Zur hydrodynamischen Theorie der Schmiermittelreibung. (Q1503147)

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scientific article; zbMATH DE number 2654822
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    Zur hydrodynamischen Theorie der Schmiermittelreibung.
    scientific article; zbMATH DE number 2654822

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      Zur hydrodynamischen Theorie der Schmiermittelreibung. (English)
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      1904
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      Für das Moment des Reibungswiderstandes uni die Achse des Zapfens wird folgende Formel (Gesetz der trockenen Reibung) benutzt: \[ M = \mu rP,\tag{I} \] wo \(r\) den Zapfenradius, \(P\) den Zapfendruck bedeutet und \(\mu\) als Reibungskoeffizient bezeichnet wird. Petroff dagegen hat die Formel gegeben (Gesetz der Flüssigkeitsreibung): \[ M = \lambda rFU/\delta,\tag{II} \] wo \(U\) die Umfangsgeschwindigkeit des Zapfens, \(\delta\) die Dicke der Schmierschicht, \(F\) die von dem Schmiermittel benetzte Fläche des Zapfenumfanges. Die Arbeit zeigt, daß die von Petroff angebahnte hydrodynamische Theorie der Schmiermittel bei folgerichtiger Ausgestaltung den Gegensatz zwischen den Gesetzen der trockenen und der Flüssigkeitsreibung aufzulösen vermag, daß nämlich diese Theorie der Formel (II), als Ausdruck des Reibungsmomentes bei hinreichend großer Zapfengeschwindigkeit, die Formel (I) als Grenzwert desselben Ausdrucks bei hinreichend kleiner Geschwindigkeit liefert. Der in (I) vorkommende Reibungskoeffizient ergibt sich in bestimmter Weise als eine aus den Abmessungen des Lagers zu berechnende Verhältniszahl. Die eigentliche und einzige physikalische Konstante ist die Konstante \(\lambda\) der inneren Reibung des Schmiermittels. Die Untersuchung zeigt ferner, daß es eine bestimmte Geschwindigkeit gibt, bei welcher die Reibungswirkung zu einem Minimum wird; unterhalb dieser Geschwindigkeit gilt mit hinreichender Näherung die Formel (I), oberhalb derselben mehr oder minder genau die Formel (II). Die Größe dieser Geschwindigkeit kleinster Zapfenreibung, welche als Übergangsgeschwindigkeit bezeichnet wird, hängt von der Größe des Zapfendrucks, den Dimensionen des Lagers und der Beschaffenheit des Schmiermittels ab; sie wächst mit wachsendem Zapfendruck und zunehmender Dünnflüssigkeit des Schmiermittels. Geschwindigkeiten unterhalb dieser Übergangsgeschwindigkeit können als kleine, Geschwindigkeiten oberhalb derselben als große bezeichnet werden. Bei den schnell laufenden elektrischen Maschinen befindet man sich stets oberhalb der Übergangsgeschwindigkeit, im Betriebe der Dampfmaschinen unterhalb derselben. Die Untersuchung knüpft im mathematischen Ansatz des Problems an eine Arbeit von Osborne Reynolds an (Scientific Papers 2, 228). Die Durchführung weicht von Reynolds ab; die unübersichtlichen und mühsamen Reihenentwicklungen dieses Forschers werden zum Teil durch Integrationen in geschlossener Form, zum Teil durch direkte Zahlenrechnungen ersetzt. Auf diese Weise wird die hydrodynamische Theorie der Lagerreibung wesentlich einfacher und zugänglicher. Die elastische Deformation der Lagerschale und der Einfluß der Temperatur auf das Schmiermittel sind bei diesem Versuche, die Tragweite der rein hydrodynamischen Theorie festzustellen, nicht berücksichtigt worden. Eine wichtige Folgerung der Theorie, die sich im großen und ganzen in guter Übereinstimmung mit der Erfahrung befindet, ist diese: Es kommt nicht auf die Geschwindigkeit allein oder nicht auf den Zapfendruck allein an, sondern auf das Verhältnis beider, oder genauer gesagt, auf das Verhältnis \(Ur^2\lambda/P\delta^2\), welches eine unbenannte Zahl ist.
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