Das statische und das kinetische Maß für die Wirkung eines Muskels, erläutert an ein- und zweigelenkigen Muskeln des Oberschenkels. (Q1508147)
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scientific article; zbMATH DE number 2660957
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| default for all languages | No label defined |
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| English | Das statische und das kinetische Maß für die Wirkung eines Muskels, erläutert an ein- und zweigelenkigen Muskeln des Oberschenkels. |
scientific article; zbMATH DE number 2660957 |
Statements
Das statische und das kinetische Maß für die Wirkung eines Muskels, erläutert an ein- und zweigelenkigen Muskeln des Oberschenkels. (English)
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1902
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Fortsetzung der gründlichen und umfassenden Untersuchungen des Verf., über welche im Jahrbuch regelmäßig referiert ist, zuletzt in 32, 745, 1901 (siehe JFM 25.1455.03, JFM 27.0587.01, JFM 28.0665.03, JFM 30.0677.01, JFM 31.0715.01 und JFM 32.0745.01). Zuerst wird an den gebräuchlichen Methoden zur Bestimmung der Wirkung eines Muskels Kritik geübt; dann wird im zweiten Teile der Arbeit das statische und das kinetische {Maß} der Wirkung eines Muskels definiert, im dritten das kinetische {Maß} am zweigliedrigen System abgeleitet. Die Abschnitte IV und V dienen zur Erforschung des statischen und des kinetischen Maßes der Oberschenkelmuskeln. Der VI. Abschnitt ist, wie in den früheren Abhandlungen, einem ausführlichen Rückblick gewidmet. Für diese Berichte müssen wir uns mit einigen Angaben aus den Abschnitten II und III begnügen, wobei wir den betreffenden Stellen des Rückblickes folgen. Die einzige exakte Methode für die Bestimmung der Wirkungsweise eines Muskels bei isolierter Kontraktion aus der Ruhe besteht darin, daß\ man sich durch möglichst genaue Messungen an geeigneten Präparaten Aufschluß\ über die mechanischen Verhältnisse verschafft, unter denen der Muskel bei seiner Kontraktion zur Wirkung gelangt. Dann ist es ein rein mechanische Problem, festzustellen, welche Bewegungen notwendigerweise eintreten müssen, wenn der Muskel sich kontrahiert und außer ihm keine anderen Kräfte auf die in Bewegung zu setzenden Körperteile einwirken. Jeder Muskel wirkt auf die Körperteile, die er beeinflußt, mit Kräftepaaren ein. Daher sind aus den Daten der direkten Messungen diese Kräftepaare abzuleiten und die Achsenmomente derselben zu bestimmen. Die letzteren stellen die Drehungsmomente dar, welche der Muskel auf die verschiedenen Körperteile ausübt. Die Drehungsmomente stellen in ihrer Gesamtheit nur ein statisches {Maß} für die Wirkung eines Muskels dar. Das {Maß} der eintretenden Gelenkbewegungen, welches man als kinetisches {Maß} für die Wirkung des Muskels bezeichnen kann, hängt dagegen außer von den Drehungsmomenten noch von Größen ab, welche mit den Massen und der Massenverteilung innerhalb der einzelnen Körperteile zusammenhängen. Für ein zweigliedriges System, welches gegen einen nahezu festbleibenden dritten Körperteil nur Bewegungen um eine Achse ausführt, und bei dem die beiden Glieder durch ein Scharniergelenk mit paralleler Achse verbunden sind, genügen zwei Größen zur Charakterisierung des Einflusses der Massen und der Massenverteilung auf die Bewegung. Versteht man unter \(l_1\) die Länge des um die feste Achse drehbaren Gliedes, unter \(\sigma_1\) die Länge des mathematischen Pendels, welches gleiche Schwingungsdauer mit diesem Glied besitzt, wenn man in der Achse des beide Glieder verbindenden Gelenkes die Masse des anderen Gliedes konzentriert und dem ersten hinzugefügt denkt, ferner unter \(\sigma_2\) den Abstand des Richtpunktes des zweiten Gliedes vom Mittelpunkt des Zwischengelenkes und endlich unter \(\sigma_2\) die Länge des mathematischen Pendels, welches mit dem zweiten Gliede gleiche Schwingungsdauer besitzt, so sind die beiden maßgebenden Konstanten durch die Verhältniszahlen \(\sigma_1/\varrho_2\) und \(\sigma_2/l_1\) dargestellt. In dem vorstehenden ist der Weg gekennzeichnet, den der Verf. bei seinen Untersuchungen eingeschlagen hat. Mit mathematischen, physikalischen und anatomischen Kenntnissen ausgerüstet, im Experimentieren wohl erfahren, hat er auch diese Arbeit mit Erfolg vollendet und seine Ergebnisse in klarer Darstellung der Öffentlichkeit übergeben. Die von ihm benutzten graphischen Methoden werden in den musterhaft ausgeführten zwölf Tafeln, die der Schrift beigegeben sind, vortrefflich zur Anschauung gebracht.
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