Ueber correlative oder reciproke Bündel. (Q1555065)

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scientific article; zbMATH DE number 2712921
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    English
    Ueber correlative oder reciproke Bündel.
    scientific article; zbMATH DE number 2712921

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      Ueber correlative oder reciproke Bündel. (English)
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      1877
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      Man beachte zunächst die Referate über die Vorgänger dieser Abhandlungen in diesem Jahrbuch, Bd. VI. p. 347, Bd. VII. p. 358 und 374, Bd. VIII. p. 395 bis 399 (siehe JFM 06.0347.03, JFM 07.0358.01, JFM 07.0374.04, JFM 08.0395.02). Die erste der 4 vorliegenden Abhandlungen (JFM 09.0445.01, JFM 09.0445.02, JFM 09.0445.03, JFM 09.0445.04) verbessert die Methode der Bestimmung der schon in Proc. of L. M. S. V. p. 40 bis 70 berechneten Anzahlen. Die zweite und dritte Abhandlung sind im wesentlichen französische Uebersetzungen der ersten. Die vierte, sehr umfangreiche Abhandlung des Herrn Sturm behandelt eingehend die Probleme, welche zum Theil schon in den Proc. L. M. S. VII. p. 175-194 (dieses Jahrbuch VIII. p. 399, JFM 08.0395.02) gelöst sind. Die in zwei gegebenen Ebenen \(E\) und \(E'\) liegenden Punkt- und Strahlenfelder sind correlativ (reciprok) auf einander bezogen, oder kurz, bilden eine Uorrelation, wenn jedem Punkte der einen Ebene ein Strahl der andern Ebene entspricht, so dass auch die Strahlen, welche den Punkten einer in der einen Ebene liegenden Geraden entsprechen, einen gemeinsamen Punkt haben, nämlich den jener Geraden entsprechenden Punkt. Am einfachsten erzeugt man sich eine Correlation in zwei gegebenen Ebenen, wenn man von einem ausserhalb gelegenen Punkte \(A\) die Punkte und Strahlen der einen Ebene \(E\) auf die andere Ebene \(E'\) projicirt, und zu den erhaltenen Punkten und Strahlen die Polaren und Pole in Bezug auf einen in der zweiten Ebene gelegenen Kegelschnitt \(K\) bestimmt. Legt man speciell den Punkt \(A\) in \(E\) oder \(E'\), so erhält man zwei ausgeartete Correlationen \(\pi\) und \(\lambda\) mit folgender Definition. Bei einer Correlation \(\pi\) enthält jede der beiden Ebenen \(E\) und \(E'\) einen singulären Punkt. Bezeichnet man denselben in \(E\) mit \(A\), in \(E'\) mit \(A'\), so kann man die definirende Eigenschaft von \(\pi\) angeben, wie folgt. Einer beliebigen, nicht durch \(A\) resp. \(A'\) gehenden Geraden auf \(E\) resp. \(E'\) entspricht in \(E'\) resp. \(E\) der singuläre Punkt \(A'\) resp. \(A\), aber einer beliebigen in \(E\) resp. \(E'\) liegenden, und durch \(A\) resp. \(A'\) gehenden Geraden \(g\) resp. \(g'\) entspricht jeder Punkt der anderen Ebene, welcher auf einem bestimmten \(g\) resp. \(g'\) zugeordneten, und durch \(A'\) resp. \(A\) gehenden Strahl liegt, so dass die durch \(A\) gehenden Strahlen den durch \(A'\) gehenden Strahlen projectiv werden. Aus dieser Definition erhält man durch Vertauschung des Punktfeldes und des Strahlenfeldes in jeder der beiden Ebenen die Definition der Ausartung \(\lambda\). Sind die beiden Ebenen \(E\) und \(E'\) fest, und ist in \(E\) resp. \(E'\) ein Punkt, in \(E'\) resp. \(E\) ein Strahl gegeben, welcher dem gegebenen Punkte correlativ entsprechen soll, so ist dadurch der Correlation eine zweifache Bedingung auferlegt, welche \(P\) resp. \(P'\) heissen mag. Wenn man aber nur verlangt, dass zwei in \(E\) und \(E'\) gegebene Punkte conjugirt, dass heisst, so beschaffen sein sollen, dass die zugeordnete Gerade des einen Punktes durch den andern Punkt geht, so schreibt man der Correlation eine einfache Bedingung zu, welche \(\mu\) heissen soll. Ebenso definiren zwei in den beiden Ebenen gegebene Geraden eine einfache Bedingung \(\nu\), wenn sie conjugirt sein sollen, dass heisst, wenn der der einen Geraden projectivisch zugeordnete Punkt auf der andern Geraden liegen soll. Man bilde nun alle möglichen, aus den Bedingungen \(P,P',\mu,\nu\) zusammengesetzten, achtfachen Bedingungen. Jede derselben wird von einer endlichen Anzahl von Correlationen erfüllt, weil die Correlation die Constantenzahl 8 hat. Alle so entstehenden endlichen Anzahlen hat Herr Hirst berechnet. Er benutzt dabei dieselbe Methode, welche Chasles, Zeuthen und der Referent angewandt haben, um die Anzahlen von Gebilden aus den leichter zu bestimmenden Anzahlen ihrer Ausartungen zu berechnen. Bezeichnet man nämlich die einfache Bedingung, welche eine Correlation dadurch erfüllt, dass sie zu einer Ausartung \(\pi\) oder \(\lambda\) wird, auch mit \(\pi\) oder \(\lambda\), so bestehen zwischen den 4 Bedingungen \[ \pi,\lambda,\mu,\nu \] zwei allgemeingültige Gleichungen; dies heisst, dass bei jedem einstufigen Systeme von Correlationen zwischen den 4 Anzahlen, welche angeben, wieviel Correlationen des Systems die 4 Bedingungen \(\pi,\lambda,\mu,\nu\) erfüllen, 2 Gleichungen bestehen. Diese Gleichungen ergeben sich leicht aus dem Chasles'schen Correspondenzprincip und lauten, wenn die 4 Anzahlen grade so bezeichnet werden, wie die zugehörigen Bedingungen: \[ 2\cdot \nu = \mu+\pi, \] \[ 2\cdot \mu = \nu+\lambda. \] Mit Hilfe dieser Hauptformel erhält man den grössten Theil der gesuchten Zahlen, sobald man die Zahlen \(\pi\) und \(\lambda\) für alle möglichen Systeme kennt, die durch 7-fache, aus \(P,P',\mu,\nu\) zusammengesetzte Bedingungen definirt sind. Diese Zahlen \(\pi\) und \(\lambda\) hatte Herr Hirst in seiner früheren Abhandlung (Proc. L. M. Soc. V. p. 40, Brioschi Ann. (2), VI. p. 260, Referat F. d. M. VI. p. 347, JFM 06.0347.03) auf geometrischen Wegen durch Erörterung projectiver Eigenschaften von Plancurven höherer Ordnung gefunden. In der vorliegenden Abhandlung aber vereinfacht er diese Berechnung bedeutend, indem er auch die Zahlen \(\pi\) und \(\lambda\) nach der Chasles-Zeuthen'schen Methode aus den Anzahlen bestimmt, welche sich auf die Ausartungen der ausgearteten Correlationen \(\pi\) und \(\lambda\) beziehen. Die Berechnung der Zahlen \(\pi\) resp. \(\lambda\) läuft nämlich auf die Berechnung von Anzahlen für zwei einander projective Strahlbüschel resp. gerade Punktreihen hinaus, und jedes aus zwei projectiven, einstufigen Grundgebilden bestehende Gebilde hat als Ausartung ein Gebilde, wo jedem beliebigen Element des einen Grundgebildes ein und dasselbe (singuläre) Element des andern entspricht. So lässt sich durch ähnliche Formeln wie die oben angegebene die Berechnung der Zahlen \(\pi\) und \(\lambda\) auf die Berechnung von Anzahlen ihrer Ausartungen zurückführen. Die letzteren Anzahlen aber setzen sich leicht aus Combinationszahlen und den beiden axiomatischen Anzahlen 1 zusammen, welche zählen, wiewiel gemeinsame Punkte zwei Gerade einer Ebene haben, und wieviel gemeinsame Strahlen zwei in derselben Ebene liegende Strahlenbüschel haben. Herr Sturm hat in seiner Abhandlung dasjenige Problem behandelt, welches man aus dem Hirst'schen durch räumliche, duale Umformung erhält. Er berechnet also die Anzahlen für das Gebilde, welches aus zwei correlativen Bündeln besteht, erweitert aber das Problem dadurch sehr wesentlich, dass er die Scheitel dieser Bündel als beweglich auffasst, während Herr Hirst die beiden Ebenen, welche die Träger der Correlation sind, fest sein lässt. Bei dieser Erweiterung tritt zu einer der beiden Hauptformeln, welche für jedes einstufige System collinearer Bündel gelten, die Summe der beiden Anzahlen hinzu, welche angeben, wieviel Bündelpaare des Systems den einen oder den andern Scheitel auf einer gegebenen Ebene haben. Die Methode, welche Herr Sturm zur Berechnung seiner Anzahlen anwendet, ist wieder die Chasles-Zeuthen'sche. Die Anzahlen werden zunächst auf die Anzahlen zweier Ausartungen zurückgeführt. Die letzteren hängen voll den Anzahlen der beiden Gebilde ab, von denen das eine aus zwei projectiven Ebenenbüscheln, das andere aus zwei projectiven Strahlbüscheln besteht. Diese Anzahlen aber reduciren sich leicht auf die Anzahlen für solche projective einstufige Grundgebilde, bei denen jedem Elemente in einem Grundgebilde ein und dasselbe Element im andern Grundgebilde entspricht. Schliesslich sind also alle Zahlen des Herrn Sturm durch Combinationszahlen und die axiomatischen Anzahlen des Raumes ausgedrückt. Eine kurzgefasste Darstellung der Sturm'schen Untersuchungen, sowie die analoge Bearbeitung der collinearen Bündel findet man auch in des Referenten ``Calcül der abzählenden Geometrie'' (Teubner 1879) am Schluss von Abschnitt IV. Die analogen Untersuchungen für zwei correlative Räume gedenkt herr Hirst nächstens zu veröffentlichen. Vorstudien dazu enthält die schon 1875 veröffentlichte Abhandlung ``On correlation in space'' (s. Math. Ann. Bd. VI., Referat F. d. M. VII. p. 374, JFM 07.0374.04).
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