Über den Doppelkurvendivisor einer algebraischen Fläche. (Q1487232)
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scientific article; zbMATH DE number 2634761
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Über den Doppelkurvendivisor einer algebraischen Fläche. |
scientific article; zbMATH DE number 2634761 |
Statements
Über den Doppelkurvendivisor einer algebraischen Fläche. (English)
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1910
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In einer früheren Arbeit (F. d. M. 40, 464, 1909, JFM 40.0464.03) hatte der Verf. den \textit{Riemann-Roch}schen Satz für algebraische Funktionen zweier Variabeln auf arithmetischer Grundlage behandelt. An diese Arbeit, auf die wegen der Methode und Bezeichnungen verwiesen sei, schließt sich die vorliegende an. Es handelt sich um den ``Doppelkurvendivisor'' einer algebraischen Fläche \(F\equiv F(x,y,z)=0\), d. i. den Divisor der mehrfachen Kurven von \(F\), unter Voraussetzung beliebiger Singularitäten. \(F\)F sei in \(x, y, z\) vom Grade \(l,m,n\) und \(\mathfrak{L,M,N}\) seien die Nenner von \(x, y, z\), ferner \(Z_1,Z_2,Z_3\) die Verzweigungsdivisoren in bezug auf \(y,z\), usw. Dann bestehen drei Gleichungen von dem Typus \(\frac{partial F}{\partial x}=\frac{{\mathfrak D}}{{\mathfrak L}^{l-2}}\frac{Z_1}{{\mathfrak M}^m{\mathfrak N}^n}\); der durch jede dieser Gleichungen definierte Divisor \({\mathfrak D}\) ist der Doppelkurvendivisor. Dieser ist in bezug auf diejenigen Primteiler, denen Kurven auf \(F\) entsprechen, ganz. Sodann handelt es sich um den Beweis des folgenden Fundamentalsatzes. Bedeutet \({\mathfrak S}\) einen ganzen Divisor, und ist eine Funktion \(\psi\) des algebraischen Körpers \(F=0\) in der Form darstellbar: \(\psi=\frac{\mathfrak{DG}}{{\mathfrak L}^\lambda{\mathfrak M}^\mu{\mathfrak R}^\nu}\), so ist \(\psi\) als ganze rationale Funktion von \(x,y,z\) von der Ordnung \((\lambda,\mu,\nu)\) darstellbar. Die Analogie mit dem entsprechenden Satze der Theorie der algebraischen Kurven tritt deutlich hervor. Der Beweis bedarf einer Reihe von Hülfsmitteln. Von den drei Größen \(x, y, z\) sehe man etwa die beiden ersteren als unabhängige Variabeln an. Um dann jede Funktion des Körpers \(F=0\) als Produkt einer endlichen Anzahl von Primteilern darzustellen, erweist es sich als notwendig, die Primteiler erster Stufe in bezug auf \(x, y\) in zwei Arten einzuteilen. Hierbei ist ein Primteiler \({\mathfrak P}\) erster Stufe ein Körper einer Variable, der aus \(F=0\) dadurch hervorgeht, daß man noch eine von \(F=0\) unabhängige algebraische Gleichung hinzufügt. Jeder Funktion des Körpers \(F=0\) entspricht dann eine bestimmte Funktion des Körpers \({\mathfrak P}\). Dieser Übergang wird ausgedrückt durch die Redeweise: ``man setzt \({\mathfrak P}=0\)''. Wird im besonderen eine Funktion des Körpers \(F=0\) für \({\mathfrak P}=0\) identisch Null, so ist sie durch eine gewisse positive Potenz von \({\mathfrak P}\) teilbar. Es können nun für irgendein \({\mathfrak P}\) zwei Fälle eintreten. Entweder wird für \({\mathfrak P}=0\) wenigstens eine der beiden Größen \(x,y\) nicht konstant, oder aber es werden \(x\) und \(y\) konstant. Im ersten Falle entspricht den Stellen \({\mathfrak P}=0\) eine Kurve auf der Fläche \(F\), im zweiten Falle ein Punkt (resp. im besonderen eine Parallele zur \(z\)-Achse); je nachdem heißt \({\mathfrak P}\) ein ``Primteiler erster, oder aber zweiter Art''. Den singulären Stellen der Fläche entspricht eine endliche Anzahl von \({\mathfrak P}\) erster Art, die ``Punktprimteiler''. Alsdann gilt der Satz, daß jede Funktion des Körpers \(F=0\) als Produkt einer endlichen Zahl von \({\mathfrak P}\) erster Art darstellbar ist; die Betrachtung der \({\mathfrak P}\) zweiter Art wird überflüssig. Indessen hängt diese Einteilung der \({\mathfrak P}\) in zwei Arten wesentlich von der Wahl der unabhängigen Größen \(x,y\) ab. Demgemäß werden, wenn \(x, y, z\) in drei Paare getrennt werden, die \({\mathfrak P}\), die bez. \(x, y\) von der ersten, dagegen bez. \(x, z\) oder \(y, z\) von der zweiten Art sind, mit \({\mathfrak C}_1,{\mathfrak C}_2,\dots\) bezeichnet; hiermit verstehen sich die Bezeichnungen \({\mathfrak B}_1,{\mathfrak B}_2,\dots,{\mathfrak A}_1,\mathfrak{A}_2,\dots\) von selbst. Durch gleichzeitige Berücksichtigung dieser drei Klassen von \(\mathfrak{P}\) werden die \(x, y, z\) gleichberechtigt. Sodann werden die Eigenschaften des früher eingeführten Symbols \((\mathfrak{P}_1,\mathfrak{P}_2)\) näher untersucht. Nunmehr wendet sich die Betrachtung den Verzweigungsdivisoren zu. Im Falle eines Körpers einer einzigen Veränderlichen sei \(z_x\) der Verzweigungsdivisor bez. \(x\), und \(z\xi\) der bez. \(\xi\), ferner \(\mathfrak{n}_x,\mathfrak{n}_\xi\) der Nenner von \(x\), resp. \(\xi\), so besteht die Gleichung \(\frac{dx}{d\xi}=\frac{z_x}{\mathfrak{n}_x^2}\cdot \frac{\mathfrak{n}_\xi^2}{z\xi}\). Eine analoge, wenn auch nicht ganz so einfache Gleichung gilt für Körper von zwei Veränderlichen. Damit sind die Grundlagen für eine eingehende Untersuchung des Doppelkurvendivisors \(\mathfrak{D}\) geschaffen, und es lassen sich die eingangs erwähnten Eigenschaften desselben beweisen. Darüber hinaus wird das Verhalten von \(\mathfrak{D}\) bei den einfachsten Transformationen untersucht. So bleibt \(\mathfrak{D}\) unverändert, wenn \(x, y, z\) je einer linearen Transformation unterworfen werden. Weniger einfach ist das Verhalten von \(\mathfrak{D}\) gegenüber einer affinen Änderung der \(x,y,z\). Es gehe, wenn \(\xi,\eta,\zeta\) die neuen Variabeln bedeuten, \(F(x,y,z)\) über in \(F_1(\xi,\eta,\zeta)\). Der Doppelkurvendivisor von \(F_1=0\) sei \(\mathfrak{D}'\); ferner werde der Divisor, der aus \(\mathfrak{D}\) beim Übergange zu \(\xi,\eta,\zeta\) hervorgeht, nach Fortlassung der in ihm enthaltenen \(\mathfrak{P}\) zweiter Art bez. \(\xi,\eta,\zeta\) mit \(\mathfrak{D}_0\) bezeichnet. Dann gilt die Zerlegung: \(\mathfrak{D}_0=\mathfrak{D}'\Phi\), wo \(\Phi\) ein Divisor bez. \(\xi,\eta,zeta\) ist, der nur singuläre \(\mathfrak{P}\) erster Art und Punktprimteiler der Stelle \(\xi=\eta=\zeta=\infty\) enthält. Weiterhin werden gewisse durch \(\mathfrak{D}\) teilbare ganze Funktionen betrachtet. Es war \(F=0\) in \(z\) vom \(n\)-ten Grade; zu jedem Paare \(x,y\) gehören \(n\) ``konjugierte'' Werte \(z_i\), also auch, unter \(\varphi(x,y,z)\) eine rationale Funktion von \(x,y,z\) verstanden, \(n\) konjugierte Werte \(\varphi_i=\varphi(x,y,z_i)\). Die Summe \(S(\varphi)\) der \(n\) Werte \(\varphi_i\) heißt die Spur von \(\varphi\), die in \(x, y\) rational ist. Hat dann \(\varphi\) die Gestalt \(\frac{\mathfrak{G}}{Z_3,\mathfrak{L}^\lambda\mathfrak{M}^\mu}\), wo \(\mathfrak{G}\) ein ganzer Divisor ist, und \(Z_3\) der Verzweigungsdivisor bez. \(x,y\), so ist die Spur \(S(\varphi)\) von \(\varphi\) eine ganze rationale Funktion von \(x,y\) höchstens vom Grade \((\lambda,\mu)\) in \(x,y\). Dieser Satz läßt sich ausdehnen auf gewisse ganze rationale Funktionen \(\psi\) on \(x,y\) und \(z\). Ist nämlich \(\psi\) von der Gestalt \(\frac{\mathfrak{DG}}{\mathfrak{L}^\lambda\mathfrak{M}^\mu\mathfrak{N}^\nu}\), wo \(\mathfrak{G}\) ein ganzer Divisor ist, so läßt sich \(\psi\) darstellen als ganze rationale Funktion von \(x,y,z\) vom Grade \((\lambda,\mu,\nu)\). Am Schlusse werden noch die für endliche Werte von \(x, y, z\) nicht unendlich werdenden Doppeldifferentiale \(R dxdy\) in der eleganten Form dargestellt: \(G\,\frac{dx dy}{\frac{\partial F}{\partial z}}=G\,\frac{dy dz}{\frac{\partial F}{\partial x}}=G\,\frac{dx dz}{\frac{\partial F}{\partial y}}\), wo \(G\) eine durch \(\mathfrak{D}\) teilbare ganze rationale Funktion, von \(x, y, z\), von bestimmten Graden ist.
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