Über Gasstrahlen. (Q1508263)
From MaRDI portal
| This is the item page for this Wikibase entity, intended for internal use and editing purposes. Please use this page instead for the normal view: Über Gasstrahlen. |
scientific article; zbMATH DE number 2661075
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| default for all languages | No label defined |
||
| English | Über Gasstrahlen. |
scientific article; zbMATH DE number 2661075 |
Statements
Über Gasstrahlen. (English)
0 references
1902
0 references
Verf. gibt eine Methode der Lösung des Problems von der Bewegung eines idealen Gases unter folgenden Bedingungen: Die Masse des Gases ist unendlich groß, die Strömung ist permanent und wirbellos, überall parallel einer Ebene; der Strom ist durch gerade Wände begrenzt, von welchen das Gas in Form von Strahlen sich ablöst; der thermische Prozeß\ ist adiabatisch (der Druck \(p\) wird mit der Dichtigkeit \(\varrho\) durch die Formel \(p =k\varrho^{\gamma}\) verbunden). Indem der Verf. \(\tau\) als eine Größe, welche dem Quadrat der Geschwindigkeit proportional ist, und \(\theta\) als den Winkel der Geschwindigkeit mit der \(x-\)Achse als unabhängige Variabeln annimmt, findet er folgende Beziehungen: \[ \begin{aligned} \varrho & =\varrho_0(1-\tau)^{\beta},\quad \frac{\partial x}{\partial\varphi}=(1-\tau )^{\beta}\frac{\partial y}{\partial\psi},\quad \frac{\partial y}{\partial\psi}=-(1-\tau )^{\beta}\frac{\partial x}{\partial\psi}, \\ \frac{\partial\varphi}{\partial\theta}& =2\tau (1-\tau )^{-\beta}\frac{\partial\psi}{\partial\tau},\quad \frac{\partial\varphi}{\partial\tau}=-\frac{1-(2\beta +1)\tau}{2\tau}\;(1-\tau)^{-\beta -1}\;\frac{\partial\psi}{\partial\tau}, \end{aligned} \] wo \(\beta = 1/(\gamma -1),\;\varphi\) das Geschwindigkeitspotential, \(\psi\) die Strömungsfunktion bedeutet. Ferner beweist der Verf., daß\ die Gasströmung vollständig durch die Grenzbedingungen bestimmt wird, wenn die Gasgeschwindigkeit auf den Strahlenflächen kleiner als die entsprechende Schallgeschwindigkeit ist. [\(\tau_0\), der entsprechende Wert von \(\tau\), ist kleiner als \(1/(2\beta + 1)\).] Das Verhältnis des maximalen und minimalen Druckes wird hierbei kleiner als \(\left(\frac{2\beta +1}{2\beta}\right)^{\beta +1}\). Sodann erklärt der Verf. die Ursachen, infolge deren die permanente Bewegung unmöglich ist, wenn die oben erwähnte Bedingung nicht besteht. (Einige solcher unmöglichen Fälle werden vom Autor ausführlich behandelt.) Im Verlauf der ganzen folgenden mathematischen Analyse ist angenommen, daß\ die Bedingung \(\tau <1/(2\beta +1)\) besteht. Unter dieser Voraussetzung liefert der Verf. eine Methode der Lösung des Problems über die Gasstrahlen, so oft in dem entsprechenden Problem über die Wasserstrahlen die Funktionen \(\varphi\) und \(\psi\) durch folgende konvergierende Reihen \[ \begin{aligned} & \psi =A+B\theta +\varSigma B_n\left( \frac{\tau}{\tau_0}\right)^n\sin (2n\theta +\alpha_n), \\ & \varphi =C-B\lg\sqrt{\tau}-\varSigma B_n\left( \frac{\tau}{\tau_0}\right)^n\cos (2n\theta +\alpha_n ) \end{aligned} \] sich ausdrücken lassen. Das Gasstrahlenproblem wird unter denselben Grenzbedingungen durch folgende Formeln gelöst: \[ \psi =A+B_0+\varSigma B_n\left(\frac{\tau}{\tau_0}\right)^n \frac{y_n}{y_{n,0}}\sin (2n\theta +\alpha_n), \] \[ \varphi =C+B(1-\tau )^{-\beta}-\frac B2\int (1-\tau )^{-\beta}\frac{d\tau}{\tau}-(1-\tau )^{-\beta}\varSigma B_n\left( \frac{\tau}{\tau_0}\right)^n \frac{y_n}{y_{n,0}}\cos (2n\theta +\alpha_n). \] Hier ist \(y_n\) eine hypergeometrische Reihe \(F(a_n, b_n,2n+1,\tau )\), wobei \[ \alpha_n+b_n=2n-\beta,\quad a_nb_n=-\beta_n(2n+1); \] \[ y_{n,0}=F(\tau-0),\quad x_n=1+\frac{\tau}{ny_n}\;\frac{dy_n}{d\tau}. \] Dank einigen vom Verf. gefundenen Eigenschaften der Funktionen \(y_n\) und \(x_n\) werden die Reihen, welche die Funktionen \(\varphi\) und \(\psi\) bestimmen, absolut und gleichmäßig konvergierende Reihen. Alsdann gibt der Verf. eine Methode zu einer annähernden Bestimmung der Funktionen \(y_n\) und \(x_n\), indem er den Grad der Genauigkeit der in diesem Zwecke gegebenen Formeln zeigt. Die vom Verf. gefundene allgemeine Methode der Lösung des Gasstrahlenproblems wird durch zwei Beispiele erläutert: 1. die Bestimmung der Strömung der Gase aus einem unendlich großen Gefäße mit geraden Wänden, die auf einer und derselben Geraden liegen; 2. die Bestimmung des Druckes unendlicher Gasströme auf eine Platte. Im ersten Falle findet der Verf. folgende Stromfunktionen: \[ \frac{\pi}{Q}\;\psi =-\theta -\sum^{\infty}_{n=1}\;\frac 1n \left( \frac{\tau}{\tau_0}\right)^n\frac{y_n}{y_{n,0}}\,\sin 2n\theta \] und gibt eine genaue und darnach eine einfachere, annähernde Formel für die Kompression des Strahles, d. h. für das Verhältnis der Strahlenbreite in der Unendlichkeit zur Breite der Gefäßöffnung. Die letztere Formel ist folgende: \[ \frac ba=\frac{\pi}{\pi +2-5s_0+1,9s^2_0}, \] wo \(\beta = 2,\;5\) angenommen und \(s_0 + 1\) gleich dem Verhältnisse der absoluten Temperatur des Gases in den entfernten Punkten des Gefäßes und der absoluten Temperatur des Gases auf der Strahlenfläche ist. Die gegebene Formel drückt die Erscheinung gut aus, wie durch Vergleichung mit den Erfahrungsdaten folgt, auch in dem Falle, wenn der äußere Druck bedeutend kleiner ist als der von der Analyse geforderte (Versuch von \textit{Hirn}). Im zweiten Falle, wenn die Gasströmung symmetrisch um die Platte herumgeht, ergibt sich \[ \frac{\pi}{Q}\;\psi =\sum^{\infty}_{n=1}\frac 1n \left( \frac{\tau}{\tau_0}\right)^n\frac{y_n}{y_{n,0}}\sin 2n\theta (1-\cos 2nm), \] wo \(m\) in der gezeigten Weise mit der Breite \(l\) der Platte, mit der Geschwindigkeit \(v\) in den entfernten Punkten der Gasströmung und mit der Dichtigkeit \(\varrho_1\) des Gases in diesen Punkten verbunden ist. Der volle Druck \(R\) auf die Platte wird mit Hülfe der Funktionen \(x_{n,0}\) durch eine ziemlich komplizierte genaue Formel ausgedrückt. Indem die angenäherten Ausdrücke der Funktionen \(x_{n,0}\) und das Gas als unendlich angenommen werden, wird für \(R\) folgende einfachere Formel erhalten: \[ R=l\varrho_1v^2\;\frac{\pi}{\pi +4-10s+7s^2}. \] Hier ist \(\beta\) wieder gleich 2,5 genommen und \(s = \frac{v^2}{5c^2}\), wo \(c\) die Geschwindigkeit des Strahles in den entfernten Punkten des Stromes bedeutet. Diese Formel genügt gleichfalls den Erfahrungsdaten, auch in dem Falle, wenn die Geschwindigkeit des Stromes (oder die Geschwindigkeit der Platte in den umgebenden Gasen) bedeutend größer als die zulässige Grenzgeschwindigkeit ist, obschon die Umstande des Versuches dabei ganz verschieden sind (wie sich aus den Daten der Ballistik ergibt). Für Fälle, wo die Gasgeschwindigkeit nicht sehr groß\ ist (geringer als 100 Meter in der Stunde), benutzt der Verf. eine einfache angenäherte Methode zur Lösung des Problems über die Gasstrahlen. Diese Methode besteht in folgendem: Man kann, wie das der Verf. zeigt, annehmen, daß\ \[ \varphi +i\psi=f(\sigma +i\theta ), \] wo \[ i=\sqrt{-1},\quad \sigma =\int^{\tau_0}_{\tau}\;\frac{(1-\tau)^{\beta}}{\tau}d\tau. \] Die Vorteile dieser Methode bestehen darin, daß\ man sie auf beliebige Probleme von Gasströmen, welche durch gerade Wände begrenzt sind, anwenden kann. Diese Methode benutzt der Autor zur Bestimmung des Druckes eines Gasstromes auf eine Platte, indem die Geschwindigkeit des Stromes in sehr entfernten Punkten unter einem gegebenen Winkel zur Platte gerichtet ist. Hierbei wird die Druckkraft annähernd proportional dem Quadrat der Geschwindigkeit. (Der Proportionalkoeffizient ändert sich bis 2 Prozent, indem er schneller als die Geschwindigkeit wächst.)
0 references