Grundbegriffe der Mengenlehre. (Q1496469)

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scientific article; zbMATH DE number 2646345
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    Grundbegriffe der Mengenlehre.
    scientific article; zbMATH DE number 2646345

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      Grundbegriffe der Mengenlehre. (English)
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      1906
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      Diese Schrift ist gleichzeitig im 4. Heft der ``Abhandlungen der \textit{Fries}schen Schule'' erschienen; die Art der Anlage und der Darstellung ist infolgedessen mitbestimmt worden durch den Umstand, daß sie nicht nur für mathematisch geschulte Leser verständlich sein sollte. Nun ist ja freilich wahr, daß keine mathematische Disziplin so wenig Schulkenntnisse wie die Mengenlehre verlangt, da sie ja eigentlicht der Bildung aller mathematischen Begrifft vorausgehen müßte; indessen ist Ref. der Ansicht, daß doch erst nach einem sehr gründlichen mathematischen Studium Sinn und Verständnis für diese Untersuchungen erwachen, wie ja dieser Zweig der Forschung selbst erst nach einer mehr als zweitausendjährigen Entwicklung der Mathematik zu entstehen begann. Wird also ohne gründliche mathematische Vorbildung auch an der Hand dieser Schrift schwerlich jemand in die Mengenlehre einzudringen vermögen, so hat sich der Verfasser andrerseits durch diese Arbeit den kritisch interessierten Teil des mathematischen Publikums zu lebhaftestem Danke verpflichtet. Was das Buch auszeichnet, ist die Geschlossenheit und Flüssigkeit der Darstellung, die überall erkennen läßt, wie vollkommen der Verfasser sich erst den schwierigen Stoff zu eigen gemacht hat, ehe er an die Darbietung ging, und ferner die scharfsinnige Besprechung der allgemeinsten und der noch nicht hinreichend geklärten Fragen dieses bis tief in die Erkenntnislehre hineinreichenden Gebiets. In dieser Beziehung seien erwähnt die Abschnitte: unentscheidbare Disjunktionen; Darstellung von Dingen durch eine endliche Anzahl von Zeichen; die ``ultrafiniten'' Paradoxien, nämlich das Paradoxon von \textit{Russell} und das Paradoxon der Menge \(W\) aller Ordnungszahlen (in bezug auf das letztere ist Verf. der Ansicht, der sich Ref. anschließt, daß alle bisherigen Lösungsversuche als mißlungen zu betrachten sind); Auswahlprinzipien; die \textit{Cantor}schen Erzeugungsprinzipien (mit der These: der Versuch, die Reihe der ganzen Zahlen durch sukzessive Wiederholung einer und derselben Operation zu erzeugen, enthält ein petitio principii). Daneben erscheint besonders geglückt der einführende Teil mit den Postulaten des Verhältnisses vom Ganzen zu seinen Teilen, der Vergleichung und der Ordnung nebst den Grundsätzen, welche diese drei Beziehungen verknüpfen, und den sich daraus ergebenden Fragestellungen, ferner die Darstellung von \textit{Dedekinds} Theorie der ganzen Zahlen. Als neu sei der Nachweis erwähnt, daß der Kalkül mit transfiniten Ordnungszahlen auch für höhere Zahlklassen als die zweite gültig ist, und ferner ein Satz von \textit{E. Zermelo}, der hier zum ersten Male mitgeteilt wird: Eine wohlgeordnete Menge kann nicht auf eine Teilmenge derart ähnlich abgebildet werden, daß einem ihrer Elemente ein vorangehendes entspricht. Das Schlußkapitel enthält eine Wiedergrabe und kritische Würdigung des vielbesprochenen Beweises von \textit{E. Zermelo}, daß jede Menge wohlgeordnet werden kann (Math. Ann. 59, 514; F. d. M. 35, 88, 1904, JFM 35.0088.03). Die Anwendungen der Mengenlehre auf Geometrie und Funktionentheorie darzustellen, hat Verf. absichtlich unterlassen, da es ihm eben in erster Linie auf die prinzipiellen Fragen ankam. Literaturnachweise sind nur sehr wenige gegeben. Das Letztere ist der durchaus selbständigen Verarbeitung des Stoffes sicherlich zugute gekommen; nur bei der polemischen Besprechung von Fragen, die gerade jetzt im Vordergrund des Interesses stehen, wie z. B. der Frage nach der Menge \(W\), würden wohl etwas mehr Hinweise erwünscht sein.
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