Theorie der Oberflächen zweiter Ordnung und der Raumcurven dritter Ordnung als Erzeugnisse Projectivischer Gebilde. Nach Jacob Steiner's Principien auf synthetischem Wege abgeleitet. (Q1551815)
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scientific article; zbMATH DE number 2708513
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| English | Theorie der Oberflächen zweiter Ordnung und der Raumcurven dritter Ordnung als Erzeugnisse Projectivischer Gebilde. Nach Jacob Steiner's Principien auf synthetischem Wege abgeleitet. |
scientific article; zbMATH DE number 2708513 |
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Theorie der Oberflächen zweiter Ordnung und der Raumcurven dritter Ordnung als Erzeugnisse Projectivischer Gebilde. Nach Jacob Steiner's Principien auf synthetischem Wege abgeleitet. (English)
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1880
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Dieses umfangreiche Werk kann als Fortsetzung der von demselben Verfasser bearbeiteten (bereits in zweiter Auflage erschienenen) Steiner'schen Vorlesungen über Kegelschnitte betrachtet werden; in weiterer Verfolgung des von Steiner in der Vorrede zu der ``systematischen Entwickelung'' angekündigten, aber nicht zur Verwirklichung gebrachten Planes, in einem folgenden (fünften) Theile auf Grund der von ihm aufgestellten Principien eine ausführliche Behandlung der Curven und Flächen zweiten Grades zu liefern, hat Herr Schröter unter (alleiniger) Vorarssetzung der in seinem früheren Werke für die ebenen Gebilde gewonnenen Resultate die einfachsten Erzeugnisse projectivischer Gebilde im Raume in sehr eingehender Weise nach Steiner'schen Principien behandelt. Hierzu stand ausser der in der ``systematischen Entwickelung'' gegebenen Grundlage für die Behandlung der geradlinigen Flächen zweiter Ordnung und den von Herrn Geiser in Borchardt J. LXVIII. 191 ff. veröffentlichten Manuscripten von Seiten Steiner's nichts zu Gebote; dagegen hat der Herr Verfasser den durch andere Geometer wie Chasles, Seydewitz, Möbius, Cremona, von Staudt u. A. aufgesammelten Schatz von Resultaten über die genannten räumlichen Gebilde, ebenso wie von ihm selbst herrührende, theils anderweitig veröffentlichte, theils in seinen Universitätsvorlesungen vorgetragene Ergebnisse nach Steiner's Principien einheitlich und ihrem naturgemässen Zusammenhange nach geordnet, so dass das Buch namentlich auch für die Einführung in dies Gebiet geometrischer Forschung geeignet ist, umsomehr, als die Darstellung ganz elementar gehalten ist und an passender Stelle literarische Hinweise gegeben sind. Das Werk ist in zwei (fast gleich starke) Abschnitte getheilt, von denen der eine der Behandlung der Elementargebilde erster Stufe, der andere der der Elementargebilde zweiter Stufe gewidmet ist. Demgemäss beginnt der erste Abschnitt mit der Untersuchung desjenige Gebildes von einfacher Mächtigkeit, welche zu den beiden Grundgebilden der ebenen Geometrie, der geraden Punktreihe und dem Strahlbüschel, im Raume als neues hinzutritt, nämlich des Ebenenbüschels, behandelt die perspectivesche Lage und dann die projectivische Beziehung zweier Ebenenbüschel im Allgemeinen und in coaxialer Lage, speciell die Ebeneninvolutionen und die Construction der Doppelelemente, im Anschluss hieran die besonderen Aufgaben: eine elliptische Ebeneninvolution in einer orthogonalen Strahleninvolution und einer gleichseitig hyperbolischen Strahleninvolution zu schneiden, deren Lösung es ermöglicht, projectivische Ebenen- und Strahlenbüschel in perspectivische Lage zu bringen. Und nun wendet sich die Untersuchung den Erzeugnissen je zweier projectivischer beliebig im Raum gelegener Grundgebilde erster Stufe zu, zunächst dem Kegel zweiten Grades als Erzeugnis sowohl von Punktreihe und Strahlenbüschel, als von zwei Ebenenbüscheln mit sich schneidenden Axen; seine perspectivische Beziehung zum Kegelschnitt und der charakteristische Unterschied von demselben in dem Verhalten zu den unendlich fernen Gebilden, sowie andererseits seits sein duales Verhältnis zu demselben, sofern der Kegelschnitt hier in der Geometrie des Raumes in der neuen Erzeugungsweise durch Strahlenbüschel und Ebenenbüschel auftritt, werden allseitig erörtert. Gleichwie in der Theorie der Kegelschnitte das ebene Polarsystem von den reellen Gebilden zu erweiterten Begriffen führt, ist es dasselbe Princip der Polarität, das durchgehend vom Verfasser benutzt wird, um auch den räumlichen Erzeugnissen projectivischer Gebilde allgemeinere zu substituiren, welche auch die imaginären Fälle umfassen. An Stelle des Kegels tritt daher das Polarbündel, dessen Eigenschaften aus den Elementen der projectivischen Gebilde, welche den Kegel erzeugen, direct hergeleitet werden. Als einfachster Fall eines elliptischen Polarbündels wird das orthogonale hervorgehoben; hieran schliesst sich einerseits die Frage nach denjenigen Strahlen des allgemeinen Polarbündels, dessen Polarebenen zu ihnen rechtwinklig sind, welche auf die Hauptaxen und - ebenen, deren Realität nachgewiesen wird, führt, andererseits die Frage nach den orthogonalen Ebenen- und Strahleninvolutionen des Bündels, welche auf die Brennstrahlen und Kreisebenen führt. Sodann werden Eigenschaften des Kegels abgeleitet, welche den Brennpunkteigenschaften der Kegelschnitte analog sind, und als Analoga zu Kreis und gleichseitiger Hyperbel der orthogonale und der gleichseitige Kegel und der Zusammenhang des letzteren mit einer speciellen Art von Tetraeder einer eingehenden Betrachtung unterworfen. Es folgt die Theorie des einfachen Hyperboloids. Der Herstellung des einfachen Hyperboloids aus drei Geraden,der Erörterung der hyperboloidischen Lage von vier Geraden und den Eingenschaften des Mittelpunkt und Asymptoten-Kegels des Hyperbolods folgen lineare Constructionen desselben; die Behandlung der Berührungsebenen bereitet die Betrachtung des räumlichen Polarsystems vor, dessen Construction unmittelbar aus den Elementen der projectivischen Gebilde, welche das Hyperboloid erzeugen, nach einer Digression über das dem Hyperboloid liegende Sechseck, gegeben wird. Um das räumliche Polarsystem zur Vermittelung des Uberganges von der geradlunigen zur nichtgeradlinigen und imaginären Fläche \(2^{\text{ter}}\) Ordnung zu verwenden, muss dann dasselbe aus einer gewissen Anzahl seiner eigenen Elemente (ohne Hinzuziehung von incidenten) construirt werden, was für eine Reihe verschiedener Fälle geschieht. Eine Untersuchung des Charakters des Polartetraeders führt dann umgekehrt zur Sonderung der Fälle, in denen ein Polarsystem eine reelle, eine geradlinige odeu eine reelle nicht-geradlinige Kernfläche besitzt. Der letzte Fall erfordert eine neue Construction der Kernfläche, welche unabhängig davon ist, ob dieselbe gerade Linien enthält oder nicht; da diese Construction auf reciproke Gebilde zweiter Stufe führt, so wird die weitere Behandlung des Polarsystems auf den zweiten Abschnitt verschoben. Ebenso wie die Theorie des Kegels wird auch die des einfachen Hyperboloids mit der Betrachtung einiger wichtiger Specialfälle geschlossen,nämlich mit der des orthogonglen und des gleichseitigen Hyperboloids. An jenes knüpfen sich metrische Rilationen, die mit dem Nachweis seiner Identität mit dem Orte sämmtlicher Punkte, deren Abstände von zwei windschiefen Geraden in einem constanten Verhältnis stehen, schliessen, an dieses seine Beziehungen zum allgemeinen Tetraeder. Enklich folgt noch das htpetbolische Paraboloid und als specieller Fall aller drei Arten von Hyperboloiden das gleichseitig-hyperbolische Paraboloid. Ubergehend zu den Erzeugnissen dreier projectivischer Gebilde erster Stufe wendet sich die Untersuchung der Raumcurve dritter Ordnung als Erzeugnis zunächst von Ebenenbüscheln zu, ihrem Zusammenhange mit dem einfache Hyperboloid und dem Kegel und ihrer Construction aus einer Anzahl von Punkten und Sekanten. Die daruf folgende Betrachtung der Tangenten und Schmiegungsebenen vermittelt den Nachweis ihrer Identität mit der Raumcurve driter Classe als dem Erzeugnisse dreier projectivischer Punktreihen. Hieran schliesst sich die gemeinschaftliche Untersuchung der (eigentlichen und uneigentlichen) Sekanten und Schnittlinien zweier Schmiegungsebenen. Den Schluss des projectivischen Theils bildet das Nullsystem. Dann folgt die Classification nach dem Verhalten zur unendlich fernen Ebene in cubische Ellipse, Hyperbel, parabolische Hypebel und Paranel, eine Untersuchung über den Character der Kegelschnitte, welche in einer Schmiegungsebene von den übrigen ausgeschnitten werden, und schliesslich die Behandlung von gewissen Geraden, die als Durchmesser der Raumcurven dritter Ordnung bezeichnet werden. Der zweite Abschnitt beginnt mit der Einführung der vier Grundgebilde zweiter Stufe, des Strahlenbündels ,des Ebenenbündels, des Punktfeldes und des Strahlenfeldes, mit der Feststellung der projectivischen (collinearen und reciproken) Beziehung ihre Elemente auf einander und der Construction entsprechender Elemente vermittels projectivischer Gebilde erster Stufe. Um die Frage nach der Möglichkeit, zwei beliebige collineare Gebilde in perspectivische Lage zu bringen, zu entscheiden, werden die ausgezeichneten Elemente derselben ermittelt, zunächst indem von der perspectivischen Lage ausgegangen wird, und dann auch bei allgemeiner Lage wiedergefunden. Da sich die collinearen Gebilde zweiter Stufe im Gegensatz zu dem projectivischen Gebilden erster Stufe im Allgemeinen nicht in involutorische Lage bringen lassen, so wird einerseits die Bedingung ermittelt, unter welche dies möglich ist, und gezeigt, wie unter ihrer Annahme die involutorische Lage herzustellen ist, andererseits die Frage dahin erweitert, ob sich zwei collineare Gebilde stets so auf einander legen lassen, dass zwei entsprechende congruente Dreiecke (resp. Dreikante) in cyclischer Vertauschung auf einander falle, was in der That der Fall ist, und diese als trilineare bezeichnete Lage näher untersucht. Dagegen zeigt die darauf folgende Betrachtung der ausgezeichneten Elemente zweier reciproker Gebilde, dass sich diese stets so vereinigen lassen, dass ihre entsprechenden Elemente ein ebenes Polarsystem, resp. ein Polarbündel constituiren. Hieran reiht sich die Untersuchung zusammenliegender reciproker Gebilde und ihrer incidenten Elemente, und nun wendet sich die Untersuchung den Erzeugnissen der projectivischen Gebilde zu. Als Erzeugnis zweier collinearer Strahlenbündel oder Strahlenfelder tritt uns hier von Neuem die Raumcurve dritter Ordnung entgegen, und sie erfährt von diesem neuen Gesichtspunkte aus eine nochmalige und deshalb kürzere Behandlung, worauf sich die Betrachtung nunmehr ausschliesslich den Oberflächen zweiter Ordnung als Erzeugnis reciproker Bündel zuwendet. Aus dieser Erzeugungsweise wird eine Construction derselben durch neun gegebene Punkte, die mit der von Chasles gegebenen übereinstimmt, ausführlich hergeleitet, die übrigen bekannten derartigen Constructionen im Anschluss hieran kurz charakterisirt. Die dann folgende Behandlung der Berührungsebenen führt auf die Eintheilung der Flächen in geradlinige, in Kegel und in elliptische; für den letzten Fall macht die Construction der Berührungsebene in einem beliebigen Punkte der Fläche eingehende Erörterungen nötig. Die Polareigenschaften der Fläche Ordnung, welche auch die Identität derselben mit der F\"lache zweiter Classe, d. h. dem Erzeugnis zweier reciproker ebener Felder, erweisen, führen dann zu dem räumlichen Polarsystem zurück, dessen Untersuchung im ersten Abschnitte abgebrochen war. Nach einer eingehenden Classification der Fläche zweiter Ordnung und dem Hinweis auf gegewisse Grenzübergänge, welche den Zusammenhang zwichen den verschiedenen Gattungen herstellen, wendet sich die Untersuchung den metrischen Beziehungen zwischen den conjugirten Durchmessern der Mittelpunktsflächen und solchen für das räumliche Polarsystem überhaupt zu, auf welche wegen ihrer Reichhaltigkeit heir nicht eingegangen werden kann, soldern auf das Werk selbst verwiesen werden muss. Die Focaleigenschaften und in Verbindung mit ihnen die Kreisschnitte führen zu der Mac-Cullagh'schen, Jacobi'schen und Salmon'sche Erzeugungsart der Flächen zweiter Ordnung. Es folgt die Betrachtung der Schaaren confocaler Flächen zweiter Ordnung und im Anschluss hieran eine Ableitung der metrischen Eigenschaften der Krümmungs linien, welche Heilermann auf analytischem. Wege gefunden hat. Zum Schlusse begnügt sich der Herr Verfasser mit einer Darstellung der allgemeinsten Eigenschaften des Flächenbüschels und des Flächenbündels zweiter Ordnung und der ihnen dual gegenüberstehenden Gebilde, da ihre genauere Erforschung den Umfang des Buches ungehörig vergrössert hätte. Nicht unerwähnt bleibe, dass in dem Werk eine theilweise neue Bezeichnung der geometrischen Elemente und der mit ihnen vorzunehmenden Operationen consequent durchgeführt wird, welche die Anschauung in geeigneter Weise erleichtern.
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