On the theory of algebraic functions of one variable and \textit{Abel}ian integrals (Q1509747)

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scientific article; zbMATH DE number 2662779
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    On the theory of algebraic functions of one variable and \textit{Abel}ian integrals
    scientific article; zbMATH DE number 2662779

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      On the theory of algebraic functions of one variable and \textit{Abel}ian integrals (English)
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      1901
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      Der Verf. legt in dieser Abhandlung die Methoden dar, auf denen sich eine arithmetische Theorie der algebraischen Funktionen und der \textit{Abel}schen Integrale in voller Strenge und Allgemeinheit aufbauen läßt, und welche inzwischen in einem in Gemeinschaft mit dem Referenten verfaßten Lehrbuche ihre ausführliche Entwicklung und ihre Weiterführung gefunden haben. Nachdem die zu einer irreduktiblen algebraischen Gleichung \(f(x, y)=0\) gehörige \textit{Riemann}sche Fläche vermöge der Reihenentwicklungen der Funktion \(y\) konstruiert worden ist, erfolgt zunächst die bekannte Definition der Ordnungszahl, welche einer beliebigen Funktion des Körpers \(K(x,y)\) in einem gegebenen Punkte \({\mathfrak P}\) der \textit{Riemann}schen Fläche zukommt. Jedem Punkte \({\mathfrak P}\) wird ein gleich bezeichneter Primdivisor in der Weise zugeordnet, daß\ eine Funktion des Körpers durch die Potenz \({\mathfrak B}^\lambda\) teilbar genannt wird, wenn ihre Ordnungszahl in \({\mathfrak B}\) mindestens gleich \(\lambda\) ist; hierbei kann \(\lambda\) positiv, Null oder negativ sein. Eine Anzahl derartiger Potenzen von Primdivisoren kann zu einem algebraischen Divisor \[ {\mathfrak Q = \mathfrak P_1^{\lambda_1} \mathfrak P_2^{\lambda_2} \dots \mathfrak P}_h^{\lambda_h} \] der Ordnung \(\lambda_1 + \lambda_2 + \cdots + \lambda_h\) vereinigt werden. Jeder Funktion \(\xi\) des Körpers gehört alsdann ein bestimmter algebraischer Divisor der Ordnung Null zu. Umgekehrt aber braucht einem Divisor der Ordnung Null nicht ohne weiteres eine Funktion des Körpers zu entsprechen, vielmehr bilden also solche Divisoren im allgemeinen nur einen Teilbereich des Gebietes aller Divisoren der Ordnung Null, der als die Hauptklasse der Divisoren bezeichnet wird. Zwei Divisoren heißen äquivalent, wenn ihr Quotient der Hauptklasse angehört: äquivalente Divisoren haben gleiche Ordnung und lassen sich in eine Divisorenklasse vereinigen. Nach dieser Einteilung der Divisoren in Klassen besteht die Grundfrage der Theorie darin, zu entscheiden, ob in einer gegebenen Klasse \textit{ganze} Divisoren vorkommen, und wenn sie vorhanden sind, sie vollständig aufzustellen. Alle die hier eingeführten Begriffsbestimmungen erweisen sich als invariant gegenüber birationaler Transformation; wenn man also die gerade zu Grunde gelegte \textit{Riemann}sche Fläche umkehrbar eindeutig auf eine andere abbildet, so bleiben die Definitionen der Ordnungszahlen und der Äquivalenz unverändert bestehen. Um nun die oben gestellte Frage zu entscheiden, wird zunächst eine beliebige, aber bestimmte Variable \(x\) des Körpers vom Grade \(n\) und die zugehörige \(n\)-blättrige \textit{Riemann}sche Fläche \(\Re_x\) der Untersuchung zu Grunde gelegt und sodann das folgende Problem behandelt, das zunächst noch nicht invarianter Natur ist, dafür aber stets ein positives Resultat ergibt: Es sollen alle Funktionen des Körpers \(K(x, y)\) gefunden werden, welche in den Punkten \({\mathfrak P_1, \mathfrak P_2,} \dots, {\mathfrak P}_h\) mindestens die Ordnungszahlen \(\lambda_1, \lambda_2, \dots, \lambda_h\) haben und sonst für \textit{alle im Endlichen liegenden Punkte} von \(\Re_x\) regulär sind, während sie für \(x=\infty\) beliebiges Verhalten zeigen dürfen. Die Gesamtheit dieser Funktionen bildet ein zu dem Divisor \({\mathfrak Q} = {\mathfrak P_1^{\lambda_1} \mathfrak P_2^{\lambda_2} \cdots \mathfrak P}_h^{\lambda_h}\) gehöriges Ideal \(J(\mathfrak Q)\). Jedes Ideal besitzt ein Fundamentalsystem \(\eta_1, \eta_2, \dots, \eta_n\), derart, daß\ jede Funktion \(\eta\) des Ideals auf eine einzige Weise in die Form gesetzt werden kann: \[ \eta = u_1 \eta_1 + u_2 \eta_2 + \cdots + u_n \eta_n, \] worin \(u_1, u_2, \dots, u_n\) ganze Funktionen von \(x\) sind. Bezeichnet man die konjugierten Reihenentwicklungen von \(\eta_i\) mit \(\eta_i', \eta_i^{\prime\prime}, \dots, \eta_i^{(n)}\) und bildet die Determinante: \[ D=| \eta_i^{(k)} | \qquad (i,k = 1,2, \dots, n) \] so kann das Fundamentalsystem stets so bestimmt werden, daß\ für eine beliebige endliche Stelle \(x= a\) von \(\Re_x\) die Kolonnenteiler von \(D\) (das sind die größten gemeinsamen Teiler der \(n\) konjugierten Reihenentwicklungen von \(\eta_i\)) mit den Elementarteilern von \(D\) übereinstimmen. Es kann sogar so gewählt werden, daß\ modulo einer beliebig hohen Potenz von \(x-a\) das quadratische System \((\eta_i^{(k)})\) in so viele unzerlegbare Partialsysteme zerfällt, als verschiedene Primdivisoren in \(x-a\) enthalten sind. Sondert man alsdann aus dem Ideale \(J(\mathfrak Q)\) diejenigen Funktionen aus, welche sich auch im Unendlichen regulär verhalten, so erhält man die Gesamtheit der durch \(\mathfrak Q\) teilbaren Funktionen; dieselben bilden eine Funktionenschar: \[ c_1 \xi_1 + c_2 \xi_2 + \cdots + c_{\mu} \xi_{\mu}. \] Die Zahl \(\mu\) der in Schar enthaltenen linearer unabhängigen Funktionen heißt die Dimension der Schar und ist mit der Dimension \(\left\{ \frac 1Q \right\}\) der in der Divisorenklasse \(\frac 1Q\) enthaltenen linear unabhängigen ganzen Divisoren identisch. Bildet man zu einem Systeme \((\eta_i^{(k)})\) das reziproke, so gehört dasselbe zu einem zweiten Ideale \(J(\overline{\mathfrak Q})\), und die beiden Divisoren \(\mathfrak Q\) und \(\overline{\mathfrak Q}\) stehen in der Beziehung: \[ {\mathfrak Q} \overline{\mathfrak Q} = \frac{1}{{\mathfrak Z}_x}, \quad {\mathfrak Z}_x = \varPi {\mathfrak P}^{a-1}, \] wo \({\mathfrak Z}_x\) den Verzweigungsdivisor der \textit{Riemann}schen Fläche \(\Re_x\) bedeutet und das obige Produkt also über alle Punkte \(\mathfrak P\) von \(\Re_x\) in der Weise zu erstrecken ist, daß\ \(\alpha -1\) die Verzweigungsordnung des zugehörigen Punktes \(\mathfrak P\) bedeutet. Ist \(\mathfrak n_x\) der Nenner von \(x\), so ist einem \textit{Abel}schen Differentiale \(d\omega = \zeta dx\) des Körpers ein bestimmter Divisor \[ {\mathfrak W}_\omega = \zeta \cdot \frac{{\mathfrak Z}_x}{{\mathfrak n}_x^2} \] zugeordnet; alle diese sogenannten Differentialteiler gehören einer und derselben Klasse \(W\), der Differentialklasse, an deren Ordnung \(2p-2\) ist, wenn \(p\) das Geschlecht des Körpers ist. Divisorenklassen \(Q\) und \(Q'\), deren Produkt die Differentialklasse \(W\) ist, heißen Ergänzungsklassen; sind ihre Ordnungen \(q\) und \(q'\), so erscheint alsdann der \textit{Riemann-Roch}sche Satz in der Gestalt \[ \{ Q\} - \frac q2 = \{ Q' \} - \frac{q'}{2} \qquad (q+q' = 2p-2). \] Aus ihm lassen sich sodann die Aufstellung der Integrale der drei Gattungen und die zugehörigen Dimensionsbestimmungen mühelos ableiten.
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      Arithmetic theory of algebraic functions
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      Dedekind-Weber theory
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      algebraic function fields
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      linear systems
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      divisors
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      Abelian differentials
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