlich viele Nullstellen. Durchläuft \(\varrho\) diese unendlich vielen Wurzeln \((\neq 0)\), so konvergiert \[ \sum_{(\varrho)}\frac{1}{| \varrho| ^2} \] und es ist \[ \left( \Gamma \left( \frac {s}{2}\right) \right)^{r_1} (\Gamma (s))^{r_2}(s-1)\zeta(s)=ae^{b_s}s^{-1}\prod_{(\varrho)}\left(1-\frac{s}{\varrho}\right)e^{\frac{s}{\varrho}}. \] Als Anwendung dieser Sätze folgt der Beweis des \textit{Primidealsatzes}: Aus der Formel \[ \sum_{N({\mathfrak p})\leqq x} \log N({\mathfrak p})\log \frac{x}{ N({\mathfrak p})}= x+O\left( xe^{-\frac{a}{\sqrt n}\sqrt{\log x}} \right) \] folgt für die Anzahl \(\pi(x)\) der Primideale mit Norm \(\leqq x\): \[ \pi(x)=\int_2^x \frac{du}{\log u}+ O\left( xe^{-\frac{a}{\sqrt n}\sqrt{\log x}} \right)= \frac{x}{\log x}+O\left( \frac{x}{\log^2 x} \right). \] Asymptotisch haben also zwei beliebige algebraische Zahlkörper gleich viele Primideale. Die verallgemeinerte \textit{Riemann-v. Mangoldt}sche Primizahlformel wird ebenfalls hergeleitet. Den Schluß bildet die Folgerung, daß, wenn \(H(x; \mathfrak K)\) die Anzahl der Ideale der Klasse \(\mathfrak K\) mit Norm \(\leqq x\) bedeutet und \(\lambda\) die obige Bedeutung hat: \[ H(x; \mathfrak K)=\lambda x+O\left( x^{1-\frac{2}{n+1}} \right). \]
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