Ueber die Flächen vierter Ordnung mit einem dreifachen Punkte. (Q1546129)

From MaRDI portal

!

This is the item page for this Wikibase entity, intended for internal use and editing purposes. Please use the normal view instead:

scientific article; zbMATH DE number 2702541
Language Label Description Also known as
default for all languages
No label defined
    English
    Ueber die Flächen vierter Ordnung mit einem dreifachen Punkte.
    scientific article; zbMATH DE number 2702541

      Statements

      Ueber die Flächen vierter Ordnung mit einem dreifachen Punkte. (English)
      0 references
      0 references
      1883
      0 references
      Die Flächen \(n^{\text{ter}}\) Ordnung mit einem \((n-1)\)-fachen Punkte \(O\) stellen sich, wenn man den Coordinatenanfang in diesen Punkt legt, durch Gleichungen von der Form \[ (\text{I} ) \quad u_n+\sigma u_{n-1}=0 \] dar, wo \(u_n\) und \(u_{n-1}\) homogene Functionen \(n^{\text{ten}}\) und \((n-1)^{\text{ten}}\) Grades der gewöhnlichen Coordinaten sind, so dass \(u_n=0\) und \(u_{n-1}=0\) Kegel \(n^{\text{ten}}\) und \((n-1)^{\text{ten}}\) Grades darstellen, deren Scheitel im Anfangspunkt liegen. Diese Kegel haben im allgemeinen \(n(n-1)\) erzeugende Gerade gemein, welche, wie man ohne weiteres erkennt, auch auf der durch die Gleichung (I) dargestellten Fläche liegen. Dieses allgemeine Gesetz hat natürlich noch manche anderen Analogien für die charakterisirten Flächen zur Folge. Der Herr Verfasser hält es deshalb für zweckmässig, dieser Flächengattung einen besonderen Namen zu geben, und zwar nennt er sie ``Monoide'' \(n^{\text{ten}}\) Grades, und jene \(n(n-1)\) Geraden der Fläche, welche durch den \((n-1)\)-fachen Punkt hindurchgehen, nennt er die Hauptgeraden. Er hat sich nun in der vorliegenden Arbeit die Aufgabe gestellt, die gestaltlichen Verhältnisse der Monoide vierten Grades ohne und mit Singularitäten eingehend zu untersuchen. Ein solches Monoid, von dem im Folgenden ohne weiteren Zusatz des Grades gesprochen werden wird, besitzt 12 Hauptgerade \(g_1,g_2,\dots,g_{12}.\) Die Gleichung (I) enthält 24 Constante. Von den 12 Hauptgeraden können im allgemeinen neun beliebig angenommen werden. Durch diese ist der Kegel dritten Grades bestimmt, auf welchem dann noch zwei weitere Gerade beliebig gewählt werden können; alsdann ist die zwölfte bestimmt. Man kann nun noch über vier Constante verfügen, und demgemäss noch vier nicht in einer Ebene liegende Punkte der Fläche willkürlich geben; dann ist dieselbe bestimmt. Jede der 66 Ebenen, welche durch je zwei Hauptgerade der Fläche gehen, schneidet das Monoid noch in einem Kegelschnitt \(K_{1,2},K_{1,3},\) etc.; diese 66 Kegelschnitte gehen sämtlich durch \(O\). Ferner schneiden sich je zwei von ihnen, welche keinen Index gemeinsam haben, noch in einem andern Punkte. Durch je fünf der zwölf Hauptgeraden lässt sich ein Kegel zweiten Grades legen. Dieser hat mit dem Monoid noch eine Curve dritter Ordnung \(C_3\) Gemein, welche einfach durch \(O\) geht. Es giebt 792 solcher Curven, jede durch fünf Indices bestimmt. Nimmt man irgend zwei \(C_3\) mit ganz verschiedenen Indices, so schneiden sie sich noch in fünf Punkten, man kann deshalb durch sie eine Fläche zweiten Grades legen, welche noch denjenigen \(K_{h,i}\) aus dem Monoid ausschneidet, der mit ihnen keinen Index gemein hat. In ähnlicher Weise können Resultate durch die Betrachtung der Kegelbüschel durch vier Hauptgerade und gewisser Kegel dritter Ordnung gewonnen werden. Ein Monoid (vierter Ordnung) kann auch Gerade besitzen, welche nicht durch \(O\) gehen, und zwar dann und nur dann, wenn drei Hauptgerade in einer Ebene liegen, welche eben durch jene Geraden gehen. Es wird gezeigt, dass solcher Geraden höchstens 19 existiren können; und es wird ein derartigens Monoid thatsächlich bestimmt. Weiter wird die Zahl der sechsfach und fünffach Berührenden (sechstactischen und fünftactischen) Ebenen bestimmt. Nach diesen Betrachtungen werden zunächst die Singularitäten untersucht, welche ausserhalb des dreifachen Punktes liegen. Ein ausserhalb \(O\) liegender Knotenpunkt ist dann und nur dann vorhanden, wenn mindestens zwei von den zwölf Hauptgeraden zusammenfallen, also die Kegel \(u_3=0\) und \(u_4=0\) längs derselben einen gewöhnlichen Contact haben, und er liegt auf dieser (doppelt gedachten) Hauptgeraden. Fallen \(\xi\) Gerade zusammen, so dass also die Schnittcurven der Kegel mit einer beliebigen Ebene eine \(\xi\)-punktige Berührung haben, so hat die Fläche einen biplanaren Knoten von der Ordnung \(\xi\) (d. h. einen solchen, der die Klassenzahl um \(\xi\) erniedrigt); ein uniplanarer Knoten kann nicht eintreten, ohne dass das Monoid eine Doppelgerade besitzt, also auch eine Singularität im Punkte \(O\). Es wird nun eine einfache Regel über das gleichzeitige Auftreten der genannten Singularitäten aufgestellt. Zerlegt man nämlich die Zahl 12 auf ganz beliebige Art in Summanden, so hat man eine dieser Zerlegung entsprechende Form von Monoiden, bei welcher jedem Summanden über 1 ein Knoten entspricht, und zwar jedem Summanden 2 ein gewöhnlicher, jedem Summanden 3 ein biplanarer Knoten dritter Ordnung etc. Da z. B. \(12=5+3+2+1+1\), so giebt es Monoide mit einem gewöhnlichen und zwei biplanaren Knoten von den Ordnungen 3 und 5. Es werden die Gestalten derartiger Monoide z. B. mit sechs gewöhnlichen Knoten (d. i. einer Fläche, welche sich als specieller Fall des Cayley'schen Symmetroids erweist) u. a. eingehender untersucht. Um die Discussion der gestaltlichen Verhältnisse weiter durchführen zu können, führt der Herr Verfasser noch folgenden Begriff ein. Zwei algebraische Flächen sind gestaltlich gleich, wenn sie durch stetige Aenderung der Constanten ihrer Gleichungen in einander übergeführt werden können, ohne dass während der Ueberführung eine Singularität verschwindet, oder eine neue auftritt. Eine solche Aenderung wird kurz als eine stetige algebraische Aenderung bezeichnet. Es zeigt sich dann das folgende Gesetz. Alle Monoide vierter Ordnung, welche die gleichen Hauptgeraden besitzen, zerfallen in zwei Gruppen. Die Monoide jeder Gruppe sind gestaltlich gleich. Die eine Gruppe besteht aus Spiegelbildern der andern. Mit Hülfe dieses Gesetzes können alle Monoide mit gleichem Tangentialkegel in \(O\), also \(u_3 =0,\) gestaltlich verglichen werden, indem man den Hauptgeraden alle möglichen Lagen erteilt. Es ist dann noch nötig, die Monoide mit verschiedenen Tangentialkegeln in \(O\) zu vergleichen, wobei ein Hauptunterschied der ist, ob dieser Kegel \(u_3=0\) einteilig oder zweiteilig ist. Dies entscheidet nebst der Lage der Hauptgeraden die Gestalt. An der Hand dieser Hülfsmittel wird nun die sehr eingehende Discussion zunächst der Monoide ohne Singularität in \(O,\) dann derjenigen mit solchen Singularitäten durchgeführt. Den Schluss dieser Betrachtungen bildet die Untersuchung der Regelflächen vierter Ordnung mit einer dreifachen Geraden und die der Steiner'schen Fläche.
      0 references

      Identifiers