Transformierbare automorphe Funktionen und quadratische Formen. I, II, III. (Q2595880)
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scientific article; zbMATH DE number 2515049
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| English | Transformierbare automorphe Funktionen und quadratische Formen. I, II, III. |
scientific article; zbMATH DE number 2515049 |
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Transformierbare automorphe Funktionen und quadratische Formen. I, II, III. (English)
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1937
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\textbf{I.} Wie die Modulgruppe als reproduzierende Gruppe der Hermiteschen Bilinearform \(\dfrac 1i(x\bar y - \bar xy)=(- 1)^{-\frac 12}(x\bar y - \bar xy)\) definiert werden kann, definiert der Verf. eine Gruppe \(\varGamma\) als Gruppe der unimodularen Transformationen einer verallgemeinerten Bilinearform \(\varPhi(x,y)\) in sich mit dem Ziel, die zu \(\varGamma\) gehörigen transformierbaren automorphen Funktionen zu untersuchen. Aus der Transformationstheorie der elliptischen Modulfunktionen ist bekannt, daß die Substitutionen \(V\) von \(\varGamma\), für die \(VT =TV'\) gilt, wenn \(T\) die Transformationsmatrix der Determinante \(x_1x_2-y_1y_2=m\) ist, eine Kongruenzuntergruppe \(\varGamma_{(m)}\) bilden. Nach einem Hinweis auf diese Theorie werden zunächst die arithmetischen Eigenschaften der Bilinearform \[ \varPhi(x, y) = ax\bar x +cy\bar y + A^{-\frac 12}(bx\bar y-\bar b \bar xy), \] insbesondere die Darstellbarkeit einer Zahl \(m\) durch \(\varPhi(x, y)\), untersucht. \(a\), \(c\), \(A\), \(m\) sind ganze Zahlen eines Zahlkörpers \(K_\lambda\) vom Grad \(\lambda\) und der Idealklassenzahl 1; \(b\) liegt in einem Ideal aus \(K_\lambda(\sqrt A)\); zur Definition des Ideals wird eine ganze Zahl \(n_0\) aus \(K_\lambda\) unter gewissen Bedingungen fest gewählt, die auch in den Bedingungen für \(a\), \(c\), \(A\) eine Rolle spielt. Die Zahl \(acA + b\bar b\) ist infolgedessen durch \(n_0\) teilbar, und die ganze Zahl \(D = \dfrac{acA+b\bar b}{n_0}\) wird die Diskriminante der Form \(\varPhi(x, y)\) genannt. Satz 1 stellt die notwendigen und hinreichenden Bedingungen dafür auf, wann zu vorgegebener Diskriminante \(D\) eine Form \(\varPhi(x, y)\) existiert. Satz 2 liefert die Anzahl der Darstellungsklassen von \(m\) durch \(\varPhi(x, y)\). Im Verlauf der weiteren Untersuchungen ist es zweckmäßig, \(\varPhi(x, y)\) als quaternäre quadratische Form mit ganzzahligen Koeffizienten aus \(K_\lambda\) aufzufassen und die darin enthaltenen ternären quadratischen Formen zu betrachten, die entstehen, wenn eine lineare Relation zwischen den vier Variablen von der Bauart \[ A^{-\frac 12}(\delta x - \bar \delta \bar x) = A^{-\frac 12}(\beta y - \bar\beta \bar y) \] gestiftet wird. Satz 3 besagt, daß sämtliche in \(\varPhi(x, y)\) enthaltenen ternären Formen durch eine in \(K_\lambda\) rationale Transformation nach Abspaltung eines Zahlfaktors in eine Grundform der Diskriminante \(D\) zu überführen sind. So erweist sich \(\varGamma\) als Gruppe der Substitutionen \[ \begin{pmatrix} \l \quad & \l \\ t &-ac\bar u - A^{-\frac 12}\bar b(t- \bar t)\\ u & \bar t - A^{-\frac 12}(\bar bu - b\bar u) \end{pmatrix} \] mit der Determinante \[ \varPhi_1(u, t)=t\bar t + acu\bar u + A^{-\frac 12}(bt\bar u - \bar b\bar t u), \] die wieder eine Bilinearform entsprechender Bauart und hier als Verallgemeinerung der Bilinearform \(x_1x_2 - y_1y_2\) anzusehen ist. Für definites \(\varPhi(x, y)\) ist \(\varGamma\) eine Polyedergruppe; für indefinites \(\varPhi(x,y)\) werden die Diskontinuitätsverhältnisse der Grenzkreisgruppe \(\varGamma\) durch Berechnung des hyperbolischen Inhalts des Diskontinuitätsbereiches ermittelt (Satz 11, 12). \(\varGamma_{(m)}\) ist durch \(\beta \equiv 0 \pmod m\) gegeben und soll in Teil II dieser Abhandlung als Transformationsgruppe der Determinante \(m\) erkannt werden. Als Grundproblem der Kongruenzgruppen tritt die Frage auf, ob \(\varPhi(x, y)\) mit einer Darstellung der Zahl \(m\) alle eigentlichen Darstellungen liefert, eine Frage, die in Satz 9 für zu \(D\) teilerfremde Zahlen \(m\) bejaht wird. Satz 10 charakterisiert die darstellbaren Zahlen \(m\). Dafür ist es notwendig, die endliche Gruppe \(G\) zu benutzen, die entsteht, wenn \(\varGamma\) mod \(m\) betrachtet wird. Die Eigenschaften von \(G\) werden in den Sätzen 4 bis 8 aufgestellt. \textbf{II.} Hier werden nicht nur die in der Bilinearform \(\varPhi(x, y)\) enthaltenen ternären Formen, sondern beliebige ternäre Formen \[ f(x_1, x_2, x_3) = n_0x_1^2 + n_1x_1x_2 + n_2x_2^2 + b_1x_1x_3 + b_2x_2x_3 + ax_3^3, \] deren Koeffizienten in dem im Teil I definierten Zahlkörper \(K_\lambda\) liegen und teilerfremd sind, untersucht. \(f(x_1, x_2, x_3)\) läßt sich durch in \(K_\lambda\) rationale Transformationen nach Abspaltung eines Zahlfaktors in eine ``Grundform'' überführen, deren Diskriminante \(D\) in \(K_\lambda\) quadratfrei ist, und für die \(A=n_1^24n_0n_2\) prim zu \(2D\) und ebenfalls quadratfrei ist (Satz 13). Jeder Grundform \(f\) ist eine Gruppe \(\varGamma_g\) zugeordnet, die die zu \(f\) adjungierte Form \(F\) in sich transformiert. Die Gruppenelemente sind Substitutionen \[ TST^{-1}, \quad \text{wo} \quad T= \begin{pmatrix} \l \quad & \l \\ t_* & -Dn_0\bar u\\ u & -\bar t_* \end{pmatrix}, \quad S=\begin{pmatrix} \l \quad & \l \\ w_* & -Dn_0\bar z\\ z & -\bar w_* \end{pmatrix} \] gilt. \(T\) und \(S\) besitzen die Determinante \(A\varPhi_1(t,n)\) bzw. \(A\varPhi_1(w,z)\) und entstehen durch gewisse Substitutionen aus den im Teil I angegebenen Matrizen \[ T= \begin{pmatrix} \l \quad & \l \\ t &-ac\bar u - A^{-\frac 12} b(t- \bar t)\\ u & \bar t - A^{-\frac 12}(\bar bu - b\bar u) \end{pmatrix}, \] die dort als unimodular vorausgesetzt werden. Hier werden beliebige ganze Zahlen aus \(K_\lambda\) als Determinante zugelassen. Durch Transformation erhalten die Koeffizienten von \(TST^{-1}\) den gemeinsamen Teiler \(Ad\), \(d\) ein total positiver Teiler von \(D\), wenn die drei Variablen \(w_* + \bar w_*\), \(z_1\), \(z_2\) \(\left(z = z_1 + \dfrac \omega{n_0}z_2, \;\omega = \dfrac{n_1}2 + \dfrac{\sqrt A}2\right)\) eingeführt werden. Nach Herausdivision entstehen lineare ternäre Substitutionen der Determinante \(\varPhi_{a^3} = m^3\), die in Klassen zerfallen gemäß den Darstellungsklassen von \(m\) durch die Bilinearform \(\varPhi(x, y)\). Diese Klassenanzahl ist in Teil I bestimmt worden. \(\varGamma_g\) enthält somit die in Teil I angegebene Gruppe \(\varGamma\), die durch \(m = \alpha = 1\) charakterisiert ist. Allgemein gilt, daß eine Grundform \(f\) der Diskriminante \(D\) durch eine lineare ternäre Substitution der Determinante \(m^3 = q^{3\mu}\) (\(q\) prim zu \(D\)) in eine äquivalente Grundform der gleichen Diskriminante übergeführt werden kann, wenn es einen Teiler \(d\) von \(D\) gibt, so daß die \(\lambda-1\) zu \(dm = dq^\mu\) konjugierten Werte positiv sind (Satz 16). Es läßt sich daher die Klassenzahl eines Geschlechts von Grundformen der Diskriminante \(D\) bestimmen. Sie ist 1, wenn \(D\) für jede Zahl \(m\) aus \(K_\lambda\) einen Teiler \(d\) besitzt, für den die \(\lambda-1\) zu \(dm\) konjugierten Zahlen positiv sind. Andernfalls wird \(D\) soweit mit Primzahlen \(q_i\) multipliziert, daß \(D' = D\cdot \prod\limits_{i=1}^\varrho q_i\) diese Eigenschaft besitzt. Die Klassenzahl erweist sich durch vollständige Induktion nach \(\varrho\) als \(2^\varrho\) (Satz 19). Sind dagegen \(\sigma\) Primfaktoren \(q_i\) nötig, damit \(dm\) total positiv ist, so ist der Index von \(\varGamma\) in \(\varGamma_g\) gleich \(2^{\mu+\sigma}\) (\(\mu =\) Anzahl der Primfaktoren von \(D\)) (Satz 22). Jetzt läßt sich das Grundproblem der Kongruenzgruppen lösen, das besagt, daß bei der Darstellung von \(m\) durch \(\varPhi_1(t,u)\) \(t\) jeden vorgeschriebenen Wert mod \(m\) annehmen kann, d. h. daß die mod \(m\) betrachtete Kongruenzgruppe \(G\) der Matrizen \(T\) vollständig erzeugt wird (Satz 20). Abschließend wird der hyperbolische Inhalt des Diskontinuitätsbereiches und das Verzweigungsverhalten der automorphen Grundfunktionen untersucht (Satz 23, 24). (Numerische Angaben.) \textbf{III.} Während in den Teilen I und II die Koeffizienten der zugrunde gelegten indefiniten ternären quadratischen Form \(f(x_1, x_2, x_3)\) einem Zahlkörper \(K_\lambda\) angehören, in dem jedes Ideal Hauptideal ist, wird in Teil III ein Zahlkörper mit beliebiger Klassenzahl \(h\) zugelassen. Mehrere Sätze können für diesen Fall verallgemeinert werden. Da es bei den Untersuchungen darauf ankommt, zu entscheiden, ob es ein Ideal \(\mathfrak a\) aus \(K_\lambda\) gibt, dessen dritte Potenz einem vorgelegten Ideal \(\mathfrak q\) äquivalent ist, spielen die Körper \(K_\lambda\), deren Klassenzahl \(h\equiv 0 \pmod 3\) ist, eine Sonderrolle. Die in Satz 13 auftretende Diskriminante \(D\) der Form \(f(x_1, x_2, x_3)\) wird durch das Diskriminantenideal \[ \mathfrak D = \frac 1{\mathfrak t^3} \left(-\frac 12 \left| \frac{\partial^2 f}{\partial x_i\partial x_k}\right|\right) \] ersetzt, und Satz 25 erhält den Satz 13 entsprechenden Wortlaut: Aus jeder Form \(f\) mit dem Diskriminantenideal \(\vartheta\) läßt sich, wenn \(h\not\equiv 0 \pmod 3\) ist, durch eine lineare Transformation mit Koeffizienten aus \(K_\lambda\) eine Form \(f'\) ableiten, deren Diskriminantenideal \(\mathfrak D'\) jeden Primteiler einfach enthält und ein Teiler von \(\mathfrak D\) ist. Zum Beweis werden die Elementartransformationen ersetzt durch lineare Transformationen, deren Koeffizienten gewissen arithmetischen Bedingungen genügen. Ferner wird Satz 12 über den hyperbolischen Inhalt des Fundamentalbereiches der reproduzierenden Gruppe \(\varGamma\) der Form \(\varPhi_a= ax\bar x + cy\bar y + (bx\bar y - \bar b\bar x y):\sqrt A\) (mit bestimmten Bedingungen für die Koeffizienten) zu Satz 29 verallgemeinert. Dazu werden die Sätze 26, 27, 28 benutzt, die Aussagen über die reproduzierende Gruppe von \(\varPhi_a\) liefern, die den Untersuchungen von Abschnitt 5 und 6 aus Teil I entsprechen. Schließlich wird Satz 21 über die Transformationskorrespondenzen für beliebige Zahlkörper formuliert und bewiesen (Satz 30).
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