On some main points in the instruction of geometry. (Q1548840)
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scientific article; zbMATH DE number 2706359
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| default for all languages | No label defined |
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| English | On some main points in the instruction of geometry. |
scientific article; zbMATH DE number 2706359 |
Statements
On some main points in the instruction of geometry. (English)
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1881
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Der Verfasser hält einen propädeutischen Anschauungsunterricht für dringend geboten, als den Weg, auf dem das Vorurteil besiegt werden müsse, dass nur besondere Naturanlagen zur Mathematik befähigten. Derselbe soll nicht unmerklich in den exact logischen Unterricht übergeführt, sondern davon streng geschieden werden. Der Beweis soll bei denjenigen Sätzen beginnen, wo die Anschauung zur Einsicht nicht ausreicht, wo also der Zweck des Beweises von Anfang an ersichtlich ist. Vorher soll auch nicht der Schein erweckt werden, dass etwas bewiesen wäre. Es würde zur Klarheit des Folgenden sehr beitragen, wenn der Verfasser diese richtige Bemerkung vom Beweise auch auf die Definition als logisches Element ausgedehnt hätte . Gerade Linie und Richtung sollen nämlich mitgebrachte Grundbegriffe sein, der Winkel schon auf dem propädeutischen Standpunkt als Richtungsunterschied ``definirt'' werden. Dass eine solche Definition unrichtig ist, leuchtet ein. Hätte der Verfasser erklärt, es solle auch nicht der Schein erweckt werden, als wenn etwas definirt würde, so lag es nahe, das Verhältnis richtig zu stellen. Nicht durch den Richtungsunterschied wird begriffen, was ein Winkel ist, sondern umgekehrt der Winkel ist das Constructionsmittel, um den Richtungsunterschied aufzufassen und dadurch erst den Sinn der Richtung als eines mathematischen Begriffs zu verstehe n. Dann wird es sofort deutlich, dass die Länge der Schenkel gleichgültig ist; ausserdem ist man dann besser orientirt, um zu wissen, welche Definitionen und Beweise in der exacten Lehre für die Winkelsätze erfordert werden. Der Parallelensatz und seine nächsten Consequenzen für das Dreieck werden im propädeutischen Unterricht behandelt, sie sollen erläutert, nicht bewiesen werden; die Auskunftsmittel von Thibaut und S. Günther soll man dem Anfänger nicht darbieten. In Betracht der Methode der logisch exacten Geometrie will der Verfasser keine allgemeinen Grundsätze aufstellen, sondern nur specielle Punkte besprechen. Der erste ist die Incommensurabilität. Hier enthüllt er treffend und ausführlich die von Reidt (aber auch von andern Schriftstellern) gehegte Illusion, als ob das arithmetische Verfahren der Aufsuchung des grössten gemeinsamen Factors, auf Linien angewandt, ein Kriterium der Commensurabilität darböte. Er entscheidet sich dafür, den Fall der Incommensurabilität ganz zu ignoriren, weil er in der Wirklichkeit nie constatirt werden kann. Es ist dies der einzige Punkt, in welchem er die wissenschaftliche Wahrheit factisch, und zwar hier nur gegen Rücksichten der Bequemlichkeit, zurücksetzt, ohne es auszusprechen. In der Kritik der Ansichten von Reidt und Duda nimmt er hingegen stets den exact logischen Standpunkt ein. Dass irrationale Verhältnisse nur als Wurzelgrössen vorkämen, scheint eine nicht wohl überlegte Behauptung zu sein. Nicht nur das Verhältnis von Kreis und Radius widerlegt sie, es ist auch überhaupt ohne Unterschiebung des Unbewiesenen für Bewiesenes nicht möglich den Begriff des allgemeinen Linienverhältnisses zu entbehren. Fernere Gegenstände der Besprechung sind das Verfahren bei der Aehnlichkeitslehre, die Stellung der Proportionsglieder, die Einordnung der Lehre von der Flächengleichheit, desgleichen der Trigonometrie und Stereometrie, die Frage, ob die Goniometrie an das rechtwinklige Dreieck oder den Kreis anzuknüpfen habe, die Herleitung einiger Formeln, die Aufgabe für den Anfang der Stereometrie mehr Interesse zu wecken. Hier sind die Gesichtspunkte vorwaltend praktische.
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Didactics
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geometry
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incommensumbility
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