Over de kromming der ruimte. (Über die Krümmung des Raums.). (Q1471707)

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scientific article; zbMATH DE number 2614085
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    Over de kromming der ruimte. (Über die Krümmung des Raums.).
    scientific article; zbMATH DE number 2614085

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      Over de kromming der ruimte. (Über die Krümmung des Raums.). (English)
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      1917
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      Vgl. auch: On \textit{Einstein}'s theory of gravitation and its astronomical consequences. Third paper. (Monthly Notices 78, 3-28, 1917.) Diese Arbeit ist die detailliertere Fortsetzung der oben zitierten. \textit{De Sitter} geht aus von den Darstellungen \[ (\text{1 A})\quad +ds^2=-dr^2-R^2 \sin^2 \tfrac rR (d \psi^2 + \sin^2 \psi d \vartheta^2) + c^2 dt^2 \] für \textit{Einstein}'s kosmologische Lösung und \[ (\text{1 B})\quad +ds^2=-dr^2-R^2 \sin^2 \tfrac rR (d \psi^2 + \sin^2 \psi d \vartheta^2)+c^2 \cos^2 \tfrac rR dt^2 \] für seine eigene kosmologische Lösung. Der ``Raum'' hat hierbei das Linienelement \[ d \sigma^2=dr^2+R^2 \sin^2 \tfrac rR (d \psi^2+\sin^2 \psi d \vartheta^2), \] ist also ein sphärischer oder ein elliptischer Raum. \textit{De Sitter} gibt dem letzteren den Vorzug, da in ihm zwei Gerade sich nur in einem Punkte schneiden. Der größte Wert von \(r\) ist \(\frac \pi 2 R\) im elliptischen, \(\pi R\) im sphärischen Raum. Da der elliptische Raum unbegrenzt und endlich ist, entfallen die Grenzbedingungen. Die Lichtstrahlen in (1 A) sind geodätische Linien des Raumes, mithin geradlinig. Ihre Geschwindigkeit ist \(\frac{d \sigma}{dt}=c\). Führt man in (1 B) ein: \(\text{sinh} \frac hR=\text{tang}\frac rR\), so kommt \[ (\text{2 B})\quad +ds^2=\frac{-dh^2-\text{sinh}^2 \tfrac hR (d \psi^2 + \sin^2 \psi d \vartheta^2) + c^2dt^2}{\text{cosh}^2\frac hR} \] Dies ist eine konforme Abbildung des ganzen elliptischen Raumes auf den ganzen hyperbolischen Raum von der Krümmung \(- \frac{1}{R^2}\) mit dem Bogenelement \(d \sigma_1\), wo \[ d \sigma_1^2=dh^2+\text{sinh}^2 \frac hR (d \psi^2+\sin^2 \psi d \vartheta^2) \] und verfolgt den Zweck, die Lichtstrahlen als Gerade in den Koordinaten \(h, \psi, \vartheta, t\) erscheinen zu lassen, während sie es in (1 B) nicht sind. (1 A) und (2 B) können daher bei der Berechnung von Sternparallaxen verwendet werden, der ja Dreiecke, deren Seiten von Lichtstrahlen gebildet werden, zugrunde liegen. Man findet für einen Stern in der Entfernung \(r\) von der Sonne für die Parallaxe \(p=\frac aR \text{cotg} \frac rR\) nach A und \(p=\frac{1}{R \sin \frac rR}\) nach B, im elliptischen Raum daher als kleinsten Wert \(p = 0\) bei A und \(p=\frac aR\) bei B, wenn \(r=\frac \pi 2R\) seinen größten Wert annimmt. Im elliptischen Raum ist die gerade Linie geschlossen. Folglich müssen uns auch Lichtstrahlen treffen, die von der Rückseite der Sonne, natürlich vor sehr langer Zeit, ausgingen und die Rundreise um das Weltall zurückgelegt haben. (Dies gilt nur für (1 A), nicht für (1 B).) Es müßte sich also am Horizont im Gegenpunkt der Sonne ein Bild ihrer Rückseite uns zeigen. Da dies nicht der Fall ist, muß\ man auf Absorption des Lichtes durch die Weltmaterie im intergalaktischen Raume schließen. Im System B dauert die Reise um die Welt unendlich lange Zeit, weshalb die Annahme einer Absorption entbehrlich wird. Dafür hat B eine andere Abnormität. Es tritt nämlich infolge des ``Inertialfeldes'' (1 B) eine Rotverschiebung der Spektrallinien auf, je weiter weg von uns, desto größer, da \(g_{44}\) mit wachsendem \(r\) bis zu Null abnimmt. Diese superponiert sich natürlich über die Rotverschiebung, die das eigene Gravitationsfeld der betreffenden Sterne erzeugt. Im System (1 A) ist die Dichte der Weltmaterie \(\varrho_0=\frac{2}{\kappa R^2}\), demnach die Gesamtmasse der Welt (im elliptischen Raum) \(M=\frac{2\pi^2}{\kappa}R\). Hieraus findet man, wenn man für \(\varrho_0\) den Mittelwert der Sterndichte in unserer Umgebung setzt, (nämlich nach \textit{Kapteyn} eine Masse gleich der zehnfachen Sonnenmasse innerhalb eines Würfels mit der Seitenlänge \(10^6\) Erdbahnradien): \(R = 9 \cdot 10^{11}\) Erdbahnradien. Die Gesamtmasse der Welt wird damit \(M=7 \cdot 10^{19}\) Sonnenmassen; hieraus ergibt sich, daß, da die Gesamtmasse unseres Milchstraßensystems \(\frac 13 \cdot 10^{10}\) Sonnenmassen ist, unser Milchstraßensystem nur einen verschwindenden Bruchteil der Weltmasse ausmacht. Diese Weltmasse ist so groß, daß, wenn man außerhalb unseres Milchstraßensystems ähnliche Milchstraßensysteme in der mittleren gegenseitigen Entfernung von \(10^{10}\) Erdbahnradien, jedes von der gleichen Masse wie das unsrige, annimmt, alle diese Milchstraßensysteme zusammen, die in den elliptischen Raum hineingehen, noch nicht \({}^1/{}_{3000}\) der Weltmasse ausmachen. Es wäre daher außer der gewöhnlichen Materie nicht kondensierte Weltmaterie in bedeutend höherem Maße vorhanden. Wünscht man hingegen, daß\ die ganze Weltmasse auf die einzelnen Milchstraßensysteme aufgeteilt erscheint, so muß\ man einen viel niedrigeren Wert der Dichte ansetzen und demnach einen größeren Wert von \(R\) (\(R=5\cdot 10^{13}\)). Dann bleibt keine nichtkondensierte Weltmaterie übrig, und die Weltmaterie selbst erscheint nur als ein rechnerischer Mittelwert einer der Weltmasse äquivalenten homogenen Dichteverteilung. Beidenfalls umfaßt die Welt ungeheuer viel mehr als ein Milchstraßensystem. Der Verödungseinwand, den \textit{Einstein} durch die Einführung der endlichen Welt widerlegen wollte besteht also noch zu Recht, da die einzelnen Sterne auf Grund von (1 A) unser Milchstraßensystem verlassen könnten. Im Trägheitsfeld (1 A) bewegt sich ein materieller Punkt ``geradlinig'' und gleichförmig, im Trägheitsfeld (1 B) ist dies nicht mehr der Fall. Insbesondere wird jede Geschwindigkeit auf der Grenzkugel \(r=\frac \pi 2 R\) des elliptischen Raumes Null ebenso wie die Lichtgeschwindigkeit. Wegen \(g_{44}=0\) hört dort sozusagen alle Zeit auf. Allerdings braucht das Licht und a fortiori ein materieller Punkt unendlich lange Zeit bis zur Erreichung dieser Grenze. Noch ist zu bemerken, daß\ im System A die Weltmaterie ohne innere Spannungen in Ruhe sein kann; im System B kann für irgend welche Materie dies nicht der Fall sein, da \(g_{44} \neq 1\). \textit{De Sitter} untersucht noch das Feld der Sonne gemäß\ den neuen kosmologischen Feldgleichungen. Er findet für A \[ (3 A)\quad +ds^2=-(1-\gamma) \left\{ dr^2 + R^2 \sin^2 \tfrac rR (d \psi^2 + \sin^2 \psi d \vartheta^2) \right\} + (1+\gamma) c^2 dt^2, \] wobei \(\gamma\) bis auf Größen zweiter Ordnung durch \[ \gamma=-\frac \alpha R \left( 1+\frac{\cos 2 \tfrac rR}{\sin rR} \right) \] gegeben ist und \(\alpha\) die aus dem Einkörperproblem bekannte Massenkonstante der Sonne \(\left( \alpha=\frac{\kappa M}{4\pi c^2} \right)\) bedeutet. Dabei hat die kosmologische Konstante \(\lambda\) wieder den Wert \(\lambda=\frac{1}{R^2}\), bloß\ die Weltmaterie hat eine um die Sonnenmasse verringerte Dichte. Es ergibt sich, außer der beim gewöhnlichen Einkörperproblem auftretenden, eine von der Raumkrümmung herrührende Perihelbewegung \(\delta \omega=- \frac{3a^2}{2R^2} \cdot 2 \pi\) pro Umlauf, wo \(a\) die Halbachse der Planetenellipse ist. (Hierbei muß\ \(\gamma\) bis auf Größen zweiter Ordnung genau berechnet werden.) Wegen der Größenordnung von \(R=10^{12}\) Erdbahnradien, \(a = 1\) Erdbahnradius ist diese Perihelbewegung vollkommen vernachlässigbar. Im System B findet \textit{de Sitter} \[ +ds^2=-\left( 1+\frac{\alpha}{R \sin \tfrac rR} \right) dr^2 - R^2 \sin^2 \tfrac rR \cdot (d \psi^2 + \sin^2 \psi d \vartheta^2) \left( 1-\frac{\alpha}{r \sin \tfrac rR} \right) \] \[ (\text{3 B})\quad +c^2 \cos^2 \tfrac rR \cdot \left( 1- \frac{\alpha}{R \sin \tfrac rR} \right) dt^2 \] bis auf die erste Ordnung genau. Dabei ist die kosmologische Konstante wieder \(\lambda=\frac{3}{R^2}\) und die Dichte der Weltmaterie ist Null. Es resultiert infolge der Raumkrümmung eine Perihelbewegung \(\delta \tilde{\omega}=\frac{3a^3}{2 \alpha R^2} \cdot 2\pi\) pro Umlauf.
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