Ueber den Anschluss eines secundären Dreiecksnetzes an ein Hauptnetz. (Q1521599)

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scientific article; zbMATH DE number 2677648
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    Ueber den Anschluss eines secundären Dreiecksnetzes an ein Hauptnetz.
    scientific article; zbMATH DE number 2677648

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      Ueber den Anschluss eines secundären Dreiecksnetzes an ein Hauptnetz. (English)
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      1896
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      Die Verbindung des secundären Netzes mit dem Hauptnetz wird dadurch hergestellt, dass das erste auf das zweite derart conform abgebildet wird, dass die gleichnamigen Punkte zusammenfallen. Ist \(\zeta = f(z)\) die durch die Abbildung hervorgerufene Verschiebung in der Lage eines Punktes des Secundärnetzes, so muss für die \(n\) Anschlusspunkte \(\zeta\) die vorgeschriebenen Werte \(\zeta_1, \zeta_2, \dots, \zeta_n\) haben. Wählt man für \(\zeta\) eine ganze rationale Function \((n-1)\)sten Grades, so führt die Elimination der Constanten vermittelst der Grenzbedingungen auf die Lagrange'sche Interpolationsformel. In der Praxis ist die Anzahl der beiden Netzen angehörigen Punkte meistens beschränkt. Es werden daher im besonderen die Formeln für die Coordinatenverschiebungen abgeleitet, die sich beim Anschluss des secundären Netzes an 2, 3 und 4 feste Punkte ergeben. Jedoch sind auch kurz die Formeln entwickelt, die den Anschluss an \(n\) feste Punkte bewirken. Durch den Anschluss des zweiten Netzes an das Hauptnetz erfährt irgend eine dem Secundärnetz angehörige Seite, sie sei beobachtet oder berechnet, eine Aenderung ihrer linearen Länge und eine Verdrehung gegen ihre Anfangslage. Um diese Grössen zu bestimmen, werden allgemeine Formeln abgeleitet und im speciellen wieder auf den Anschluss bei 2, 3 und 4 Anschlusspunkten angewandt. Ist die Anzahl der anzuschliessenden Punkte sehr gross, so erfordert die angegebene conforme Uebertragung ziemlich umfangreiche Rechnungen; deshalb werden für diesen Fall zunächst zwei verschiedene Näherungsmethoden angegeben. Die erste besteht darin, dass das conforme Anschlussverfahren, das für zwei Punkte gilt, nach und nach auf sämtliche anzuschliessenden Punkte angewandt wird. Aus den \(\frac 12 \,n(n - 1)\) verschiedenen Lagen, die man auf diese Weise für irgend einen Punkt des secundären Netzes erhält, wird dann das Mittel genommen. Beim zweiten Verfahren werden die Punkte des Secundärnetzes mit denen des Hauptnetzes einfach durch die Beziehung \(\zeta = c_0 + c_1z\), wo \(c_0\) und \(c_1\) Constanten sind, in Verbindung gebracht. Es ist dies dasselbe, als wenn man die beiden Netze in ihren gemeinschaftlichen Teilen so auf einander legt, dass, während gleichzeitig der Massstab des einen Netzes geändert wird, die Summe der Quadrate der Abstände gleichnamiger Punkte von einander ein Minimum wird. Da bei diesen beiden Näherungen die Anschlusspunkte nach erfolgtem Anschluss nicht zur Deckung kommen, so wird endlich, um auch dies zu erreichen, noch ein drittes Verfahren eingeschlagen, dessen Resultate durch die folgenden Formeln dargestellt werden. Es seien \(x_k, y_k\) die Coordinaten eines Anschlusspunktes im Secundärnetz, \(\xi_k, \eta_k\) die an ihnen anzubringenden Verbesserungen, um die Uebereinstimmung mit dem Hauptnetz herzustellen, und \(x\), \(y\); \(\xi\), \(\eta\) die entsprechenden Werte für irgend einen beliebigen Punkt des Secundärnetzes; ferner sei \[ x_h - x_k = \varDelta x_{h \cdot k}, \quad y_h - y_k = \varDelta y_{h \cdot k} \quad \text{u. s. w.},, \] \[ s^2_{h \cdot k} = \varDelta x^2_{h \cdot k} + \varDelta y^2_{h \cdot k}, \quad r^2_k = (x - x_k)^2 + (y - y_k)^2\,, \] dann wird \[ \begin{aligned}\xi & = a_0 + a_1x + b_1y\, \\ \eta & = b_0 + b_1x + a_1y\,,\end{aligned} \] wo \[ \begin{aligned} & G = \varSigma g_k, \quad a_0 = (1/G) \varSigma g_k \xi_k, \quad b_0 = (1/G)\varSigma g_k\eta_k, \\ & a_1 = \frac {\varSigma g_hg_k\{\varDelta x_{h \cdot k} \varDelta \xi_{h \cdot k} + \varDelta y_{h \cdot k} \varDelta \eta_{h \cdot k}\}}{\varSigma g_hg_ks^2_{h \cdot k}} = \frac {\varSigma g_hg_ks_{h \cdot k} \varDelta s_{h \cdot k}}{\varSigma g_hg_ks^2_{h \cdot k}}\,, \\ & b_1 = \frac {\varSigma g_hg_k\{\varDelta x_{h \cdot k} \varDelta \eta_{h \cdot k} - \varDelta y_{h \cdot k} \varDelta \xi_{h \cdot k}\}}{\varSigma g_hg_ks^2_{h \cdot k}} = \frac {\varSigma g_hg_ks^2_{h \cdot k} \varDelta \vartheta_{h \cdot k}}{\varSigma g_hg_ks^2_{h \cdot k}}\end{aligned} \] ist. \(\varDelta s_{h \cdot k}\) und \(\varDelta \vartheta_{h \cdot k}\) sind die Aenderungen der linearen Länge und des Azimutes der Anschlussseite \(s_{h \cdot k}\); \(g_k\) bedeutet das Gewicht, das der Entfernung \(r_k\) beizulegen ist. Setzt man beispielsweise \(g_k = 1/r_k\), so stimmen beide Netze in den Anschlusspunkten überein. Die erhaltenen Formeln werden schliesslich benutzt, um die Punkte des thüringischen Netzes an die 4 Punkte Leipzig, Wilsdorf, Ettersberg und Inselsberg der hannoverisch-sächsischen Kette der Königlich Preussischen Landesaufnahme anzuschliessen. Es fand sich hierbei gute Uebereinstimmung mit den Werten, die sich ergeben, wenn das thüringische Netz durch strenge Ausgleichung mit dem Hauptnetze verbunden wird.
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