Foundations of logic and mathematics. (Q2593889)
From MaRDI portal
| This is the item page for this Wikibase entity, intended for internal use and editing purposes. Please use this page instead for the normal view: Foundations of logic and mathematics. |
scientific article; zbMATH DE number 2513109
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| default for all languages | No label defined |
||
| English | Foundations of logic and mathematics. |
scientific article; zbMATH DE number 2513109 |
Statements
Foundations of logic and mathematics. (English)
0 references
1939
0 references
Zwischen der ``Syntax'' (1934; F. d. M. \(60_{\text{I}}\), 19) und diesem dreiteiligen Büch\-lein (\textit{I. Logical Analysis of Language: Semantics and Syntax, II. Calculus and Inter\-pretation, III. Calculi and their Application in Empirical Science}) liegt die bahn\-brechende Schöpfung der Semantik durch \textit{A. Tarski} (Studia philos., Leopolis, 1, (1935), 261-405; F. d. M. \(62_{\text{II}}\), 1051). \(M\) sei irgendeine Symbolik des erweiterten klassischen Aussagenkalküls, in der auf Grund der zu \(M\) formulierten Ausdrucks\-bestimmungen \(Op_0Ep_1(p_0\leftrightarrow p_1)\) eine Aussage ist. Dann leistet diese Semantik folgendes. Sie ermöglicht auf eine exakte Art, zu sagen: ``\(Op_0Ep_1(p_0\leftrightarrow p_1)\) ist wahr dann und nur dann, wenn zu jedem \(q_0\) ein \(q_1\) existiert, so daß \(q_0\) dann und nur dann, wenn \(q_1\)'', wo ``\(q_0\)'' und ``\(q_1\)'' Variablen der zur Beschreibung von \(M\) und zur For\-mulierung der Ausdrucksbestimmungen in bezug auf \(M\) verwendeten Sprache sind, die Gedanken repräsentieren. Die Semantik liefert m. a. W. eine genaue Interpreta\-tion der Redeweise ``\(Op_0Ep_1(p_0\leftrightarrow p_1)\) ist wahr'' und in diesen Grenzen zugleich eine Deutung von \(Op_0Ep_1(p_0\leftrightarrow p_1)\). Es ist also so, daß erst durch die Semantik für gewisse ausgezeichnete aus \(M\) erzeugbare Zeichenreihen auf eine planmäßige Art eine Deutung erzielt wird, die uns berechtigt, von einer durch \(M\) und die zu \(M\) gehörigen Ausdrucks- und Satzbestimmungen \textit{formalisierten Sprache} zu reden. In der ``Syntax'' liest man es anders. Im Sinn des viel diskutierten Toleranz\-prinzips dieser Syntax ist jede Symbolik mit irgendwelchen Ausdrucks- und Satz\-bestimmungen per definitionem schon eine formalisierte Sprache. Deutungsfragen sind philosophische Fragen, die wie alle philosophischen Fragen zum Verschwinden zu bringen sind. Dieser exponierte Standort ist in dem vorliegenden Büchlein zugunsten einer semantischen Tieferlegung der Fundamente eindeutig aufgegeben. Man kann zwar der Meinung sein, daß der mühevolle Versuch, die semantische Methode zu erläu\-tern, durch die in diesem Falle unvermeidlichen Rücksichten auf die Kapazität des Lesers um den Effekt gebracht worden ist, der ihm zu wünschen gewesen sein würde. Es ist auch befremdend, daß noch immer gesagt wird: ``\textit{A true interpretation is possible for any given calculus\dots however the rules may be chosen}'' (p. 27); denn es scheint mir vielmehr, daß dies eine jeder Begründung entbehrende dogmatische Behauptung ist. Durch die Semantik -- so scheint es mir -- ist die Frage der Deutbarkeit eines ``Kalküls'' vielmehr auf eine evidente Art zu einer Tatsachenfrage geworden, die nur von Fall zu Fall entschieden werden kann. Es ist also um so bemerkenswerter, daß schon auf der nächsten Seite (p. 28) zu lesen ist: ``\textit{A system of logic is not a matter of choice, but either right or wrong, if an interpretation of the logical signs is given in advance}''. Die Ausdrucksart -- so scheint es mir -- ist zwar auch hier nicht sehr glücklich; aber die Standortsverschiebung gegenüber der Syntax ist evident. Der Fortschritt würde noch deutlicher sein, wenn die Verklausulierungen verschwän\-den, die mir ganz unangemessen zu sein scheinen. Desiderate: (1) Es fehlt jede Hindeutung auf den semantischen Folgebegriff. (2) Es hätte gesagt werden sollen, daß mit Hilfe des gleichfalls semantisch präzi\-sierbaren Begriffs der Allgemeingültigkeit jetzt eine scharfe Demarkationslinie für die reine Logik gewonnen ist und damit zugleich eine scharfe Abgrenzung gegen die Mathematik, die in den Sprachen der ''Syntax'' auf eine nicht vorbildliche Art, wie mir scheint, mit der reinen Logik so gekoppelt ist, daß ich nicht sehe, wie sie getrennt werden können. Statt dessen wird auch jetzt noch gesagt (p. 29): ``\textit{The mathematical calculi are a special kind of logical calculi, distinguished merely by their greater complexity}''. (3) Es hätte gesagt werden sollen, daß \textit{Frege} nicht nur der erste effektive Syntaktiker, sondern, nach \textit{Bolzano}, zugleich in einem noch genau zu unter\-suchenden Sinne der erste Semantiker gewesen ist. Die p. 23 aus der ``Syntax'' wiederholte Behauptung, daß mit Hilfe von ge\-eigneten transfiniten Folgerungsbegriffen durch eine Hierarchie von Sprachen die ganze Mathematik so bezwungen werden kann, daß es keine unentscheidbaren mathe\-matischen Aussagen gibt, scheint mir durch diese Wiederholung nicht glaubwürdiger geworden zu sein. Besprechung: S. C. Kleene, J. symbolic Logic 4 (1939), 84f.
0 references