Ueber ein einfaches Hyperboloid von besonderer Art. (Q1553587)

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scientific article; zbMATH DE number 2711381
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    Ueber ein einfaches Hyperboloid von besonderer Art.
    scientific article; zbMATH DE number 2711381

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      Ueber ein einfaches Hyperboloid von besonderer Art. (English)
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      1878
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      Dies besondere einfache (einmantelige) Hyperboloid ist dasjenige, bei dem die Kreisschnitt- oder cyclischen Ebenen je einer Geraden der Fläche zu einander senkrecht sind. Steiner hat mehrfach (Crelle J. II. 29; System. Entw. p. 218, 232) auf dasselbe aufmerksam gemacht. Dass andereseits die Punkte, deren Entfernungen von zwei windschiefen Geraden ein constantes Verhältniss haben, ein einmanteliges Hyperboloid erzeugen, hat Chasles analytisch nachgewiesen (Liuoville J. 1836 p. 324), neuerdings auch Schönfliess (Inaug, Diss. Berlin 1877) synthetisch mit Hilfe des Satzes, dass die Strahlen, welche an zwei windschiefen Geraden parallel den Kanten eines Kegels zweiten Grades hingleiten, ein Hyperboloid erzeugen. Eine weitere analytische Behandlung giebt Schönfliess in Schlöm. J. XXIII. 245, 269, die mit der Schröter'schen Abhandlung gleichzeitig ist. Er fand schon seiner Dissertation, dass die beiden Geraden, von denen die Entfernungen gemessen werden, reciproke Polaren in Bezug auf das Hyperboloid sind. Herr Schröter -- der eine vorläufige Mittheilung in den Monatsberichten der Berliner Akademie Oct. 1877 gemacht (s. F. d. M. IX. 553, JFM 09.0553.02) -- untersucht nun diese Fläche eingehend synthetisch; er fügt noch die Eigenschaft hinzu, dass die Involutionen conjugirter Ebenen um jene Geraden circular sind. Er betrachtet -- wie Herr Schönfliess -- zuerst den Specialfall des gleichseitigen hyperbolischen Paraboloides, beweist zuerst, dass die Punkte, welche von zwei windschiefen Geraden \(s,s_1\) gleiche Entfernung haben, ein solches Paraboloid erzeugen, für welches das gemeinsame Loth von \(s,s_1\) Axe und die Mitte zwischen den beiden Fusspunkten Scheitel ist, dass \(s,s_1\) reciproken Polaren sind (Herr Schröter sagt: ``conjugirte Strahlen''; doch zwei conjugirte Elemente sind solche, von denen jedes mit dem polaren des andern incident ist: so bei Punkten und Ebenen, also wohl auch bei Strahlen) und die conjugirte Ebenen um sie circulare (orthogonale) Involutionen bilden; darauf umgekehrt weist er für jedes gleichseitige hyperbolische Paraboloid Geradenpaare \(s,s_1\) nach, von denen die Punkte der Fläche gleiche Entfernungen haben, zunächst als besonders interessanten Fall die beiden Leitlinien der Hauptparabeln, von denen jede durch den Brennpunkt der andern Parabel geht, sodann allgemeiner: Man wähle auf der Axe in gleicher Entfernung \(\delta\) vom Scheitel, aber zwischen den Brennpunkten der Hauptparabeln -- deren Abstand \(2\lambda\) sei -- zwei Punkte, construire die Hyperbeln in den Ebenen, welche in diesen Punkten zur Axe normal sind; diese beiden Hyperbeln haben parallele Asymptoten, liegen jedoch in verschiedenen Asymptotenwinkeln. In der einen ziehe man einen Halbmesser von der Länge \(2\lambda\), der stets vorhanden ist, dann seinen conjugirten in derselben Hyperbel und seinen parallelen bei der andern; letztere beide sind Gerade \(s,s_1\). Herr Schönfliess zeigt, in dem Aufsatze in Schlömilch's Zeitschrift, dass diese Geradenpaare eine Regelfläche dritten Grades erzeugen; ihre genauere Beziehung zum Paraboloid giebt er nicht an, dies geschieht durch Herrn Schröter. Herr Schröter wendet sich sodann zum Hyperboloide; er erzeugt dasselbe zunächst durch zwei projective Büschel, deren entsprechende Ebenen zu einander senkrecht sind; er nennt es deshalb orthogonales Hyperboloid (in den Monastberichten: kreisverwandtes). Unmittelbar aus dieser Erzeugung folgt, dass die cyclischen Ebenen zu den beiden Axen der Büschel (und zu deren Parallelen in der andern Schaar) senkrecht sind. Für die Halbaxen ergiebt sich die -- auch von Schönfliess gefundene -- interessante Relation \(\frac1{a^2}=\frac1{b^2}-\frac1{c^2}\), worin \(2a\) die Axe ist, zu der die cyclischen Ebenen parallel sind. Dies ist \(eine\) Bedingung und beweist also, dass das Senkrechtstehen der beiden Arten cyclischer Ebenen auf zwei Geraden stets zugleich eintreten muss; den directen Beweis dafür bringt die Abhandlung nicht: er beruht darauf, dass, wenn von zwei Kegelschnitten der eine durch den Pol der einen Geraden eines Geradenpaares ihres Büschels in Bezug auf den andern Kegelschnitt geht, er auch den Pol der zweiten Geraden enthält. Die Geraden, welche senkrecht zu den cyclischen Ebenen, also auch zu \(2a\) sind, gehen durch die Endpunkte dieser Axe. Herr Fiedler macht, veranlasst durch die vorliegende Abhandlung des Herrn Schröter, in einem Aufsatze der Vierteljahresschrift der Naturforscher-Gesellschaft zu Zürich einige Zusätze, so: dass es unendlich viele Paare von Geraden in jeder Schaar der Fläche giebt, deren Ebenenbüschel gleichwinklig sind, darunter die Geraden durch die Endpunkte der zweiten reell schneidenden Axe. Darauf fragt Herr Schröter nach dem Orte der Punkte, deren Entfernungen von zwei gegeben windschiefen Geraden \(s,s_1\) ein constantes Verhältniss \(\mu\) haben: es werden zunächst 4 leicht zu findende Gerade \(l,l_1,g,g_1(l\--g, l_1\--g)\), welche solche Punkte enthalten, nachgewiesen; dann das orthogonale Hyperboloid aus den Axen \(l,l_1\) (welches auch \(g,g_1\) enthält) construirt und für jede erzeugende Gerade \(g_x\) gezeigt, dass \(\sin(g_xs):\sin(g_xs_1)=\mu\) ist, und von diesem Hyperboloide bewiesen, dass es der gesuchte Ort ist. Umgekehrt nun, wenn ein orthogonales Hhyperboloid gegeben ist, so behandelt es sich um Auffindung solcher Geraden \(s,s_1\) von denen die Punkte der Fläche ein constantes Abstandsverhältniss haben. Ein ausgezeichnetes Paar erhält man in den bieden Leitlinien der durch die Axe \(2a\) gehenden Hauptschnitte, welche zu Brennpunkten \(f,f_1\) gehören, die demselben Scheitel \(p\) von \(2a\) benachbart sind; dieselben gehen bez. durch \(f_1,f\). Weitere ergeben sich so: Es seine \(o\) der Mittelpunkt der Fläche, \(p_1\) der andere Scheitel von \(2a,F,F_1\) die beiden andern Brennpunkte auf \(2a\); man suche auf der Axe \(2a\) zwei Punkte \(d,d_1\), welche beide innerhalb \(ff_1\) (oder \(FF_1\)) liegen und so harmonisch zu \(p, p_1\) sind, dass \(\frac{od}{op}=\frac{op_1}{od_1}=\mu\); sodann construire man bei einer der beiden Hyperbeln, welche von den durch \(p,p_1\) senkrecht zur Axe \(2a\) gelegten Ebenen ausgeschnitten werden, einen Halbmesser gleich \(2\lambda\mu\), wo \(2\lambda=ff_1=FF_1=\frac{bc}a\) ist, darauf seinen conjugirten Durchmesser in derselben und seinen parallelen in der andern Hyperbel. Diese beiden letzteren Geraden sind zwei Gerade \(s,s_1\), von denen die Punkte der Fläche das Entfernungsverhältniss \(\mu\) haben. Jedes Punktenpaar \(d,d_1\) liefert 2 Geraden paare \(s,s_1\), die symmetrisch zu \(o\) liegenden Punkte zwei andere. Man erhält so eine einfache Unendlichkeit von je 4 Geradenpaaren (der Vefasser sagt, wohl nicht dem üblichen Sprachgebrauch entsprechend: eine vierfache Unendlichkeit); dass dieselben eine Regelfläche achten Grades erzeugen, ist von Herrn Schönfliess analytisch bewiesen, während die eben besprochenen Beziehungen zur Fläche nur von Herrn Schröter gefunden sind. Von zwei solchen Geraden \(s,s_1\) wird nun gezeigt, dass sie reciproke Polaren in Bezug auf die Fläche und Träger orthogonaler Involutionen conjugirter Ebenen sind. Zuletzt wird diese Eigenschaft bei den beiden Geraden \(s,s_1\) vorausgesetzt und nachgewiesen, dass die angehörige Fläche dann ein orthogonales Hyperboloid ist und ihre Punkte constantes Entfernungsverhältniss von \(s,s_1\) haben. Doch muss dieses Verhältniss erst gegeben werden, weil den anderen Bedingungen ein ganzer Büschel von Flächen mit einem imaginären Vierseit als Grundcurve genügt. So ist nun der Cyclus vollendet und dargethan, dass die Eigenschaften der Normalität der cyclischen Ebene zu zwei Geraden der Fläche, des constanten Abstandsverhältnisses und der orthogonalen Involutionen conjugirter Ebenen um reciproke Polaren sich gegenseitig bedingen. Definirt man als orthogonales Hyperboloid etwas allgemeiner ein solches, dessen cyclische Ebenen auf zwei Kanten des Asymptotenkegels senkrecht sind, so umfasst man auch die zweimanteligen mit: Jedes zweimantelige Hyperboloid ist ein orthogonales, wenn das conjugirte die in der besprochenen Abhandlung geschilderten Eigenschaften hat. Analog ist die Definition des gleichseitigen ein- oder zweimanteligen Hyperboloids (hinsichtlich des ersteren cf. H. Vogt, Borchardt J. LXXXVI. 297) die, dass die zuden Kanten des Asymptotenkegels senkrechten Ebenen gleichseitige Hyperbeln ausschneiden.
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