Über Lie'sche Ringe mit Primzahlcharakteristik. (Q2590455)
From MaRDI portal
| This is the item page for this Wikibase entity, intended for internal use and editing purposes. Please use this page instead for the normal view: Über Lie'sche Ringe mit Primzahlcharakteristik. |
scientific article; zbMATH DE number 2509896
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| default for all languages | No label defined |
||
| English | Über Lie'sche Ringe mit Primzahlcharakteristik. |
scientific article; zbMATH DE number 2509896 |
Statements
Über Lie'sche Ringe mit Primzahlcharakteristik. (English)
0 references
1939
0 references
Gegenstand der Untersuchung sind Liesche Ringe \(L\), die zugleich Moduln endlichen Ranges bezüglich eines algebraisch abgeschlossenen Körpers \(k\) von Primzahlcharakteristik sind. Alle \(x\) aus \(L\) mit \(x \boldsymbol\circ L = 0\) bilden ein Ideal \(\mathfrak Z(L)\), das Zentrum von \(L\). Unter dem Normalisator eines Unterringes \(U\) versteht man die Gesamtheit aller \(x \subset L\), mit \(x \boldsymbol\circ U\subseteq U\). Die Reihe der Ableitungen von \(L\) wird definiert durch \(D^0 L = L\), \(DL = L\boldsymbol\circ L\), \(D^iL = D(D^{i-1}L)\). \(L\) heißt auflösbar, wenn \(D^i L = 0\) für passendes \(i\). Die absteigende Zentralreihe \[ L = \mathfrak Z_1\supseteq \mathfrak Z_2\supseteq \cdots \] von \(L\) wird folgendermaßen definiert: \(\mathfrak Z_1 = L\), \(\mathfrak Z_2 = L \boldsymbol\circ \mathfrak Z_1\), \(\ldots\) \(L\) heißt nilpotent von der Klasse \(c\), wenn \(\mathfrak Z_{c+1} =0\), \(\mathfrak Z_c\neq 0\). Auf nilpotente Ringe werden einige Resultate von \textit{Hall} über nilpotente Gruppen übertragen, z. B.: In einem nilpotenten Ring \(L\) der Klasse \(c\) ist es möglich, von jedem Unterring durch höchstens \(c\)-malige Normalisatorbildung zu \(L\) aufzusteigen. Von diesem Satz gilt auch die Umkehrung: Ist der Normalisator jedes echten Teilringes stets umfassender als der Teilring selbst, so ist \(L\) nilpotent. Bei der Darstellung von \(L\) durch Matrizen wird gefordert, daß, wenn den Elementen \(a\), \(b\) aus \(L\) die Matrizen \(A\), \(B\) entsprechen, dem Kreisprodukt \(a \boldsymbol\circ b\) die Matrix \(AB- B A\) zugeordnet ist. Zu jeder Darstellung gehört, wie üblich, ein Darstellungsmodul. Eine Darstellung, zu der der Darstellungsmodul \(\mathfrak M\) gehören möge, heißt Nildarstellung, wenn für jedes Element \(a\) aus \(L\) und jedes Element \(u\) aus \(\mathfrak M\) ein Exponent \(\mu\) existiert, so daß \(a^\mu u= 0\) ist. Der Satz von \textit{Engel} gilt auch bei Primzahlcharakteristik und läßt sich folgendermaßen formulieren: \(L\) ist dann und nur dann nilpotent, wenn die reguläre Darstellung eine Nildarstellung ist. \(H\) sei ein nilpotenter Liescher Ring der Klasse \(c\) und \(\mathfrak M\) ein \(H\)-Modul von endlichem Range über \(k\). Ist \(h\) ein Element von \(H\), so heißt \(u\) aus \(\mathfrak M\) zum Eigenwert \(\alpha\) von \(H\) gehörig, wenn es einen Exponenten \(\nu\) gibt, so daß \((h - \alpha)^\nu u = 0\) ist. Für ein festes \(h\) bilden alle zum Eigenwert \(\alpha\) von \(h\) gehörigen Elemente von \(\mathfrak M\) einen \(k\)-Teilmodul \(\mathfrak M(h, \alpha)\). Es besteht die direkte Zerlegung \(\mathfrak M = \sum\limits_\alpha \mathfrak M(h, \alpha)\). Die Elemente \(h_1,\,\ldots,\, h_r\) haben in den \(H\)-Moduln \(\mathfrak m\) bzw. \(\mathfrak m'\) getrennte Eigenwerte, wenn aus \(\mathfrak m(h_1,\alpha_1) \cap \mathfrak m (h_2, \alpha_2) \cap \cdots \cap \mathfrak m (h_r, \alpha_r) \neq 0\) folgt \(\mathfrak m' (h_1, \alpha_1) \cap \mathfrak m' (h_2, \alpha_2) \cap\cdots\cap \mathfrak m' (h_r, \alpha_r) = 0\), und das Entsprechende gilt bei Vertauschung von \(\mathfrak m\) und \(\mathfrak m'\). Die \(H\)-Moduln \(\mathfrak m\) und \(\mathfrak m'\) heißen getrennt liegend, wenn es gewisse endlich viele Elemente aus \(H\) gibt, die in \(\mathfrak m\) und \(\mathfrak m'\) getrennte Eigenwerte haben. Es gibt eine eindeutig bestimmte Zerlegung von \(\mathfrak M\) in möglichst viele getrennt liegende \(H\)-Moduln. Jedes Element von \(H\) hat in jedem dieser direkten Summanden nur einen Eigenwert. Solche Moduln heißen Eigenmoduln. Jetzt sei wieder \(L\) ein Liescher Ring und \(H\) ein nilpotenter Teilring. Die reguläre Darstellung von \(L\) induziert eine Darstellung von \(H\), und es existiert eine eindeutig bestimmte direkte Zerlegung \(L = L_0 + L_\alpha +\cdots\) von \(L\) in Eigenmoduln von \(H\); dabei wird bei \(L_0\) jedem Element von \(H\) der Eigenwert Null zugeordnet. Nach \textit{Cartan} kann \(H\) so gewählt werden, daß \(L_0 = H\) wird. Es sei \(h\) ein Element von \(L\), dem bei der regulären Darstellung von \(L\) eine lineare Transformation mit möglichst vielen verschiedenen Eigenwerten entspricht. \(L = K+ L_2 + L_3 + \cdots\) sei die Aufspaltung von \(L\) in Eigenmoduln von \(\{h\}\), wobei \(K\) der zum Eigenwert Null gehörige Eigenmodul ist. \(K\) erweist sich dann als nilpotent. Der zur Eigenwertverteilung Null gehörige Eigenmodul von \(K\) stimmt also mit \(K\) überein. Im zweiten Teil der Arbeit werden die Darstellungen nilpotenter Liescher Ringe untersucht. Es seien hier nur die Hauptergebnisse genannt, die für Primzahlcharakteristik an die Stelle der entsprechenden Sätze bei Charakteristik Null treten. \(H\) sei ein nilpotenter Liescher Ring. Der Grad jeder irreduziblen Darstellung von \(H\) ist eine Potenz der Charakteristik des Grundkörpers (eventuell die nullte). Die Matrizen jeder irreduziblen Darstellung haben nur je einen Eigenwert. Wählt man für \(H\) eine geeignete Basis über dem Grundkörper, dann ist die Gesamtheit der Eigenwerte schon bestimmt durch die Eigenwerte der Basiselemente und die Struktur von \(H\). Weiter enthält die Arbeit noch umfangreiche Untersuchungen über spezielle Liesche Ringe.
0 references