Über die euklidische Kongruenz- und Ähnlichkeitslehre. (Q2601246)
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scientific article; zbMATH DE number 2521412
| Language | Label | Description | Also known as |
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| default for all languages | No label defined |
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| English | Über die euklidische Kongruenz- und Ähnlichkeitslehre. |
scientific article; zbMATH DE number 2521412 |
Statements
Über die euklidische Kongruenz- und Ähnlichkeitslehre. (English)
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1937
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\textit{Hilbert} hat bekanntlich in seinen ``Grundlagen der Geometrie'' (7. Aufl. 1930; F. d. M. \(56_{\text I}\), 481-482) gezeigt, daß die euklidische Kongruenz- und Ähnlichkeitslehre allein auf Grund seiner Axiome der ebenen Verknüpfung, der Anordnung, Kongruenz und Parallelen, in seiner Zählung der Axiome I 1-3, II, III, IV, also ohne Benutzung der räumlichen Verknüpfung und der Stetigkeit, begründet werden kann, und daß von diesen Axiomen auch keins entbehrlich ist, wenn man sein Axiomensystem zugrunde legt. Weiter hat \textit{Hilbert} gezeigt, daß die geometrischen Konstruktionen im Bereich der durch diese Axiome charakterisierten Geometrie mit Hilfe eines Lineals und eines die Abtragung einer festen Strecke ermöglichenden ``Streckenabtragers'' ausgeführt werden können. Verf. legt nun hier ein Axiomensystem für die euklidische Kongruenz- und Ähnlichkeitslehre vor, das gegenüber dem \textit{Hilbert}schen insofern wesentlich abgeschwächt ist, als es auf die Streckenabtragbarkeit, d. h. auf die Möglichkeit, eine Strecke von einem Punkte aus auf einer beliebigen Geraden abzutragen, und auf alle Anordnungsaussagen verzichtet. Die Grundbeziehungen des Axiomensystems des Verf. sind die Inzidenz von Punkt und Gerade, die Orthogonalität zweier Geraden und die Kongruenz zweier Strecken, d. h. zweier nicht geordneter Punktepaare. Die Axiome lauten: I. \textit{Axiome der Inzidenz}: 1. Zwei Punkte bestimmen genau eine Gerade. 2. Es gibt drei Punkte, die nicht mit einer Geraden inzident sind. 3. Zu jeder Geraden gibt es durch jeden Punkt genau eine Nichtschneidende; zwei Geraden, die sich nicht schneiden und nicht identisch sind, heißen parallel. II. \textit{Axiome der Orthogonalität}: 1. Senkrechte Geraden sind nicht parallel. 2. Wenn \(g\) zu \(h\) senkrecht ist, so ist \(h\) zu \(g\) senkrecht. 3. Durch jeden Punkt gibt es zu jeder Geraden genau eine Senkrechte. 4. Sind \(g\) und \(h\) parallel, so ist jede zu \(g\) Senkrechte auch senkrecht zu \(h\). III. \textit{Axiome der Kongruenz}: 1. Die Kongruenz ist symmetrisch und transitiv. Verf. nennt \(A'\) Spiegelpunkt von \(A\) in bezug auf die Gerade \(g\), wenn die Gerade \(AA'\) zu \(g\) senkrecht ist und der Schnittpunkt \(S = g\cdot AA'\) die Strecke \(AA'\) halbiert. 2. Liegt \(A\) nicht auf \(g\), so gibt es genau einen von \(A\) verschiedenen Spiegelpunkt von \(A\) in bezug auf \(g\). 3. Liegen drei Punkte auf einer Geraden, so liegen auch ihre Spiegelpunkte auf einer Geraden. 4. Spannen drei Punkte einen rechten Winkel auf, so spannen auch ihre Spiegelpunkte einen rechten Winkel auf. 5. Jede Strecke ist zu der durch ihre Spiegelpunkte bestimmten kongruent. 6. Im gleichschenkligen Dreieck halbiert das Lot von der Spitze die Basis. Es zeigt sich, daß die durch die Axiome charakterisierten Punkte und Geraden eine affine Ebene bilden, in der eine Orthogonalität von Geraden und eine Kongruenz von Strecken erklärt sind, und in der alle affinen Schnittpunktsätze gelten, daß ferner die durch die Axiome erklärte Kongruenz die affine Streckengleichheit umfaßt, d. h. daß zwei auf parallelen Geraden liegende Strecken dann und nur dann kongruent sind, wenn sie durch Parallelverschiebung auseinander hervorgehen, daß die Parallelverschiebungen als Produkte zweier Spiegelungen an parallelen Geraden darstellbar sind, daß jede Strecke genau einen Mittelpunkt besitzt, und daß es möglich ist, einen gegebenen Winkel in einem Punkte an eine Gerade anzutragen. Dagegen ist es nicht möglich, einen beliebigen Winkel zu halbieren; aus der Halbierbarkeit eines beliebigen Winkels würde ja auch die allgemeine Streckenabtragbarkeit folgen. Infolge des Verzichts auf Anordnungsbegriffe können Nebenwinkel nicht unterschieden werden. Dagegen läßt sich zwischen gleichsinniger und ungleichsinniger Winkelkongruenz und entsprechend auch zwischen gleichsinniger und ungleichsinniger Dreieckskongruenz unterscheiden, und unter Berücksichtigung dieses Umstandes lassen sich dann auch die Kongruenzsätze beweisen. Da überdies der \textit{Pascal}sche Satz zur Verfügung steht, so kann man schließlich die Ähnlichkeitslehre gewinnen. Der Bereich der auf Grund des hier wiedergegebenen Axiomensystems ausführbaren Konstruktionen ist enger als der oben beschriebene Bereich der mit Lineal und Streckenabtrager ausführbaren. Alle Konstruktionen im Bereich dieses Axiomensystems sind bereits mit Hilfe eines ``Winkeleisens'' ausführbar, wie Verf. im einzelnen zeigt. So sind hier aus der elementaren euklidischen Geometrie die -- analytisch gesprochen -- linearen Aufgaben herausgehoben worden. Die hier gekennzeichnete Geometrie läßt sich analytisch geometrisch als eine Geometrie auffassen über einem beliebigen Körper, in dem nicht jede Zahl Quadratzahl ist.
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