Zum Fehlergesetz. (Q1491786)

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scientific article; zbMATH DE number 2640470
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    Zum Fehlergesetz.
    scientific article; zbMATH DE number 2640470

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      Zum Fehlergesetz. (English)
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      1908
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      \textit{Gauß} hat bei der Ableitung seines Fehlergesetzes außer der Voraussetzung über das arithmetische Mittel stillschweigend noch zwei Annahmen gemacht. Unter alleiniger Annahme des Postulates über das arithmetische Mittel hat \textit{Poincaré} ein allgemeineres Fehlergesetz abgeleitet in der Form: \[ \varphi(z,x)=\theta(x) e^{xA(z)+B(z)}, \] wo \(z\) der wahre Wert der Unbekannten und \(\theta\) eine willkürliche Funktion ist, während \(A\) und \(B\) der Bedingung \[ zA'(z)+B'(z)=0 \] genügen müssen. Der Verf. geht nun von noch allgemeineren Voraussetzungen aus. Er nimmt erstens an, daß, wenn sämtliche Beobachtungen denselben wert ergeben haben, dieser Wert dann auch der wahrscheinlichste ist, und zweitens, daß sich der wahrscheinlichste Wert von \(z\) in der Form \(z=f(x_1,x_2,\dots,x_n)\) darstellen lasse, wo \(f\) eine homogene Funktion ist. Hiermit wird gefunden: \[ \varphi(z,x)=\theta(x)e^{\int a(z)(\beta(\frac{x}{z})-\beta(1))dz}, \] wo \(\theta, \alpha, \beta\) willkürliche Funktionen sind. Für \(\beta\left(\frac{x}{z}\right)=\frac{x}{z}\) wird \[ z=\tfrac{1}{n}(x_1+x_2+\cdots +x_n), \] und \(\varphi(z,x)\) erhält, wie dann auch sein soll, die \textit{Poincaré}sche Form des Fehlergesetzes. Für \(\beta\left(\frac{x}{z}\right)=\left(\frac{x}{z}\right)^p\) findet man \[ z=\root{p}\of{\frac{x_1^p+x_2^p+\cdots +x_n^p}{n}} \] und \[ \varphi(z,x)=\theta(x)e^{xpA(z)+B(z)}, \] wobei \[ A'(z)z^p+B'(z)=0 \] sein muß. Endlich erhält man für \(\beta \left(\frac{x}{z}\right)=\log\left(\frac{x}{z}\right)\) \[ z=\root{n}\of{x_1 x_2 x_3\dots x_n.} \] In diesen Fällen treten noch zwei willkürliche Funktionen auf. Will man aber die Annahme zulassen, daß \(\varphi(z,x)\) für \(z=x\) ein Maximum hat, so erhält man z. B. für \(\beta\left(\frac{x}{z}\right)=\frac{x}{z}\): \[ \varphi (z,x)=Ce^{A(x)-A(z)+A'(z)(z-x)}, \] worin nur noch eine willkürliche Funktionen \(A\) auftritt. Hiebei wird \(\varphi(z,z)=C\), d. h. die Wahrscheinlichkeit, den wahren Wert \(z\) als Beobachtungswert zu bekommen, ist unabhängig von diesem Werte.
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