On the degree of convergence of variable series and degree of continuity of functions of two arguments. (Q1542068)
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scientific article; zbMATH DE number 2698309
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | On the degree of convergence of variable series and degree of continuity of functions of two arguments. |
scientific article; zbMATH DE number 2698309 |
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On the degree of convergence of variable series and degree of continuity of functions of two arguments. (English)
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1886
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Betrachtet man eine unendliche Reihe, deren einzelne Glieder Functionen von \(x\) sind: \[ U(x) = \sum_{p=1}^{\infty} u_p (x), \] so ist ihr Wert der Grenzwert, welchen die von \(x\) und \(n\) abhängige Grösse \[ U_n(x) = \sum_{p=1}^n u_p (x) \] für \(n=\infty\) annimmt. Setzt man \(n=\frac{1}{\varepsilon}\) und \(U_n(x) = \varphi(x,\varepsilon)\), so kann man sagen, dass die Untersuchung der Reihe \(U(x)\) auf die Untersuchung der von zwei Argumenten \(x\) und \(\varepsilon\) abhängenden Function \(\varphi(x, \varepsilon)\) hinauskommt. Dabei kann das zunächst unstetig veränderliche Argument \(\varepsilon = \frac 1n\) auch als stetig veränderlich gedaht werden, indem man für die zwischen \(\frac 1n\) und \(\frac{1}{n+1}\) liegenden Werte von \(\varepsilon\) dem Zeichen \(\varphi (x, \varepsilon)\) eine geeignete Bedeutung unterlegt. Es empfiehlt sich diese Bedeutung durch die Gleichung \[ \varphi(x,\varepsilon) = U_n (x) + \left( \frac{1}{\varepsilon} - n \right) [U_{n+1}(x) - U_n(x)],\; \left( \frac 1n > \varepsilon > \frac{1}{n+1} \right) \] festzusetzen. Es ist dann allgemein \[ \varphi(x,\varepsilon) = \int_0^y \psi (y) dy \quad \left( y= \frac{1}{\varepsilon} \right), \] wo \(\psi(y)\) die Function bezeichnet, welche für \(n<y<n+1\) gleich \(u_{n+1}\) ist. Mit Hülfe des Laplace'schen Integrals werden die Functionen \(\psi(y)\) und \(\varphi(x, \varepsilon)\) auch in expliciter Form dargestellt. Ferner ist zu bemerken, dass man, von der Function \(\varphi(x, \varepsilon)\) ausgehend, durch die folgenden Formeln zu der unendlichen Reihe übergeht: \[ u_1 = \varphi(x,1), \quad u_p = \varphi \left( x, \frac 1p \right) - \varphi \left( x, \frac{1}{p-1} \right), \] \[ \varphi \left( x, \frac 1n \right) = U_n(x), \quad \varphi(x,0) - \varphi \left( x, \frac 1n \right) = R_n(x); \] dabei bezeichnet \(R_n(x)\) den Rest \(\sum_{p=n+1}^{\infty} u_p (x)\) der Reihe. Ebenso wie die unendliche Reihe kann übrigens auch des Integral \[ \int_0^{\infty} f(x,y)dy \] auf eine Function zweier Argumente, nämlich auf \[ \varphi(x,\varepsilon) = \int_0^{\frac {1}{\varepsilon}} f(x,y) dy, \] bezogen werden. Es handelt sich nun darum, die Begriffe und Sätze über Fuctionen zweier Variabeln auf die Reihen zu übertragen. Die Function \(\varphi(x, \varepsilon)\) sei für das Gebiet \(0\leqq \varepsilon \leqq 1,\) \(a\leqq x \leqq b\) definirt und werde darüber hinaus nach Massgabe der Gleichungen \[ \varphi(x, -\varepsilon) = \varphi(x,\varepsilon), \quad \varphi (x,\varepsilon) = \varphi (a,\varepsilon) \; \text{für} \; x<a, \] \[ \text{und} \; \varphi(x,\varepsilon) = \varphi(b, \varepsilon) \; \text{für} \; x>b \] fortgesetzt. Um den Begriff der Stetigkeit zu übertragen, wird derselbe in folgende Form gebracht, deren Uebereinstimmung mit der üblichen Definition nachgewiesen wird: ``Die Function \(\varphi (x, \varepsilon)\) ist in dem Punkte \(x, \varepsilon\) stetig, wenn der Unterschied \(\varphi(x_1, \varepsilon_1) - \varphi(x, \varepsilon)\) mit gegen Null abnehmenden \(x_1 -x,\) \(\varepsilon_1 - \varepsilon\) bedingungslos unter jede Grenze sinkt, d. i. wie auch \(x_1 - x, \varepsilon_1 - \varepsilon\) gleichzeitig oder nach einander der Null sich nähern mögen.'' Die Uebertragung auf die Reihen lautet: Definition: ``Eine Reihe \(\sum_1^{\infty} u_p (x)\) heisse in einem Punkte \(x\) stetig convergent, in welchem der Rest \(R_n(x_1)\) mit \(x_1 -x\) und \(n^{-1}\) bedingungslos verschwindet.'' Hieran knüpft sich der folgende Satz: ``Wenn für jeden Punkt \(x\) eines Intervalls \(a \leqq x \leqq b\) eine Reihe \(\sum_1^{\infty} u_p (x)\) stetig convergirt, so giebt es eine von \(x\) unabhängige, monoton mit \(n^{-1}\) gegen Null abnehmende Function \(\varrho(x)\) der Art, dass \(R_n(x) = \varrho(n) .w_n(x)\), wo \(w_n(x)\) für \(a \leqq x \leqq b\) unter einer endlichen Schranke bleibt''. Die Gleichung \(R_n(x) = \varrho(n) w_n(x)\) drück die sogenannte ``gleichmässige Convergenz'' der Reihe aus. Statt dieser unzutreffenden Bezeichnung schlägt der Verfasser die andere ``stetige Convergenz in Intervallen'' vor; (ebenso wird statt ``gleichmässiger Stetigkeit'' die treffendere Bezeichnung ``Streckenstetigkeit'' oder ``lineare Stetigkeit'' eingeführt). Ferner empfehlen sich die folgenden Benennungen: ``Convergenzpunkt, Divergenzpunkt, Stetigkeitspunkt der Convergenz, Unstetigkeitspunkt der Convergenz'', Benennungen, deren Bedeutung aus dem Vorhergehenden klar ist. Aus dem oben genannten Satze ergiebt sich weiter der folgende: ``Wenn \(U_n(x)\), ohne dass die Reihe \(U(x)\) zu convergiren braucht, unter einer endlichen Schranke bleibt und die Reihe \[ \sum_1^{\infty} \int_{x_0}^x u_p (x) dx \] convergirt, so ist sie stetig convergent''. Die Voraussetzung dieses Satzes kann noch dahin eingeschränkt werden, dass die Convergenz der Reihe \[ \sum_1^{\infty} \int_{x_0}^x u_p (x) dx \] nur in einer Pantachie von Punkten \(x\) festzustehen braucht. Es handelt sich nun weiter darum, ein Mass für die Stärke der Convergenz einer Reihe zu finden. Zu diesem Zwecke wird zunächst der Stetigkeitsgrad einer Function definirt. Man setze \[ \varDelta \varphi(x, \varepsilon) = \varphi(x,0) - \varphi(x, \varepsilon) \] und verstehe unter dem Stetigkeitsgrad diejenige positive Grösse \(\varrho(x,\varepsilon)\), welche für jeden Wert \(\varepsilon\) gleich dem absolut grössten in dem Intervall zwischen \(\varepsilon\) incl. und 0 vorkommenden Wert von \(\varDelta \varphi (x, \varepsilon)\) ist. Man hat dann die Gleichung \[ \varphi(x,0) - \varphi (x, \varepsilon) = [\varrho (x,\varepsilon)] \varPhi (x, \varepsilon), \] wo \(| \varPhi(x, \varepsilon) | \leqq 1\) ist und bei Abnahme von \(\varepsilon\) nie aufhört \(\leqq 1\) zu werden. Diese Definition wird indessen noch so modificirt, dass \(\varrho(x, \varepsilon)\) mit \(\varepsilon\) stetig abnimmt und dass \(| \varPhi(x, \varepsilon) |\) entweder den Limes \((\varepsilon =0)\) Eins, oder die obere Unbestimmtheitsgrenze Eins haben soll, jedoch mit der Einschränkung, dass \(| \varPhi(x, \varepsilon) |\) in dem ganzen betrachteten Intervall von \(x\) für ein hinreichend kleines \(\varepsilon\) von 1 um eine beliebig kleine Grösse \(\delta\) verschieden sei und bleibe, oder unaufhörlich wiederkehrend Werte annehme, die von 1 um \(\delta\) oder weniger verschieden sind. Diese Festsetzung wird an einem Beispiel erläutert. Wenn der Stetigkeitsgrad einer Function ein Product von Functionen von \(\varepsilon\) und von \(x\) allein ist, so heisst die Function in gleichem Grade oder gleichmässig convergent. Von den hieran anknüpfenden Bemerkungen sei die auf den Fall \(\varphi(x, \varepsilon) = \varphi(x + \varepsilon)\) bezügliche hervorgehoben. Sei \[ \varphi(x) - \varphi(x + \varepsilon) = \varrho(x, \varepsilon)\varPhi(x, \varepsilon) \quad \text{und} \quad \lim_{\varepsilon =0}\;\varPhi(x, \varepsilon)=1, \] so kann die Function \(\varphi(x + \varepsilon)\) für \(\varepsilon =0\) nur dann in gleichem Grade stetig sein, wenn \(\varrho(x, \varepsilon) = \varepsilon \varrho_1 (x)\) ist. Die für die Functionen gegebenen Erklärungen übertragen sich nun ohne weiteres auf die Reihen. Der Convergenzgrad \(\varrho(x,n)\) einer Reihe wird durch die Gleichung \[ R_n(x) = [\varrho(x,n)] \varPhi(x,n) \] erklärt, wo für \(\varrho(x,n)\) und \(\varPhi(x,n)\) die Bestimmungen gelten, welche den oben für \(\varrho(x, \varepsilon)\), \(\varPhi(x,n)\) angegebenen entsprechen. Die Reihe heisst in einem Intervalle in gleichem Grade convergent, wenn \(\varrho(x,n) = \varrho(n) \varrho_1(n)\) und \(\varrho_1(x)\) in dem Intervalle unter einer endlichen Schranke bleibt. Es knüpfen sich hieran einige (an Beispielen erörterte) Betrachtungen über die Aenderung der Convergenz einer Reihe, wenn die Variable \(x\) variirt wird. Der Rest der Fourier'schen Reihe wird nun nach den aufgestellten Gesichtspunkten untersucht. Dabei ergeben sich folgende Sätze: ``Wenn \(f(x)\) in dem Intervall \(-\pi \cdots +\pi\) endlich und abteilungsweise monoton ist, wenn weiter \(\frac{f(x) - f(x+\beta)}{\beta}\) in einem hireichend kleinen Intervall \(-\beta_0 \dots + \beta_0\) von \(\beta\) ebenfalls endlich und nach \(\beta\) abteilungsweise monoton ist, so wird das Product von \(n\) in den Rest \(R_n(x)\) der Fourier'schen Reihe nicht unendlich''. ``Wenn \(f(x)\) im Intervall \(-\pi \dots +\pi\) endlich und abteilungsweise monoton ist und \(f'(x)\) in einer beliebig kleinen Strecke dieses Intervalls ebenfalls endlich und abteilungsweise monoton ist, so wird \(nR_n(x)\) für keinen inneren Punkt dieser Strecke mit \(n\) unendlich.'' Mit diesen Untersuchungen sind eine Reihe interessanter Bemerkungen über neuere Forschungen auf dem Gebiete der Fourier'schen Reihe verbunden. Der Schlussparagraph der inhaltsreichen Arbeit beschäftigt sich mit der Stetigkeit der Reihensumme. Aus den früheren Betrachtungen folgt zunächst der Satz: ``Die Function \(\sum_1^{\infty} u_p (x)= \varphi(x,0)\) ist für einen Punkt \(x\) des Intervalls \(a \leqq x \leqq b\) einschliesslich der Endpunkte \(a\) und \(b\) stetig, wenn die Reihe im Punkt \(x\) stetig convergent ist.'' Und hieraus specieller: ``Es ist, \(a \leqq x \leqq b\) gedacht, \[ \lim_{x=1}\;\sum_1^{\infty}\;u_p (x) = \sum_1^{\infty}\;u_p(a), \] wenn beide Reihen convergent sind, und \(u_{n+1}(x) + u_{n+2} + \cdots\) mit \(x-a\) und \(n^{-1}\) bedingungslos verschwindet.'' Ein Beispiel zu diesem Satze bildet der bekannte Abel'sche Satz: \[ \lim_{x=1} \;\sum_1^{\infty} a_p x^p = \sum_1^{\infty}\;a_p, \] wenn die Reihen convergiren, und \(a_1,a_2,\dots\) von \(x\) nicht abhängen. Dem Abel'schen Satz kann der Satz \[ \lim_{x=0}\;\int_0^{\infty} d\alpha\, e^{-xa} \varphi(\alpha) = \int_a^{\infty}\;d \alpha\, \varphi (\alpha) \] an die Seite gestellt werden, und ebenso den von Herrn Hölder gegebenen Verallgemeinerungen des Abel'schen Satzes eine Reihe allgemeinerer Formeln aus der Theorie der bestimmten Integrale. Weitere Anwendungen der Auffassung einer Reihe als Function zweier Variabeln auf die gliedweise Integration der Reihen hat der Verfasser teils in den Berichten der Berl. Akademie veröffentlicht, teils sollen dieselben bei späterer Gelegenheit migeteilt werden.
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Convergence of series of functions of two variables. Continuous functions of two variables
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