Zur Theorie der Kummer'schen Configuration und der orthogonalen Substitutionen. (Q1529271)
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scientific article; zbMATH DE number 2685427
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Zur Theorie der Kummer'schen Configuration und der orthogonalen Substitutionen. |
scientific article; zbMATH DE number 2685427 |
Statements
Zur Theorie der Kummer'schen Configuration und der orthogonalen Substitutionen. (English)
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1892
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Die Aufgabe, alle ganzen rationalen Invarianten einer Gruppe von linearen Transformationen aufzustellen, kann in zwei Teile zerlegt werden; erstens sind alle Invarianten zu suchen, in denen die Veränderlichen mit gegebenen Ordnungszahlen auftreten; zweitens hat man diese Invarianten als ganze rationale Functionen einer kleinsten Anzahl darzustellen. Von dieser Aufgabe behandelt der Verf. den ersten Teil in allgemeiner Form und macht davon Anwendung auf die Gruppe \(G_{16}\) der Kummer'schen Configuration. Kennt man die Invarianten der erzeugenden Transformationen \(S_1,S_2,S_3,\dots\) einer Gruppe \(G\), so sind Invarianten von \(G\) nur diejenigen, die allen diesen Substitutionen gemeinsam sind, die sich also durch Auflösung linearer Gleichungen ergeben. Alles ist daher darauf zurückgeführt, die Invarianten der einzelnen Substitutionen, resp. der zugehörigen Gruppen 1, \(S,\dots,S^{\mu-1}\) zu finden. Adjungirt man die \(\mu^{\text{ten}}\) Einheitswurzeln \(\varepsilon\) als rational bekannt, so kann man diese Invarianten folgendermassen bestimmen. Man denke sich die Transformation \(S\) so geschrieben, dass ihre Determinante 1 ist, also auch \(S^{\mu-1}=1\); ferner sei \(F=F^{(0)}\) irgend eine algebraische Form und \(F^{(0)},F^{(1)},\dots,F^{(\mu-1)}\) seien die Formen, die aus ihr durch obige Transformationen hervorgehen; alsdann ist jede Form \[ \begin{matrix}\l & \l & \l\\ \mu F_0 & = F^{(0)}+ & F^{(1)} + \cdots+ F^{(\mu-1)},\\ \mu F_1 & = F^{(0)}+ \quad\;\;\varepsilon & F^{(1)} + \cdots+ \varepsilon^{\mu-1}F^{(\mu-1)},\\ \hdotsfor3\\ \mu F_{\mu-1} & = F^{(0)}+ \varepsilon^{\mu-1} & F^{(1)} + \cdots+ \varepsilon^{(\mu-1)^2}F^{(\mu-1)},\end{matrix} \] sofern sie nicht identisch Null ist, Invariante der Gruppe. Es ergiebt sich daraus die folgende Reihenentwickelung von \(F\) nach Invarianten: \[ F = F_0 +F_2 +\cdots+ F_{\mu-1}. \] Es entstehen so aber auch alle Invarianten der Gruppe, d. h. es giebt bei vorgeschriebenen Ordnungszahlen von \(F\) höchstens \(\mu\) verschiedene Scharen von Functionen, denen die Invarianteneigenschaft zukommt. Es ist zweckmässig, neben den Formen \(F\) auch die ihnen dualistisch gegenüberstehenden Formen \(\varPhi\) zu betrachten; für sie bestehen ganz analoge Gleichungen, resp. eine ganz analoge Reihenentwickelung, wie für die Formen \(F\). Bildet man aus beiden die bilineare Invariante \([F,\varPhi]\), so besteht auch hier eine analoge Reihenentwickelung, nämlich \[ [F,\varPhi] = [F_0,\varPhi_0]+[F_1,\varPhi_1]+\cdots+[F_{\mu-1},\varPhi_{\mu-1}], \] während alle \([F_\kappa,\varPhi_\lambda] = 0\) sind, also \(F_\kappa\) und \(\varPhi_\lambda\) zu einander apolar sind, so oft \(\lambda<\kappa\). Man kann noch zeigen, dass beide Scharen von Invarianten gleich viele linear unabhängige Formen enthalten. Hiervon wird zunächst auf eine beliebige Gruppe, sodann ganz im besondern auf die Gruppe \(G_{16}\) der Kummer'schen Configuration Anwendung gemacht. Von dieser wird zunächst das vollständige Formensystem aufgestellt und erörtert; es besteht aus 42 Formen, nämlich aus den sechs Fundamentalcomplexen, den 10 Fundamentalflächen zweiten Grades, den nämlichen zehn Formen in Ebenencoordinaten, sowie den 16 bilinearen Formen, die, gleich Null gesetzt, die collinearen Transformationen der Gruppe in sich darstellen. Weiter werden die mit der Configuration zusammenhängenden Complexe und Flächen, sowie die zwischen ihnen bestehenden Identitäten erörtert. Für die Ermittelung der unabhängigen invarianten Flächen, durch die jede andere invariante Fläche nur noch auf eine Weise dargestellt werden kann, liefert die Benutzung der Coefficienten orthogonaler Substitutionen, die ja mit der Kummer'schen Configuration nahe zusammenhängen, eine elegante und einfache Methode.
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