Ueber lineare Substitutionen und bilineare Formen. (Q1554465)

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scientific article; zbMATH DE number 2712260
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    Ueber lineare Substitutionen und bilineare Formen.
    scientific article; zbMATH DE number 2712260

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      Ueber lineare Substitutionen und bilineare Formen. (English)
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      1877
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      Im XXXII., XLVII. und L. Bande des Crelle'schen Journals haben die Herren Cayley und Hermite die Coefficienten der Substitution, die eine quadratische Form in sich selbst transformirt, als rationale Functionen einer Anzahl willkürlicher Grössen dargestellt; daran anknüpfend hat Herr Rosanes erst kürzlich (Borchardt J. 80, p. 52. F. d. M. VII. p. 64, JFM 07.0064.02; vgl. Baltzer, Determinanten IV. Aufl. \S 14,14) der Substitution eine Gestalt gegeben, in welcher der Charakter derselben, losgelöst von der individuellen durch sie in sich übergeführten Form hervortritt. In allen diesen Untersuchungen hat man sich aber auf die Betrachtung des allgemeinen Falles beschränkt, während die Ausnahmen, welche die Resultate in gewissen speciellen Fällen erfahren, nur für die ternären Formen, und zwar zuerst durch Herrn Bachmann (Borchardt J. 76, p. 331. F. d. M. V. p. 84, JFM 05.0084.02) und dann auch durch Hermite (Borchardt J. 78, p. 325, s. p. 84)selbst, in Ergänzung seiner früheren Arbeit, erschöpfend bechandelt worden sind. Wie diese Schwierigkeit in dem allgemeinen Falle von \(n\) Variablen zu heben ist, liess sich daraus noch nicht ersehen. In der vorliegenden Abhandlung, in der diese ganze Theorie von Grund aus behandelt wird, ist dies Herrn Frobenius unter Zuhülfenahme der Weierstrass'schen Elementartheilertheorie und einiger Sätze des Herrn Kronecker (Berl. Mon. Ber. 1868 und 1867) gelungen. Den Ausgangspunkt bildet die Transformation der bilinearen Formen überhaupt. Bezeichnet man durch \(A\) gleichzeitig die bilineare Form \(\sum a_{\alpha\beta}x_\alpha y_\beta\) und die lineare Substitution mit denselben Coefficienten \(a_{\alpha\beta}\) und wendet man zunächst auf eine Reihe der Variabeln der Form \(A\) eine lineare Substitution \(B\) an, so stimmen die Coefficienten der transformiren Form \(\sum a_{\alpha\gamma}b_{\gamma\beta}x_\alpha y_\beta\) mit den Coefficienten derjenigen Substitution überein, die man als aus den Substitutionen \(A\) und \(B\) zusammengesetzt zu bezeichnen pflegt. Man kann daher die Transformation der bilinearen Formen als Zusammensetzung von Substitutionen behandeln und sich der für diese gebräuchlichen Symbolik auch bei jener bedienen, wodurch die Betrachtungen an Einfachkeit und Durchsichtigkeit gewinnen. Die transformirte Form wird als ``Product'' \(AB\) bezeichnet, und es werden die Operationsregeln für diese Symbole genau festgestellt. Die Determinante der Form \(A\) wird mit \(|A|\), durch \(A'\) die conjugirte Form \(\sum a_{\alpha\beta}y_\alpha x_\beta\) von \(A\) bezeichnet, so dass \(S\) eine symmetrische und \(T\) eine alternirende Form ist, wenn \(S'=S\) und \(T'=-T\) ist; \(E\) bedeutet die Form \(\sum x_\alpha y_\alpha\) und \(A^{-1}\) diejenige Form, die der Gleichung \(A.A^{-1}=E\) genügt, welche stets und nur dann eine einzige Lösung zulässt, wenn \(|A|\) von Null verschieden ist; für \(|rE-A|=\phi(r)\) und \(\phi(r)=0\) wird der Name ``charakteristische Function resp. Gleichung'' der Form \(A\) gebraucht. Dies vorausgeschickt, muss sich Referent darauf beschränken, hier nur die wichtigsten Resultate der inhaltsreichen Abhandlung anzuführen. Den Charakter der Substitutionen, die eine Form in sich zu transformiren überhaupt geeignet sind, stellt der Herr Verfasser durch folgende Sätze fest: Damit zwei Substitutionen geeignet seien, eine Form von nicht werschwindender Determinante in sich selbst zu transformiren \((PAQ=A)\), ist nothwendig und hinreichend, dass die Elementartheiler ihrer charakteristischen Functionen einander so zugeordnet werden können, dass die entsprechenden von gleichem Grade sind und für reciproke Werthe verschwinden. Verschwindet dagegen die Determinante der Form und ist \(m\) der höchste Grad nicht verschwindender Unterdeterminanten, so ergiebt sich als nothwendig, dass ihre charakteristischen Gleichungen \(m\) reciproke Wurzeln haben. Hieraus folgt für Formen mit cogredienten Variabeln: Damit eine Substitution \(P\) geeignet sei, eine Form von nicht verschwindender Determinante in sich selbst zu transformiren \((P'AP=A)\) ist nothwendig und hinreichend, dass die Elementartheiler ihrer charakteristischen Function paarweise von gleichem Grade sind und für reciproke Werthe verschwinden, mit Ausnahme derer, welche für de Werth +1 oder -1 Null sind. Ferner: Damit eine Substitution geeignet sei, eine Form in sich selbst zu transformiren, in deren Determinante der höchste Grad nicht verschwindender Unterdeterminanten gleich \(m\) ist, muss ihre charakteristische Function durch eine reciproke Function \(m^{\text{ten}}\) Grades theilbar sein (vgl. Rosanes l. c. p. 64). Ist eine Substitution \(P\) geeignet, eine Form mit cogregienten Variabeln \(A\) in sich überzuführen, so giebt es zwar stets auch eine symmetrische Form \(S\), nämlich \(S=A+A'\), welche durch \(P\) in sich übergeht; es kann dann aber \(|S|\) oder sogar diese Form \(S\) selbst verschwinden. Damit nun \(P\) geeignet sei, eine symmetrische (quadratische) Form von nicht verschwindender Determinante in sich zu transformiren, so tritt zu den nothwendigen und hinreichenden Bedingungen, denen \(P\) zu genügen hat, noch die hinzu, dass auch diejenigen Elementartheiler von \(|rE-P|\), die für \(r=+1\) oder -1 verschwinden und einen graden Exponenten haben, paarweise vorhanden sein müssen. Was nun die Darstellung der Coefficienten sämmtlicher Substitutionen \(U\) betrifft, die eine gegebene quadratische Form von nicht verschwindender Determinante in sich überführen, so leitet der Herr Verfasser zunächst folgenden, im Wesentlichen von Hermite herrührenden Satz (Borchardt J. 47, p. 309; vgl. auch Cayley ib. L. p. 288 und Rosanes ib. 80, p. 66) her: Ist \(S\) eine gegebene symmetrische Form und \(T\) eine beliebige alternirende Form, so geht \(S\) durch die Substitution \((S+T)^{-1}(S-T)\) in sich über; und umgekehrt: Jede Substitution \(U\), welche eine symmetrische Form \(S\) von nicht verschwindender Determinante in sich selbst transformirt, und für welche \(|E+U|\) nicht Null ist, lässt sich, und zwar nur in einer Weise, auf die Gestalt \(U=(S+T)^{-1}(S-T)\) bringen, wo \(T=S(E-U)^{-1}(E+U)\) eine (endliche) alternirende Form ist; und beseitigt die darin enthaltene Ausnahme durch den Beweis des Satzes, der als das wichtigste Ergebniss der Arbeit zu bezeichnen ist: ``Jede Substitution \(U\), welche eine symmetrische Form \(S\) von nicht verschwindender Determinante eigentlisch in sich selbst transformirt, und für welche \(|E+U|=0\) ist, lässt sich auf die Gestalt bringen \(U=lim(S+T_h)^{-4}(S-T_h)(h=0)\), wo \(T_h\) eine alterirende Form ist, deren Coefficienten rationale Functionen von \(h\) sind''. In dem Falle, dass nicht gleichzeitig auch \(|E-U|=0\) ist, in welchem Falle die Anzahl der Variabeln nothwendig eine grade ist, bilde man eine alternirende Form \(H\) von nicht verschwindender Determinante; dann hat man \[ T_h=S[(E+U)+h(E-U)HS]^{-1}(E-U). \] Im entgegengesetzen Falle wird der Ausdruck für \(T_h\) noch complicirter. Im Anschluss hieran wird gezeigt, welcher Umstand m Falle ternären Formen eine Vereinfachung ermöglich. Die angewendeten Principien werden dann noch zur Vervollständigung der Theorie der orthogonalen Substitutionen benutzt; (vgl. auch Stickelberger Pr. Zürich. F. d. M. dieser Band p. 89, JFM 09.0089.01). Die erhaltenen Resultate gelten wie für symmetrische Formen, in ganz analoger Weise mit den nöthigen Abänderungen auch für alternirende Formen. Für die Transformation von Formen mit contragredienten Variabeln in sich selbst werden einige vom Herrn Verfasser gewonnene Resultate ohne Beweis mitgetheilt. In den ersten Paragraphen der Abhandlung wird ausserdem der Zusammenhang dargelegt, der zwischen der Determinante einer ``rationalen Function'' einer Form \(A\), der charakteristischen Function dieser Function und der ``Gleichung niedrigsten Grades'', der \(A\) genügt, einerseits und der charakteristischen Function der Form \(A\) andererseits besteht. In einem Schlussparagraphen wird der Satz hergeleitet: Versteht man unter comlexer Zahl eine reelle Form \(\sum a_kE_k\), deren ``Eintheiten'' \(E_k\) reelle, bilineare, von einander unabhängige Formen sind, und sind überdies diese complexen Zahlen der Beschränkung unterworfen, dass ein (symbolisches) Product solcher nicht verschwinden kann, ohne dass einer Factoren verschwindet, so existiren nur drei Gattungen solcher Zahlen, die den reellen Zahlen, den imaginären und den Quaternionen (im gewöhnlichen Sinne) entsprechen.
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