Angelo Genocchi. (Q1534612)

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scientific article; zbMATH DE number 2691240
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    English
    Angelo Genocchi.
    scientific article; zbMATH DE number 2691240

      Statements

      Angelo Genocchi. (English)
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      1889
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      Angelo Genocchi wurde in Piacenza den 5. März 1817 geboren. Im Jahre 1838 erlangte er daselbst die juristische Doctorwürde und zwei Jahre später die Stellung eines Advokaten. Den 12. November 1845 wurde er als ausserordentlicher Professor in die juristische Facultät gewählt, welche sich damals in Piacenza befand, und im nächsten Jahre rückte er zum ordentlichen Professor des römischen Rechts in derselben Universität auf. Nach der Revolution von 1848 ging er nach Turin, wo er sich mit mathematischen Studien beschäftigte. Als erste Frucht seines einsamen Nachdenkens ergab sich eine Abhandlung über die Zahlentheorie, welche 1851 veröffentlicht wurde; dieser folgten rasch viele andere, so dass 1857 ihre Zahl auf vierzig stieg. Dem Rate J. Chiò's folgend, bewarb sich Genocchi in diesem Jahre um die Professur der Algebra und complementären Geometrie an der Universität Turin und wurde zum ausserordentlichen Professor den 29. November 1857 ernannt; bald nachher (20. August 1859) bekam er die ordentliche Professur. Im Jahre 1861 gab er diesen Unterricht auf, um über höhere Analysis zu lesen. Dann vertauschte er diesen Lehrstuhl mit dem, welcher für die Einleitung in die Infinitesimalrechnung, analytische Geometrie und höhere Algebra bestand; endlich bekam er 1865 den Lehrstuhl der Infinitesimalrechnung und trug hierüber bis zu seinem Tode (7. März 1889) vor. Dieses ist der Umriss des Lebens von Angelo Genocchi, wie er aus Herrn Siacci's Schrift (siehe JFM 21.0021.02) hervorgeht. Seine wissenschaftlichen Arbeiten sind sehr zahlreich; nach Siacci 174, zu denen jedoch, nach Peano's Angaben, drei weitere zuzufügen sind. Sie sind in den wichtigsten periodischen Sammlungen zerstreut erschienen. Ihre Gegenstände gehören grösstenteils der Zahlentheorie und Infinitesimalrechnung an; ihre Wichtigkeit erhellt aus den die allgemeine Anerkennung bezeugenden Beileidsschreiben, welche einige hervorragende Fachmänner (Hermite, Catalan, De Tilly, Kronesker, Brioschi, Tardy, Betti, Beltrami und Casorati) an Herrn Siacci gerichtet haben und welche dieser dem Lebensabriss zugefügt hat. Die grossen didaktischen Verdienste von Genocchi, welche von Herrn Siacci nur beiläufig erwähnt werden, bilden den hauptsächlichsten Gegenstand der Schrift von Herrn Peano, einem früheren Schüler und dem gegenwärtigen Nachfolger von Genocchi; der Referent, welcher das Glück hatte, Schüler von Genocchi zu sein, kann versichern, dass das Urteil über seine Lehrthätigkeit nicht durch eine blinde Liebe dictirt wurde, wohl aber der Ausdruck des Gefühls der Bewunderung und der Dankbarkeit ist, mit welchem alle diejenigen für ihn erfüllt sind, welche unter einem so meisterhaften Feldherrn zum Kampfe geschult worden sind.
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