Abstrakte Geometrie. Untersuchungen über die Grundlagen der euklidischen und nichteuklidischen Geometrie. (Q1501541)
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scientific article; zbMATH DE number 2650687
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Abstrakte Geometrie. Untersuchungen über die Grundlagen der euklidischen und nichteuklidischen Geometrie. |
scientific article; zbMATH DE number 2650687 |
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Abstrakte Geometrie. Untersuchungen über die Grundlagen der euklidischen und nichteuklidischen Geometrie. (English)
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1905
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Verf. gibt einen axiomatischen Aufbau der Geometrie. Die Axiome werden nacheinander eingeführt, und bei jedem einzelnen wird die Unabhängigkeit von den vorhergehenden geprüft. Der Nachweis der Unabhängigkeit wird, wie bei \textit{Hilbert}, durch Aufstellung sogenannter ``arithmetischer'' Geometrien erbracht, für welche das zuletzt eingeführte Axiom im Gegensatz zu den vorhergehenden nicht besteht. Die beständig notwendige Heranziehung der Arithmetik ließ\ es vorteilhaft erscheinen, das Buch mit einem Abschnitt über die Grundlagen der Arithmetik einzuleiten. Den Ausgangspunkt bilden hier der allgemeine Mengenbegriff und der Begriff der geordneten Mengen. Dabei werden aber nicht nur wie sonst \textit{linear}, sondern auch \textit{planar} und \textit{überplanar} geordnete Mengen definiert und auch in den späteren Teilen dieses ersten Abschnittes, welch den Mengen mit Kompositionsgesetzen gewidmet sind, weiter studiert. Diese werden stufenweise eingeführt, indem zunächst ``Gruppen'', d. h. Systeme mit \textit{einem} Kompositionsgesetzen, Addition und Multiplikation unter Voraussetzung des distributiven Gesetzes, endlich Größensysteme, bei denen noch ein gewisses Anordnungsaxiom hinzukommt, untersucht werden. Die beiden folgenden Abschnitte behandeln die projektive Geometrie. Die Teilung erfolgt in der Weise, daß\ im ersten dieser Abschnitte nur Verknüpfungsaxiome eingeführt werden, während die Sätze der Anordnung dem zweiten vorbehalten bleiben. Als eines der Hauptergebnisse des ersten Abschnitts sei der Nachweis erwähnt, daß\ jeder Schließungssatz auf Grund des \textit{Desargues}schen und \textit{Pascal}schen Satzes bewiesen werden kann. Dabei wird unter ``Schließungssatz'' eine Aussage verstanden, daß\ man durch zwei verschiedene Konstruktionen, von denselben Grundelementen (Punkten, Geraden, Ebenen) ausgehend, zu demselben Element gelangt. Es wird ferner gezeigt, daß\ auf Grund der eingeführten Verknüpfungsaxiome der \textit{Pascal}sche Satz oder der mit ihm gleichwertige Fundamentalsatz der projektiven Geometrie nicht bewiesen werden kann. Im folgenden Abschnitt handelt es sich nun darum, zu untersuchen, welche Anordnungsaxiome hinzugenommen werden müssen, um den \textit{Pascal}schen Satz beweisbar zu machen. Es zeigt sich, daß\ die Voraussetzung der \textit{Meßbarkeit} nicht erforderlich ist, sondern, daß\ ein weniger forderndes Axiom, vom Verf. unter der Bezeichnung ``\textit{Grundsatz der relativen Dichte}'' eingeführt, ausreichend ist. Der vierte Abschnitt ist als ``affine Geometrie'' bezeichnet. Hierunter versteht Verf. die Gesamtheit derjenigen Sätze, welche man unter Zugrundelegung der projektiven Geometrie erhält, wenn man in dieser noch eine Scheidung in eigentliche und uneigentliche Elemente vornimmt, bei welcher gewisse Grundsätze erfüllt sind. Diese besagen, daß\ durch einen eigentlichen Punkt nur eigentliche Geraden und Ebenen, d. h. solche gehen, welche durch eigentliche Punkte bestimmt werden können, ferner daß\ auf einer Geraden ein eigentliches und ein uneigentliches Punktepaar einander nicht trennen können. Um die affine Geometrie zu begründen, genügen indessen diese Axiome noch nicht. Man könnte als weiteres Axiom hinzunehmen, daß\ alle eigentlichen Geraden von derselben Art sind, d. h. daß\ die Anzahl der auf einer eigentlichen Geraden liegenden uneigentlichen Punkte entweder für jede \(=0\), oder für jede \(=1\), oder für jede \(>1\) (und dann \(\infty\)) ist. Da es jedoch nicht angängig erscheint, diesen Satz als Axiom einzuführen, so wird ein anderes Axiom, welches empirisch begründet werden kann, und auf Grund dessen jener Satz beweisbar wird, aufgestellt. Dieses Axiom besagt; Hat man drei eigentliche Elemente, einen Punkt \(P\), eine Gerade \(g\), eine Ebene \(\varepsilon\) in inzidenter Lage, und bezeichnet \(P', g', \varepsilon'\) ein ebensolches Tripel, so gibt es eine Kollineation (nämlich eine Bewegung), welche eigentliche Elemente nur in eigentliche und speziell das Tripel \(P, g, \varepsilon\) in das Tripel \(P', g', \varepsilon'\) überführt. Unter Hinzunahme dieses Grundsatzes läßt sich nun die affine Geometrie tatsächlich vollständig begründen. Im fünften und letzten Abschnitt ergibt sich unter Zugrundelegung der Kongruenzaxiome die metrische Geometrie und ihre Spaltung in die elliptische, welche uneigentliche Elemente nicht enthält, und die beiden affin-metrischen: die parabolische und hyperbolische.
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