Die Drehungsinvarianten eines linearen Komplexes. (Q1472732)
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scientific article; zbMATH DE number 2615577
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Die Drehungsinvarianten eines linearen Komplexes. |
scientific article; zbMATH DE number 2615577 |
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Die Drehungsinvarianten eines linearen Komplexes. (English)
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1914
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Eine Reihe allgemein für einer \(R_{n-1}\) gültiger Betrachtungen ist vorauszuschicken. Als Typus werde der gewöhnliche Raum \(R_3(n=4)\) gewählt. Man hat hier dreierlei Koordinaten, die \(X_i\) eines Punktes \(X\), die \(U_i^\prime\) einer Ebene \(U'\) und die \(\Pi_{ik}\) eines linearen Komlexes \(\Pi\). Eine \textit{Form} \(f\) ist in diesen Koordinaten ganzrational und je homogen. Aus \(m\) solchen ``Grundformen'' \(f^{(i)}\) werde ein System \(\Sigma\) gebildet: Es bedeute \(G\) eine kontinuierliche Untergruppe der allgemeinen projektiven Gruppe, oder diese Gruppe selbst. Es handelt sich um ganzrationale Invarianten \(I\) von \(\Sigma\) bezüglich \(G\). Ein ``vollständiges'' System von Invarianten \(I_1, I_2,\dots\) hat die Eigenschaft, daß sich jedes \(I\) ganzrational durch sie ausdrücken läßt; ist die Anzahl der \(I_1, I_2,\dots\) eine endliche, so heißt das System ein ``endliches''. Das System \(\Sigma\) erweitert sich zu einem System \(\Sigma'\) durch Adjunktion dreier, je in den \(X_i, U_i^prime, \Pi_{ik}\) linearer Formen \(g_1=\Sigma u_i^\prime X_i=(u'X), g_2=\Sigma x_iU_i^prime=(xU'), g_3=\Sigma\pi_{ik}\Pi_{ik}=\frac12(\pi'\Pi)^2\). Eine Invariante von \(\Sigma'\) wird mit \(K\) bezeichnet; ein vollständiges System von \(K\), das dann zugleich ein ``vollständiges Formensystem'' von \(\Sigma\) ist, ist jeweils aufzustellen. Ist \(G\) die allgemeine projektive Gruppe, so dienen dazu drei Hülfsätze. Es seien \(a, b, c, \dots, \alpha', \beta', \gamma', \dots\) die zu verwendenden Größen-und Symbolreihen, wo die ungestrichelten den Punktkoordinaten kongredient, die gestrichelten kontragredient sind. \textit{Erstens} gilt der erste Fundamentalsatz der symbolischen Methode, daß die \(I\) als Produkte von Faktoren erster Art oder auch Linearfaktoren \((a\alpha')=\sum a_i\alpha_i^\prime\) und von Faktoren zweiter Art oder Klammerfaktoren \((a, b, c, d), (\alpha', \beta', \gamma', \delta')\) darstellbar sind. \textit{Zweitens} tritt der zweite Fundamentalsatz der symbolischen Methode in Kraft, wonach jede Identität zwischen den \(I\) eine Folge von fünf gewissen Grundidentitäten ist. \textit{Dritten}s führen auf Grund des \textit{Hillbert}schen Endlichkeitssatzes die gemäß der beiden Fundamentalsätze auszuübenden Tätigkeiten nach einer endlichen Anzahl von Schritten auf schon vorhandene \(I\) zurück: dann ist man im Besitze eines vollständigen Systems. Als Punktkoordinaten dienen im \(R_3\) rechtwinklige \(x=\frac{x_1}{x_4}, y=\frac{x_2}{x_4}, z=\frac{x_3}{x_4}\). Als Gruppe \(G\) nehme man die der (eigentlichen und uneigentlichen) orthogonalen Substitutionen; die ganzrationalen Invarianten bezüglich \(G\) heißen ``Drehungsinvarianten'' \(D\). Für ein System \(\Sigma\) von \(m\) Grundformen \(f^{(i)}\) erhält man ein vollständiges System \((D)\) auf Grund der vier Sätze: 1. Man kann die Invarianten eines vollständigen Systems \((D)\) so auswählen, daß sie allgemeine projektive Invarianten des erweiterten Grundsystems \(\Sigma_0=(\Sigma, \Phi, L)\) werden, wo \(\Phi=(xx)=\Sigma x_i\), und \(L=(l'x)=x_4\) ist. 2. Die Invarianten eines vollständigen Formensystems von \(D\) des Systems \(\Sigma\) lassen sich so auswählen, daß sie Produkte von Faktoren \((a\alpha)\) und \((abcd)\) sind, wo die \(a, b, \dots, \alpha, \dots\) gestrichelte oder ungestrichelte Größen- und Symbolreihen von \(f^{(i)}, L, g_1, g_2, g_3\) bedeuten. 3. Jede Identität zwischen ganzrationalen \(D\) ist eine Folge von drei Grundidentitäten. 4. Ein vollständiges System von \(D\) ist endlich. Die Gruppe \(G\) ist in der Hauptgruppe \(H\) enthalten. Hat man also ein vollständiges System von \(D\), aus den Individuen \(D_1, D_2, \dots, D_{\sigma}\) bestehend, so sind die Invarianten von \(H\) ganzrational in den \(D_1, D_2, \dots, D_{\sigma}\). Der damit bezeichnete Weg zur Gewinnung eines vollständigen Systems von \(D\) wird nun eingeschlagen, indem zunächst eine ternäre quadratische Form \(f=\Sigma a_{ik}x_ix_k=(a'x)^2=(b'x)^2=\dots\) als Grundform angenommen wird. Man hat es dann mit 10 Faktoren erster Art und 8 Faktoren zweiter Art zu tun. Eine wesentliche Vereinfachung tritt insofern ein, als man sich auf \(D\) beschränken kann, die höchstens \textit{einen} Klammerfaktor enthalten. Vermöge der drei Grundidentitäten läßt sich die Anzahl der Faktoren erster Art auf vier reduzieren: \(f_2=(a'b'), f_3=(a'l'), f_4=(a'x), f_5(a'u')\) und die der Faktoren zweiter Art auf drei: \(f_12(a'b'l'), f_15=(a'l'x), f_16=(a'l'u)\). So ergibt sich schließlich ein kleinstes vollständiges Formensystem von \(D\) aus 32 Individuen. Hiervon sind 6 Invarianten, 10 Kovarianten, 10 Kontravarianten, 6 Zwischenformen. Unter ihnen befinden sich im besondern die 9 affinen und die 5 projektiven Individuen. Geometrische Anwendungen folgen. Man erhält u. a. die Gleichung der Fußpunktskurve eines Punktes \(y\) bezüglich \(f\), die beiden Hauptsachen von \(f\), die Gleichung der Evolute usf. Zweitens wird als Grundform eine quaternäre quadratische Form \(f=\Sigma a_{ik}^prime x_ix_k=(a'x)^2=(b'x)^2=\dots\) als Grundform gewählt. Die \(p_{ik}=p_{mn}^prime\) sind die \textit{Plücker}schen Geradenkoordinaten (oder auch die eines linearen Komplexes); man setzt symbolisch \(p_{ik}=p_ip_k, p_{mn}^prime=p_m^primep_n^prime\). Die \(q, r, \pi, \varrho, \dots\) resp. \(q', r', \pi', \varrho', \dots\) sind von ungestrichelten resp. gestrichelten mit den \(p\) äquivalente Komplexsymbole. Die symbolischen Faktoren der \(D\) werden gebildet aus den Reihen: \[ a', b', c', \dots; l'; x; u'; p, q, r, \dots; p', q', r'. \] Für die Faktoren erster und zweiter Art sind wieder mannigfache Reduktionen ausführbar, so lassen sich solche Faktoren zweiter Art streichen, in denen Komplexsymbole vorkommen. Es verbleibt dann noch eine Reihe von 25 möglichen Faktortypen. Die Einzeldiskussion zeigt, daß sich zunächst die \(D\) mit Faktoren zwieter Art vollständig erledigen lassen; es bleiben noch die aus Linearfaktoren aufbaubaren. Es kommt wiederum darauf an, gewisse der symbolischen Faktoren als Reduzenten nachzuweisen. Dahin gehört u. a. der Faktor \((pq')\). Daraufhin werden gewisse ``Ketten'' gebildet, deren Glieder durch besonders einfache Gesetze verknüpft sind, und sodann die \(D\) aus solchen Kettengliedern linear zusammangesetzt. Damit lassen sich die gesuchten \(D\), nach gewissen Typen angeordnet, aufstellen. \textit{Drittens} liegt als Grundform die eines linearen Komplexes \(K\) vor: \[ K=(a'\Pi)^2=(a\Pi')^2=2\Sigma a_{ik}^prime\Pi_{ik}, \] der je eine Linearform in den \(X, U', \Pi\) hinzugefügt wird. Als Bausteine der gesuchten Drehungsinvarianten \(D\) dienen dieselben Größenreihen, wie oben für die quadratische Form \(f\). Die \(D\) werden wiederum nach Typen angeordnet; die Gesamtzahl der \(D\) beträgt 83. Einige geometrische Anwendungen folgen, so die Aufstellung der ``Hauptachse'' von \(K\).
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