Anwendung des erweiterten Euklidischen Algorithmus auf Resultantenbildungen. (Q1494909)

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scientific article; zbMATH DE number 2643437
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    Anwendung des erweiterten Euklidischen Algorithmus auf Resultantenbildungen.
    scientific article; zbMATH DE number 2643437

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      Anwendung des erweiterten Euklidischen Algorithmus auf Resultantenbildungen. (English)
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      1907
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      Der Verf. hat früher (F. d. M. 29, 179, 1898, JFM 29.0179.03) eine Fortsetzung und Erweiterung des \textit{Jacobi}schen Algorithmus für den größten gemeinsamen Teiler von mehr als zwei ganzen Zahlen gegeben. Es handelt sich hier um eine Ausdehnung in anderer Richtung, indem die Zahlen ersetzt werden durch ganze Funktionen einer Variable \(x\). Um gleich das Hauptergebnis anzuführen, so gelingt es auf diesem Wege, den größten gemeinsamen Teiler \(\delta(x)\) von \(k\) vorgelegten ganzen Funktionen \(r_{i}(x) \quad (i=0,1,2,\dots,k-1)\) in einfacher und übersichtlicher Weise als lineare Kombination der \(r_{i}\) darzustellen und hieraus die notwendigen und hinreichenden Bedingungen dafür abzuleiten, daß\ die \(r_{i}\) einen größten gemeinsamen Teiler \(\delta\) von vorgegebenen Grade besitzen. Es beruht das darauf, daß\ jeder der Reste des Algorithmus, insbesondere jeder der \(k-1\) letzten Reste \(R\), als lineare homogene Kombination der \(k\) gegebenen Formen darstellbar ist, wo die Koeffizienten ganze Funktionen von \(x\) sind, die einfache Rekursionsgesetze befolgen. Das gleichzeitige Verschwinden der \(k-1\) letzten Reste \(R_{1},R_{2},\dots,R_{k-1}\) gibt die \(k-1\) notwendigen und hinreichenden Bedingungen für die Existenz eines von einer Konstante verschiedenen größ\ ten gemeinsamen Teilers der \(k\) vorgelegten Formen \(r_{0},r_{1},\dots,r_{k-1}\); sind diese Bedingungen erfüllt, so liefert der nunmehrige letzte, d. i. nicht verschwindende Rest jenen größten gemeinsamen Teiler der Formen \(r\). Unter einer ``Partialresultante'' \(R\) der gegebenen Formen \(r\) werde irgendeine ganze Funktion der Koeffizienten dieser \(r\) verstanden, die verschwindet, sobald diese Formen oder auch nur einige \((\geqq 2)\) derselben eine gemeinsame Wurzel besitzen. Dann ist auch jede Partialresultante \(R\) aus den vorgelegten Formen \(r\) linear und homogen komponierbar, so daß\ die Koeffizienten wiederum Formen sind, und umgekehrt läßt sich eine Partialresultante \(R\) der \(r\) durch eine solche Identität definieren. Daraufhin läßt sich irgendeine Partialresultante \(R\) der \(r\) linear und homogen durch die \(k-1\) letzten Reste \(R_{i}\) darstellen, zunächst vorausgesetzt, daß\ \(R\) noch mit einer geeigneten Form multipliziert ist. Indessen läßt sich zeigen, daß\ die letztere Form auf eine Konstante reduzierbar ist. Diese Theorie der Partialresultanten läßt sich noch weiter vereinfachen, indem sich an Stelle der letzten Reste \(R_{i}\) gewisse ``reduzierte letzte Reste'' \(P_{i}\) einführen lassen, die von erheblich geringeren Graden in den Koeffizienten der gegebenen Formen sind als die \(R_{i}\). Die Gesetze der Homogenität und des Isobarismus, die bei den Resultanten von zwei Formen gelten, übertragen sich ohne weiteres auf die \(R_{i}\) und die \(P_{i}\). Die Grade der \(R_{i}\), resp. \(P_{i}\) hängen nur von drei, resp. vier gewissen Zahlen ab und sind durch verhältnismäßig einfache zahlentheoretische Gesetze geregelt. Insbesondere bestehen die Grade der \(P_{i}\) nur aus gewissen Zahlen \(g\) und \(g+1\). Das einfachste Beispiel wird durch drei quadratische Formen \(r_{0}\), \(r_{1}\), \(r_{2}\) geliefert und wird ausführlich diskutiert. Die beiden reduzierten letzten Reste sind einmal die Determinante \(D\) aus den Koeffizienten der drei Formen, andererseits die Resultante \(R_{01}\) von \(r_{0}\) und \(r_{1}\). Wollte man ein System einfachster Partialresultanten \(R\) der \(r\), das \(D\) und \(R_{01}\) als Individuen enthält, ohne Benutzung des obigen Algorithmus herstellen, indem man direkt von dem Ansatze \(R\equiv A_{0}r_{0}+A_{1}r_{1}+A_{2}r_{2}\) ausginge, wo die \(A\) Linearformen in \(x\) sind, so tritt schon bei diesem Falle eine eigenartige Schwierigkeit auf. Soll sich die rechte Seite jener Identität auf eine Konstante der \(A\) linearen und homogenen Bedingungsgleichungen. Demnach wird \(R\) von der Gestalt \(\lambda_{0}S_{0}+\lambda_{1}S_{1}+\lambda_{2}S_{2}\), wo die \(\lambda\) Parameter, die \(S\) partikulare Partialresultanten sind. Tatsächlich kommen aber die drei Parameter \(\lambda\) nur in zwei (linearen) Verbindungen vor, so daß\ man auf zwei partikulare Partialresultanten \(D\) und \(R_{01}\) zurückkommt, aus denen sich alle übrigen zusammensetzen lassen. Diese Schwierigkeit ist allgemeiner Natur; es ergibt sich im allgemeinen stets eine zu große Anzahl von Parametern, die dann erst mühsam auf ihre richtige Anzahl zu reduzieren sind. Diese Schwierigkeiten werden durch den in Rede stehenden Algorithmus von selbst vermieden. Es werden die Partialresultanten von drei quadratischen Formen in einer, zwei und drei Variabeln genau untersucht. Durch eine Anzahl durchsichtiger Identitäten wird der Zusammenhang irgend zweier der Resultanten \(R_{a}\), \(R_{b}\), \(R_{c}\) von je zweiten der vorgelegten Formen mit der Partialresultante \(D\) ins Licht gesetzt. Aus diesen Identitäten lassen sich die verschiedenen Spezialfälle ohne weiteres entnehmen. Eine tiefere Einsicht in diese Zusammenhänge gewinnt man durch Hinzunahme einer, resp. zweier Hülfsvariabeln \(\mu\), resp. \(\mu\), \(\nu\). Seien demnach \(a_{0},a_{1},a_{2}\) ganze Funktionen von \(\mu\) vom resp. Grade 2, 1, 0, und entsprechend die \(b\) und \(c\). Die Grundformen \(f\), \(g\), \(h\) stellen durch ihr Verschwinden drei Kegelschnitte \(K_{a}\), \(K_{b}\), \(K_{c}\) dar. Die bezüglich \(\mu\) gebildete Resultante \(R(D,R_{c})\) zerfällt in zwei Faktoren. Von diesen ist der eine die (bez. \(\lambda\) und \(\mu\) gebildete) Resultante \(R_{abc}\) der drei Kegelschnitte, und \(R_{abc}\) erscheint als größter gemeinsamer Teiler der drei Resultanten \(R(D,R_{a})\), \(R(D,R_{b})\), \(R(D,R_{c})\). Werden die drei weiteren Faktoren mit \(\varrho_{a}\), \(\varrho_{b}\), \(\varrho_{c}\) bezeichnet, so ist \(\varrho_{c}\) auch ein Faktor der Diskriminante \(\varDelta_{c}\) von \(R_{c}\), während deren zweiter Faktor \(T_{c}\) die Taktinvariante von \(K_{a}\) und \(K_{b}\) ist, und \(\varrho_{a}\) erscheint als größter gemeinsamer Teiler von \(R(D,R_{a})\) und \(\varDelta_{a}\). Die Resultante \(R(R_{a},R_{b})\) zerfällt wiederum in zwei Faktoren, deren einer mit \(R_{abc}\) übereinstimmt. Bei einigen dieser Faktoren bleibt es noch zweifelhaft, ob sie nicht reduzibel, d. h. im vorliegenden Falle Potenzen einfacherer Faktoren sind. Diese Frage beantworten sich von selbst, sobald man noch eine zweite Hülfsvariable \(\nu\) in \(f\), \(g\), \(h\) einführt; in der Tat erweisen sich dann die \(\varrho\) als Quadrate irreduziber Ausdrücke. Man hat es nunmehr mit drei Flächen zweiten Grades \(F_{a}\), \(F_{b}\), \(F_{c}\) zu tun, und die obigen geometrischen Deutungen übertragen sich in geeigneter Weise auf den Raum. Mit diesen Hülfsmitteln läßt sich die innere Struktur der oben erwähnten grundlegenden Identitäten deutlich verfolgen. Es tritt so hervor, wie die Theorie der Partialresultanten von drei quadratischen Formen eng verbunden ist mit der Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung einerseits, mit der des Flächennetzes zweier Ordnung anderseits, und wie umgekehrt die erstere Theorie als Bindeglied zwischen den beiden letzteren erscheint.
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      Identifiers