Le calcul des intégrales définies. (Q1480225)

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scientific article; zbMATH DE number 2625602
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    Le calcul des intégrales définies.
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      Le calcul des intégrales définies. (English)
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      Eine Zahl \(\alpha\) heißt nach \textit{Borel} berechenbar, wenn man durch eine endliche Anzahl von Operationen eine rationale Zahl finden kann, die sich von \(\alpha\) um weniger als \(\dfrac 1n\) unterscheidet (\(n\) eine beliebige ganze Zahl). Eine Funktion heißt berechenbar, wenn ihr Wert für jeden berechenbaren Wert der Veränderlichen berechenbar ist. Den berechenbaren Funktionen stehen Funktionen gegenüber, die durch asymptotische Definition gegeben sind. (Zu letzteren gehört z. B. die Funktion, die für jeden rationalen Wert der Veränderlichen gleich Null, für jeden anderen Wert gleich l ist.) Von diesen Begriffsbestimmungen ausgehend, wird im zweiten Kapitel der Begriff des Integrals berechenbarer Funktionen definiert, nachdem im ersten Kapitel noch eine Theorie der meßbaren Mengen entwickelt ist, die der Verf. schon in seiner Théorie des fonctions, wenn auch dort ohne Beweise, angedeutet hat. Eine in einem Bereich \(D\) beschränkte Funktion \(f(x, y, z)\) heißt asymptotisch äquivalent mit Polynomen, wenn man für jedes Paar positiver Zahlen \(\varepsilon, \alpha\) ein Polynom \(P(x, y, z, \varepsilon, \alpha)\) so bestimmen kann, daß die Menge der Punkte, in denen der absolute Betrag von \(f - P\) größer als \(\varepsilon\) ist, einen Inhalt hat, der kleiner ist als \(\alpha\), d. h. im Innern einer abzählbaren Mannigfaltigkeit von Elementarmengen liegt, deren Gesamtmaß kleiner als \(\alpha\) ist. Sodann ergibt sich der Fundamentalsatz: Ist die Grenze einer Folge beschränkter Funktionen, die Polynomen asymptotisch äquivalent sind, beschränkt, so ist sie selbst Polynomen asymptotisch äquivalent. Dieser Satz gestattet eine einfache Definition des Integrals beschränkter Funktionen, und zwar der Art, daß die Definition gleichzeitig ein ausführbares Berechnungsverfahren darbietet. Dabei wird der Begriff des Integrals von Polynomen als bekannt vorausgesetzt: Das Integral einer beschränkten Funktion \(F\) in einem Elementarbereich ist der Grenzwert der Integrale einer beschränkten Folge von Polynomen, die asymptotisch gegen die Funktion \(F\) konvergiert. Das Integral derselben Funktion für einen beliebigen Bereich \(D\) wird dann der Grenzwert des Integrals für einen einfachen Bereich, welcher der Grenze \(D\) zustrebt. Die Definition ergibt das Integral einer gegebenen Funktion nicht eindeutig: Funktionen, die nur in den Punkten einer Menge vom Inhalt Null voneinander verschieden sind, haben dasselbe Integral. Die Frage nach der einfachsten Funktion der Art, daß sie ein gegebenes Integral \(f(x)\) ergibt, führt auf das Studium der abgeleiteten Funktionen, betreffs dessen auf die Darstellungen von \textit{Lebesgue} verwiesen wird. Das Integral nicht beschränkter Funktionen kann nur dann existieren, wenn die Menge der Unendlichkeitspunkte und Unbestimmtheitspunkte den Inhalt Null hat. Für diesen Fall gibt der Verf. eine Definition, die mit der von \textit{Lebesgue} zusammenfällt, und eine zweite, die als verallgemeinertes \textit{Riemann}sches Integral bezeichnet und folgendermaßen gefaßt wird: Ist eine nicht beschränkte, im \textit{Riemann}schen Sinne nicht integrable Funktion \(f(x)\) vorgelegt, für die man im Integrationsbereich eine abzahlbare Anzahl von Punkten \(A_1, A_2, \dots, A_n, \dots\) bestimmen kann, derart, daß, nachdem \(A_n\) von einem Ausschlußbereich \(B_n C_n\) umgeben ist, die verallgemeinerten \textit{Riemann}schen Summen einer Grenze zustreben, gleichgültig welches die Intervalle sind, und diese Grenze selbst einem Grenzwert sich nähert, wenn die Summe der Intervalle \(\sum B_n C_n\) gegen Null abnimmt, so nennt man diesen Grenzwert das verallgemeinerte \textit{Riemann}sche Integral. Dabei sind die ``verallgemeinerten \textit{Riemann}schen Summen'' \(\sum h_i f(\xi_i)\), für die folgende Voraussetzungen gelten: 1. Die Teilpunkte \(x_i\) liegen außerhalb der Ausschlußintervalle. 2. \(h_i\) ist gleich \(x_i - x_{i-1}\), vermindert um die Längen der etwa auftretenden Ausschlußintervalle. 3. \(\xi_i\) liegt zwischen \(x_{i-1}\) und \(x_i\); aber nicht in den Ausschlußintervallen. Das dritte Kapitel beschäftigt sich nun auf dem Boden der gegebenen Definitionen mit der tatsächlichen Berechnung von Integralen. Damit diese möglich sei, ist notwendig und hinreichend, daß die Menge der Punkte, in denen die zu integrierende Funktion nicht berechenbar ist, den Inhalt Null habe. Dies steht mit den Festsetzungen des ersten Kapitels, nach denen eine berechenbare Funktion nur für berechenbare Werte der Veränderlichen, also für eine Menge vom Inhalt Null, berechenbar ist, nur scheinbar im Widerspruch: man kann eine solche Funktion auch für diejenigen nicht berechenbaren Werte der Veränderlichen als berechenbar ansehen, wenn man weiß, daß sie für diese Werte mit einer stetigen berechenbaren Funktion übereinstimmt. Sind die Voraussetzungen erfüllt, so kann man in der Tat durch eine endliche Anzahl von Operationen das Integral mit beliebiger Annäherung berechnen.
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