Ueber singuläre Punkte der gewöhnlichen algebraischen Differentialgleichungen erster Ordnung und ersten Grades. (Q1542011)

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scientific article; zbMATH DE number 2698249
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    Ueber singuläre Punkte der gewöhnlichen algebraischen Differentialgleichungen erster Ordnung und ersten Grades.
    scientific article; zbMATH DE number 2698249

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      Ueber singuläre Punkte der gewöhnlichen algebraischen Differentialgleichungen erster Ordnung und ersten Grades. (English)
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      1887
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      Die Singularitäten der durch gewöhnliche Differentialgleichungen erster Ordnung definirten ebenen Curven treten, wenn die Gleichungen vom ersten Grade sind, nur an einzelnen singulären Punkten auf. Die vollständige, mit vielen Beispielen illustrirte Erörterung der Theorie dieser Punkte bildet den Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Die Differentialgleichung \[ Xdx + Ydy =0 \quad \text{oder} \quad X + pY =0, \] wo \(X\) und \(Y\) ganze Functionen von \(x\) und \(y\) sind, bestimmt für jeden Punkt \((x,y)\) eine einzige Fortschreitungsrichtung. Eine Ausnahme bilden die Schnittpunkte von \(X=0\), \(Y=0\), die sogenannten singulären Punkte. Sei der Anfangspunkte \(O\) \((x=0,y=0)\) einer derselben, und die Glieder niedrigster Dimension der nach den Potenzen von \(x\) und \(y\) geordneten Polynome \(X\) und \(Y\) resp. \(A(x,y)\) und \(B(x,y)\), beide homogene und vom \(n^{\text{ten}}\) Grade, so bilde man die homogene Gleichung \((n+1)^{\text{ten}}\) Grades \(Ax+By=0\); als Gleichung für \(y:x\) giebt sie \(n+1\) Werte von \(p\) im Punkte \(x=0\), \(y=0\), d. h. \(n+1\) besondere Ausgangsrichtungen der Integralcurven vom Punkte \(O\) aus. \(O\) ist also hier ein ``\((n+1)\)-facher Punkt'' allerdings in einem andern als dem üblichen Sinne. Verschwindet \(Ax+By\) identisch, dann ist \(p\) unbestimmbar und es gehen die Integralcurven in allen Richtungen von \(O\) aus. (Beispiel Basispunkt in einem Curvenbüschel.) Nennt man im allgemeinen Falle die \(n+1\) Wurzeln obiger Gleichung, die zunächst alle untereinander verschieden angenommen werden, \(\varrho_1,\dots,\varrho_{n+1}\), und ergiebt sich durch Zerlegung in Partialbrüche \[ \frac{B(1,z)}{A(1,z) + zB(1,z)} = \sum_1^{n+1} \frac{\beta_i}{z- \varrho_i}, \] so sind je nach den Vorzeichen der reellen Teile \((\beta-i)\) von \(\beta_i\) zwei Fälle zu unterscheiden: 1) alle \((\beta_i)\) sind positiv, dann geht nur eine einzige Integralcurve durch \(O\) und hat in diesem Punkte \(n+1\) Tangenten. (Individueller singulärer Punkt. 2) einige \((\beta_i)\) sind negativ, dann geht eine unendliche Anzahl Integralcurven durch \(O\). (Genereller singulärer Punkt.) Sind \((\beta_i),\dots,(\beta_m)\) positiv und \((\beta_{m+1},\dots,(\beta_{n+1})\) negativ, so berühren die Geraden \(y-\varrho_i x=0\) \((i=m+1,\dots,n)\) in \(O\) alle Integralcurven mit Ausnahme einer einzigen, welche die übrigen Geraden \[ y-\varrho_i x =0 \qquad (i=1,\dots,m) \] berührt. Die Geraden der ersteren Art werden `` generale'', die der zweiten ``individuelle Tangenten'' genannt. Die Modification, welche eintritt, wenn einige Wurzeln \(\varrho\) einander gleich werden, ergiebt sich ohne Schwierigkeit. Eine besondere Behandlung erfordert der Fall, dass \(A\) und \(B\) einen gemeinsamen linearen Factor haben, welcher, gleich Null gesetzt, dann die gemeinsame Tangente der Curven \(X=0\), \(Y=0\) (Specialtangente) darstellt. Ist \(y\) dieser Factor, so erscheint \(x=0\) als eine wesentlich singuläre Stelle für \(y\) als Function von \(x\). Die reellen Integralcurven berühren sämtlich die Specialtangente, aber immer nur an der einen Seite des singulären Punktes. Die angewandte Methode besteht darin, dass die gegebene Gleichung nach passender Substitution durch eine andere ersetzt wird, in der nur die Glieder niedrigster Dimension beibehalten werden, und die sich unmittelbar integriren lässt. Die im Vorhergehenden erhaltenen Resultate werden weiterhin graphisch veranschaulicht, indem die Vorzeichen von \(y'\) und \(y''\) vermittelst gewisser Ausdrücke bestimmt und die Formeln der Integralcurven in der Umgebung des singulären Punktes ermittelt werdem. Zur Vergleichung mit den von Herrn Poincaré (Resal J. (3) VII. 386) angewandten Bezeichungen wird bemerkt, dass dort nur der Fall \(n=1\) behandelt ist, die singulären Punkte also ``Doppelpunkte'' im oben erklärten Sinne sind. Die ``noeuds'' und ``cols'' des Herrn Poincaré sind Doppelpunkte mit reellen Tangenten, die ersten sind generelle, die letzteren individuelle singuläre Punkte. Die ``foyers'' sind Doppelpunkte mit imaginären Tangenten, die ``centres'' ein specieller Fall davon.
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