Flächen mit Bertrandschen Kurven und pseudosphärische Flächen- und Strahlensysteme. (Q1831818)
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scientific article; zbMATH DE number 2564824
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Flächen mit Bertrandschen Kurven und pseudosphärische Flächen- und Strahlensysteme. |
scientific article; zbMATH DE number 2564824 |
Statements
Flächen mit Bertrandschen Kurven und pseudosphärische Flächen- und Strahlensysteme. (English)
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1930
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Verf. betrachtet Flächen \((x)\) bezogen auf \textit{Gauß}sche Parameter \(u\), \(v\) derart, daß eine der beiden Parameterkurvenscharen (z. B. die \(v\)-Kurven), durch lineare Abhängigkeit ihrer Krümmungen und Torsionen ausgezeichnet, eine Familie \textit{Bertrand}scher Kurven bilden. Über die gemeinsamen Hauptnormalen zugeordnet erscheinen die ``konjugierten'' \textit{Bertrand}schen Kurven, welche eine Fläche \((\bar x)\), die zu \((x)\) ``konjugierte'' Fläche, bedecken. Unter ``\textbf{B}-Flächen'' versteht Verf. alle derart konjugierten Flächen von der besonderen Eigenschaft, daß für jede Fläche eines Paares die Tangenten ihrer \(u\)-Linien die Tangenten der durch die entsprechenden Punkte der anderen Fläche gehenden (\textit{Bertrand}schen) \(u\)-Linien schneiden. Bei dieser Konstruktion ergeben sich unmittelbar vier ``Hilfsflächen'': Einmal die Orte aller dieser Schnittpunkte, die Flächen \((x')\) und \((\bar x')\), sodann das zweite Brennflächenpaar \((x'')\) und \((\bar x'')\) der beiden Strahlsysteme, welche von den \textit{Bertrand}schen Kurventangenten gebildet werden. Aus der Forderung der Koinzidenz der Hilfsflächen \((x')\), \((x'')\) einerseits und \((\bar x')\), \((\bar x'')\) anderseits entspringt eine bemerkenswerte Sonderklasse der \textbf{B}-Flächen, die \textbf{B*}-Flächen. Aus den allgemeinen Differentialgleichungen der \textbf{B}-Flächen ergibt sich insbesondere für \textbf{B*}-Flächen: Die \(u\)-Linien der \textbf{B*}-Flächen sind Kurven konstanter Torsion. Ferner gilt der Satz: Die von den Hauptnormalen der \textit{Bertrand}schen Kurven gebildete Kongruenz hat reelle oder imaginäre Brennflächen, je nachdem das Vorzeichen der Torsion für die \textit{Bertrand}schen Kurven und für die Kurven konstanter Torsion das entgegengesetzte oder das gleiche ist. Man hat demnach innerhalb der \textbf{B*}-Flächen zwei weitere Unterfälle zu unterscheiden. Betrachtet man eine Schar pseudosphärischer Flächen von gleichem Krümmungsmaß \(K=-1\), sogenannte schiefe \textit{Weingarten}sche Systeme, so erweisen sich ihre unter konstantem Winkel schneidende Trajektorien nach \textit{Bianchi} als \textit{Bertrand}sche Kurven der gleichen Familie. Für die einparametrigen Trajektorienscharen, die Trajektorienflächen des Systems, beweist Verf. den Satz: Die Trajektorienflächen der schiefen \textit{Weingarten}schen Systeme sind identisch mit den \textbf{B}-Flächen. Insbesondere sind die längs der Asymptotenlinien des Systems schneidenden Trajektorienflächen \textbf{B*}-Flächen. Umgekehrt kann eine \textbf{B*}-Fläche unendlich vielen schiefen \textit{Weingarten}schen Systemen als asymptotische Trajektorienfläche eingeordnet werden. Untersucht man die Gesamtheit aller gemeinsamen Hauptnormalen \(\mathfrak X^{(3)}\), d. h. die Verbindungsgeraden der Punkte \((x)\) eines schiefen \textit{Weingarten}schen Systems mit den Punkten \((\bar x)\) des ``assoziierten'' Systems, ferner die Winkelhalbierende \(\mathfrak X^{(1)}\) zwischen den Tangentenrichtungen je zweier zueinander konjugierter \textit{Bertrand}scher Kurven und die Winkelhalbierende \(\mathfrak X^{(2)}\) ihrer Nebenwinkel, schließlich die von den Systemflächenparametern \(\alpha\), \(\beta\) und dem Trajektorienparameter \(v\) abhängigen Mittelpunkte \((\mathfrak x)\) zwischen \((x)\) und \((\bar x)\), so gilt in Ergänzung \textit{Bianchi}scher Ergebnisse der Satz: Ähnlich wie für \(v=\text{const}\) der Strahl mit der Richtung \(\mathfrak X^{(3)}\) eine pseudosphärische Kongruenz mit den Brennflächen \((x;\alpha,\beta)\), \((\bar x;\alpha,\beta)\) und dem Strahlmittelpunkt \(\mathfrak x\) beschreibt, bilden die Strahlen mit den Richtungen \(\mathfrak X^{(1)}\) und \(\mathfrak X^{(2)}\) für \(\alpha=\text{const}\) bzw. \(\beta=\text{const}\) pseudosphärische Kongruenzen mit dem gleichen Strahlmittelpunkt \(\mathfrak x\). Für diese beiden Scharen pseudosphärischer Kongruenzen sind die Brennflächen konjugiert-imaginär und haben bezüglich das Krümmungasaß \(-(1+c^2)^2\) und \(-\dfrac{(1+c^2)^2}{c^4}\). Die Gesamtheit der \(\infty^3\) rechtwinkligen Tripel von Strahlen, die sich in drei Scharen pseudosphärischer Kongruenzen anordnen lassen, werden ein dreifach-orthogonaler pseudosphärischer Komplex genannt. Unter den pseudosphärischen Kongruenzen mit reellen Strahlen sind drei Unterfälle zu unterscheiden: (1) Kongruenzen mit reellen Brennflächen, (2) Kongruenzen mit konjugiertimaginären Brennflächen, (3) Kongruenzen mit \textit{Serret}schen Brennflächen (Ausartungsfall). Im Falle (2) gilt der Satz: Aus der pseudosphärischen Kongruenz mit konjugiertimaginären Brennflächen läßt sich ein System windschiefer Vierecke konstruieren, deren Seiten die Ortsflächen der Eckpunkte paarweise berühren. Nach diesem und einer Reihe weiterer Ergebnisse für die Theorie pseudosphärischer Strahlsysteme bringt Verf. im letzten Teil seiner Arbeit die Theorie von Flächen mit \textit{Bertrand}schen Kurven in Verbindung mit nichtgeradlinigen Biegungsflächen des einschaligen Rotationshyperboloids.
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