Un Émule de Viète: \textit{Ludolph van Ceulen}. (Q1484501)
From MaRDI portal
| This is the item page for this Wikibase entity, intended for internal use and editing purposes. Please use this page instead for the normal view: Un Émule de Viète: \textit{Ludolph van Ceulen}. |
scientific article; zbMATH DE number 2632238
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| default for all languages | No label defined |
||
| English | Un Émule de Viète: \textit{Ludolph van Ceulen}. |
scientific article; zbMATH DE number 2632238 |
Statements
Un Émule de Viète: \textit{Ludolph van Ceulen}. (English)
0 references
1910
0 references
Bei der Beurteilung der mathematischen Leistungen \textit{Ludolphs van Ceulen} ist immer die von \textit{W. Snellius} angefertigte, 1619 gedruckte lateinische Übersetzung De Circolo \(\&\) Adscriptis Liber des vlämisch abgefaßten Originals Van den Circkel von 1596 zugrunde gelegt worden. Dieser erste Druck des Werks ist sehr selten; der Verf. gibt das British Museum und die Universitätsbibliothek von Leiden als die beiden Stellen an, wo es vorhanden ist; er selbst hat das benutzte Exemplar aus der Privatbibliothek von \textit{Le Paige} erhalten. Die Vergleichung dieser Urausgabe mit der lateinischen Übersetzung hat dann gezeigt, ``daß , abgesehen vom Titel, diese Übersetzsung wenige Seiten mit dem ursprünglichen Text gemeinschaftlich hat, daß sie zu etwa vier Fünfteln fünf Kapitel von den sechs der ``Arimethische en geometrische Fondamenten'' von \textit{Ludolph} enthält und kaum ein Zehntel der beiden vlämischen Ausgaben (die zweite von 1615). Aus diesem Grunde macht \textit{Bosmans} ausführliche Mitteilungen aus dem Inhalte jener vlämischen Ausgaben. Wir wiederholen hier die Übersetzung des langatmigen Titels. Vom Kreise. Darin wird gelehrt, das angenäherte Verhältnis des Durchmessers eines Kreises zu seinem Umfange zu finden, wodurch alle Kreise (nebst allen Figuren oder von krummen Linien eingeschlossene Grundstücke) richtig gemessen werden können. Ebenso alle dem Kreise einbeschriebenen Vielecksseiten, vom 3-, 4-, 5-, 15-Eck beginnend, in irrationalen Zahlen auszudrücken, hätte auch die Figur viele hunderttausend Ecken. Ebenso des 7-, 11-, 13-, 17-, 19-, 23-Ecks oder nach Belieben, welche Seite oder Sehne man verlangt, wenn die Größ e des Bogens in Graden, Minuten, Sekunden usw. gegeben ist. Außerdem die Tafeln der Sinus, Tangenten und Sekanten mit ihrem Gebrauch, für Landmesser dringend nötig. Nebst vielen andern Kunststücken, dergleichen noch nicht im Druck erschienen sind. Letztens Zinsberechnung nebst allerhand dabei dienlichen Tafeln nebst Gebrauchsanweisung, an vielen vortrefflichen Exempeln und in ganzer Ausführlichkeit erläutert und erprobt. Alles durch \textit{Ludolph van Ceulen}, geboren in Hildesheim, niedergeschrieben und in den Druck gebracht. (Bildnis von \textit{van Ceulen} im Alter von 56 Jahren.) Tot Delf, Ghedruckt by Jan Andriesz. Boockverkooper woonende aen't Marc-veldt in't Gulden ABC. Anno 1596. Folio. Wir setzen schließlich das Ergebnis der Untersuchung des Verf. her, das er (S. 55-56) in folgende Sätze zusammenfaßt: Die Berechnung von \(\pi\) hat von Anfang an der Schrift ``Vom Kreise'' die größte Berühmtheit verschafft. In Deutschland hat sie sogar dem als Dezimalbruch ausgedrückten angenäherten Werte von \(\pi\) den Namen ``\textit{Ludolph}sche Zahl'' eingebracht. Darin steckt eine berechtigte, dem Andenken an einen Landsmann dargebrachte Huldigung. Aber die Schrift ``Vom Kreise'' hat noch ganze andere Ansprüche auf unsere Bewunderung. Zunächst finden wir in ihr eine merkwürdige Methode der abgekürzten Division. Es ist dies das älteste bekannte gedruckte Beispiel dieser Art von Operationen. Seltsamer Weise war es kaum beachtet worden. Ferner kann man in der Theorie der Winkelteilung \textit{van Ceulen} kühnlich mit \textit{Viète} in Parallele setzen, wofern man nach dem Beispiel von \textit{Adriaen van Roomen} die beiden Gelehrten unter verschiedenem Blickpunkt betrachtet. Unter dem einen zeige der Mathematiker aus Hildesheim eine entschiedene Überlegenheit über den aus \textit{Fontenay-le-Comte}: er beweist die Gleichungen für die Winkelteilungen; Viète dagegen beschränkt sich darauf, sie hinzuschreiben unter Versicherung, sie seien genau.-- Was soll man zur Geschicklichkeit des Rechners sagen? Bei der Lösung von Zahlengleichungen von höherem Grade als dem zweiten entwickelt \textit{Ludolph} eine verblüffende Virtuosität, ein Talent im Ziffernrechnen, das im 16. Jahrhundert unvorstellbar ist. -- Das sind einige der Ruhmestitel der Schrift vom Kreise. Jeder einzelne würde genügen, sie als einen Markstein in der Geschichte der Wissenschaft zu kennzeichnen. Was \textit{Ludolph van Ceulen} selbst betrifft, diesen kleinen, so sympathischen Fechtmeister, diesen autodidaktischen Zauberkünstler, das eine muß anerkannt werden: Trotz des Mangels an gelehrter Ausbildung war er ein wirkliches Genie, dessen Arbeitsfähigkeit aus ihm einen Gelehrten ersten Ranges machte.
0 references