Les géométries. (Q2601231)
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scientific article; zbMATH DE number 2521401
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Les géométries. |
scientific article; zbMATH DE number 2521401 |
Statements
Les géométries. (English)
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1937
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Verf. legt hier einen Abriß der Geometrie vor. Ohne Vollständigkeit anzustreben, greift er einige besonders fesselnde Abschnitte heraus, die er, zum Teil auch unter Berücksichtigung geschichtlicher Gesichtspunkte, näher behandelt. Die Darstellung ist nicht nur für Mathematiker, sondern, wie Verf. im Vorwort bemerkt, auch für solche Leser bestimmt, die nur die auf der höheren Schule vermittelten mathematischen Kenntnisse besitzen. In Kap. I behandelt Verf. die Elementargeometrie. Er schildert in kurzen Worten die Entstehung der Geometrie, die Geometrie der Pythagoräer und die Kritik der Eleaten, sodann das Werk von \textit{Euklid}. Anschließend berichtet er über die Untersuchungen der Griechen über die drei berühmten Probleme der Dreiteilung des Winkels, der Verdopplung des Würfels und der Quadratur des Kreises. Wenn es auch der Neuzeit vorbehalten blieb, die Unlösbarkeit dieser Probleme allein mit Hilfe von Zirkel und Lineal zu erkennen, so sind doch die Bemühungen der Griechen nicht fruchtlos geblieben, da sie auf die Untersuchung gewisser Kurven geführt haben. Verf. geht dann zu den Kegelschnitten über und bespricht die Entdeckungen des \textit{Apollonius}, anschließend die Sätze der belgischen Mathematiker \textit{A. Quetelet} (1796-1874) und \textit{G. Dandelin} (1794-1847) über Kegelschnitte. Der Abschnitt schließt mit rein geschichtlichen Mitteilungen über die Überlieferung der griechischen Mathematik an das Abendland. Auch das Kap. II ``Die analytische Geometrie'' beginnt mit einer Bemerkung über die Entdeckung dieses Gebiets; Verf. nennt N. Oresme (gest. 1382) als Vorläufer, weiterhin \textit{Descartes} und \textit{Fermat.} Sodann bespricht er einige wichtige Punkte aus der analytischen Geometrie der Ebene, unter anderem das Tangentenproblem, den Begriff der algebraischen Kurve, das \textit{Bézout}sche Theorem und das \textit{Cramer}sche Paradoxon. Bei der analytischen Geometrie des Raumes behandelt er vorwiegend die algebraischen Raumkurven. In Kap. III ``Die projektive Geometrie'' steht wieder ein geschichtlicher Überblick an der Spitze, der aber als unvollständig bezeichnet werden muß. Verf. beginnt mit \textit{Desargues}, nennt weiterhin \textit{Pascal, La Hire, Le Poivre, Monge} und besonders \textit{Poncelet} bricht dann aber ab und geht zu einer mehr systematisch gerichteten Darstellung über, in der ein Abriß der projektiven Geometrie gegeben wird. Die Namen der um die systematische Weiterentwicklung der projektiven Geometrie über \textit{Poncelet} hinaus verdienten Forscher werden in diesem Zusammenhange nicht mehr genannt. Man findet zwar noch die Namen \textit{Steiner} und \textit{von Staudt. Steiner} wird aber nur, zusammen mit \textit{Möbius} und \textit{Chasles}, bei den Untersuchungen über die projektive Erzeugung von Kurven höherer Ordnung flüchtig erwähnt; \textit{von Staudt} wird nicht etwa bei seiner wichtigsten Leistung, der Einführung imaginärer Elemente in die projektive Geometrie, bei deren Erörterung der Leser nur die Namen \textit{Monge} und \textit{Carnot} findet, sondern bei der Erklärung des Kegelschnitts als Ort der mit ihrer Bildgeraden in vereinigter Lage befindlichen Punkte einer Polarität genannt. In Kap. IV ``Die Grundlagen der Geometrie'' schildert Verf. die Entwicklung, die zur Entdeckung der nichteuklidischen Geometrie geführt hat, bespricht dann die hyperbolische und elliptische Geometrie, die hyperbolische etwas eingehender am \textit{Poincaré}schen Modell. Darauf gibt er das \textit{Hilbert}sche Axiomensystem der euklidischen Geometrie an, und zwar in der seither mehrfach vereinfachten ältesten Fassung aus dem Jahre 1899. Erörterungen über die Axiomatik der projektiven Geometrie bilden hier den Abschluß. In Kap. V behandelt Verf. ``Die Geometrie und die Gruppentheorie''. An dem Beispiel der Permutationen von vier Elementen führt er zunächst den Gruppenbegriff ein. Die allgemeine Definition des Gruppenbegriffs, die er dann gibt, ist lückenhaft, denn er fordert lediglich das Vorhandensein einer eindeutigen Verknüpfung und der Reziproken zu jedem Element. Verf. wendet sich darauf den wichtigsten in der Geometrie auftretenden Gruppen zu, der Gruppe der metrischen und der Gruppe der euklidischen Geometrie in seiner Bezeichnungsweise, d. h. der Gruppe der kongruenten und der ähnlichen Abbildungen. Bevor er zur Erörterung der affinen und der projektiven Gruppe übergeht, erweitert er den euklidischen Raum -er nennt ihn ``espace cartésien'' -- d. h. die Gesamtheit der Systeme von drei inhomogenen Koordinaten \(x\), \(y\), \(z\), durch Einführung der uneigentlichen Elemente. Die Gesamtheit der Systeme von vier homogenen Koordinaten \(x_1\), \(x_2\), \(x_3\), \(x_4\) nennt er \textit{Desargues}schen Raum (``espace arguésien'') oder projektiven Raum, je nachdem die uneigentliche Ebene, und zwar durch die Gleichung \(x_4 = 0\), ausgezeichnet wird oder nicht. Am Schluß dieses Kapitels bespricht Verf. in kurzen Zügen die Liniengeometrie, das \textit{Klein}sche Übertragungsprinzip der Liniengeometrie und die algebraische Geometrie. Das letzte Kapitel (VI) ist der Topologie gewidmet. Nach eingehender Vorbereitung erklärt Verf., was unter einer topologischen Abbildung (Homöomorphie) und unter Topologie zu verstehen ist, und behandelt dann zwei Beispiele: die Flächen und die Knoten. Bei den Knoten findet sich der Satz: ``Ces deux nœuds'' -- gemeint sind die beiden Kleeblattschlingen -- ``ne sont évidemment pas homéomorphes au cercle, ni même entre eux''. Das ist zum mindesten irreführend, da von Deformation, Homotopie und Isotopie überhaupt nicht gesprochen worden ist. Weiterhin führt Verf. die \textit{Peano}sche und die \textit{von Koch}sche Kurve vor; den Namen des Entdeckers der stetigen, nirgends differenzierbaren Kurve erfährt der Leser nicht, genannt wird nur \textit{von Koch}. Unter den weiteren Ausführungen dieses Abschnitts werde ein kurzer Bericht über die direkte Infinitesimalgeometrie erwähnt. Der letzte Paragraph dieses Abschnitts ``Die Entwicklung der Topologie'' bestätigt erneut den Eindruck von der einseitigen Auffassung des Verf. in geschichtlichen Dingen; denn bei der modernen Topologie wird überhaupt nur \textit{Poincaré} genannt. (V 2, 3, 4, 5 A.)
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