Über die Entwicklung des Produktes zweier Kugelfunktionen nach Kugelfunktionen. (Q1489565)

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scientific article; zbMATH DE number 2637656
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    Über die Entwicklung des Produktes zweier Kugelfunktionen nach Kugelfunktionen.
    scientific article; zbMATH DE number 2637656

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      Über die Entwicklung des Produktes zweier Kugelfunktionen nach Kugelfunktionen. (English)
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      1909
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      In der Einleitung zu dem ersten Aufsatz erklärt der Verf. daß es, um rein algebraische und einfache Ableitungen der fundamentalen Sätze der Theorie der Kugelfunktionen zu gewinnen, nicht nur angezeigt sei, die binäre Invariantentheorie heranzuziehen, sondern daß es sogar notwendig sei diese Einführungen zu treffen, um gewisse Probleme jener Theorie in übersichtlicher Form zu lösen. Um das darzutun, entwickelt er eine Reihe wichtiger Formeln aus der Lehre von den Kugelfunktionen mittels der Invariantentheorie. Dabei gestalten sich manche Ableitungen überraschend einfach. Der Ausgangspunkt ist folgender: Ist \(\mathfrak r\) die Quadrik \[ \mathfrak r=(x+iy)\xi^2-2iz\xi \eta+(x-iy)\eta^2, \] so ist die Potenz \(\mathfrak r^n\) eine Kugelfunktion, da sie eine homogene Funktion \(n\)-ter Ordnung der Koordinaten \(x,y,z\) ist und der Gleichung \(\Delta(\mathfrak r^n)=0\) genügt. Entwickelt man \(\mathfrak r\) nach Potenzen von \(\xi\) und \(\eta\): \[ \mathfrak r^n=\sum_{\tau=-n}^{+n} X_\tau^{(n)}\xi^{n-\tau}\eta^{n+\tau}, \] so ist auch \[ X^{(n)}=\sum \alpha_\tau X_\tau^{(n)}, \] wo die \(\alpha\) konstante Zahlen sind, eine Kugelfunktion. Ist ferner \[ \alpha^{(n)}=\sum_{-n}^{+n} A_\tau \xi^{n-\tau}\eta^{n+\tau} \] eine binäre Form \(2n\)-ter Ordnung mit beliebigen komplexen Koeffizienten, so ist die \(2n\)-te Überschiebung von \(\mathfrak a^{(n)}\) und \(\mathfrak r^n\) eine Kugelfunktion, und diese ist reell, wenn die Form \(\mathfrak a^{(n)}\) realisiert, d. h. wenn \(A_{-\tau}\) gleich \((-1)^{(n-\tau}\) mal dem konjugierten Werte von \(A_\tau\) ist. Die gebräuchliche Form der allgemeinen Kugelfunktion ergibt sich; wenn man statt der rechtwinkligen Koordinaten \(x, y, z\) Polarkoordinaten auf der Einheitskugel nimmt. Der polynomische Satz führt zur Darstellung der einfachen und zugeordneten Kugelfunktionen mit dem Argumente \(\cos \vartheta\) durch Reihen, die nach Potenzen von \(\cos \vartheta\) und \(\sin \vartheta\) fortschreiten. Auch das Additionstheorem der Kugelfunktionen ergibt sich sehr einfach. Weitere Resultate werden durch Einführung des Begriffs ``Vielbein'' gewonnen. Unter \(n\)-bein wird das Gebilde verstanden, das aus \(n\) gleich langen, von einem Punkte ausgehenden Vektoren besteht. Jeder realisierenden Form \(\mathfrak a^{(n)}\) ist \textit{ein} reelles \(n\)-bein zugeordnet. Die \((2n-2)\)-te Überschiebung der zu einer Kugelfunktion gehörigen Form \(\mathfrak a^{(n)}\) und der \((n-1)\)-ten Potenz der Quadrik \(\mathfrak r\) führt zu einer Formel für den Gradienten der Kugelfunktion. Sodann wird die Kugelfunktion zweier Punkte untersucht, d. h. ein Polynom der Koordinaten dieser Punkte, das in den Koordinaten jedes Punktes homogen ist und nach jeder der Koordinatenreihen der Gleichung \(\Delta=0\) genügt. Zu einer solchen Funktion gehört eine doppeltbinäre Form. Fallen in der Kugelfunktion zweier Punkte beide Punkte zusammen, so wird die entstehende Funktion ``zweiseitige Kugelfunktion'' der Koordinaten des betreffenden Punktes genannt. Hierauf ergibt die \textit{Clebsch-Gordan}sche Reihenentwicklung doppeltbinärer Formen und eine Formel von \textit{Gordan} und \textit{Berzolari}, welche die Überschiebungen von Potenzen derselben Quadrik durch diese Quadrik ausdrückt, die Entwicklung der zweiseitigen Kugelfunktion nach Kugelfunktionen. Hieraus folgt sofort die Entwicklung des Produktes zweier Kugelfunktionen nach Kugelfunktionen. Als spezielle Fälle ergeben sich die Entwicklung des Produktes zweier \textit{Legendre}schen Polynome nach solchen und ferner einige bekannte und neue Rekursionsformeln. Schließlich wird das Integral des Produktes zweier, resp. dreier Kugelfunktionen durch die bilineare, resp. trilineare Invariante der Formen der drei Funktionen dargestellt. Durch Spezialisierung ergibt sich das folgende Resultat. Wenn \[ \cos \psi=\cos \vartheta\cos \vartheta_1+\sin \vartheta \sin \vartheta_1 \cos(\varphi-\varphi_1), \] so ist \[ \int P^{\beta+\gamma}(\cos\psi)P^{\gamma+\alpha}(\cos \psi)P^{\alpha+\beta}(\cos \psi)d\omega=\frac{4\pi}{2\delta +1}\frac{A_\alpha A_\beta A_\gamma}{A_\delta}. \] Dabei ist das Integral links über die Kugelfläche zu erstrecken, ferner ist \[ \delta=\alpha+\beta+\gamma, A_\varrho=\frac{1\cdot 3\cdots (2\varrho-1)}{\varrho!.}. \] Für \(\vartheta_1=0\) geht diese Formel in die Formel von \textit{Ferrers} und \textit{Adams} über (vgl. F. d. M. 10, 337, 1878, JFM 10.0337.01). Der zweite Aufsatz stimmt inhaltlich mit dem letzten Teile des ersten überein. Die hier entwickelte Theorie läßt sich, wie angedeutet wird, auf Doppel-und mehrfache Kugelfunktionen ausdehnen, d. h. auf homogene Polynome, die den Gleichungen \(\Delta\Delta=0\) oder \(\Delta\Delta\Delta=0\) genügen. Dagegen umfaßt die Theorie, wie zum Schlusse ausdrücklich hervorgehoben werden möge, nur die Kugelfunktionen erster Art, nicht aber die zweiter Art, auch nicht die verallgemeinerten Kugelfunktionen, deren Index nicht mehr ganzzahlig ist.
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