Vorlesungen über ausgewählte Gegenstände der Geometrie. Bd. III; Das Imaginäre in der ebenen Geometrie. Teil 2, \S 1--8. (Q2622326)

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scientific article; zbMATH DE number 2544523
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    Vorlesungen über ausgewählte Gegenstände der Geometrie. Bd. III; Das Imaginäre in der ebenen Geometrie. Teil 2, \S 1--8.
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      Vorlesungen über ausgewählte Gegenstände der Geometrie. Bd. III; Das Imaginäre in der ebenen Geometrie. Teil 2, \S 1--8. (English)
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      1933
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      ``Das erste steht uns frei, beim zweiten sind wir Knechte''. Selbst in der Geometrie heißt es ``Konsequenzen tragen'', also z. B. die Geometrie der Kreis Verwandtschaften in Kauf nehmen, wenn man sich einmal dazu entschlossen hat, die nach dem Unendlichen hin offene Mannigfaltigkeit der reellen Punkte \((\xi,\eta )\) durch einen einzigen ``uneigentlichen'' oder ``unendlich fernen'' Punkt abzuschließen. ``Nicht alle Geometrie ist projektive Geometrie, die unendlich ferne Gerade existiert gleich andern Begriffen der Mathematik per definitionem, ist also nicht tabu''; so formuliert Verf. einleitend die aus der Theorie der Funktionen einer komplexen Veränderlichen wohlbekannte geometrische Ausgangssituation, um die Zielsetzung seiner folgenden Untersuchungen entscheidend zu motivieren: Gibt es nicht im Gebiet von mehreren komplexen Veränderlichen Analoga zur \textit{Gauß}schen Ebene und zur \textit{Riemann}schen Kugel sowie zur zugehörigen Theorie der konformen Abbildung? Das Kontinuum aller \(\infty ^4\) komplexen Punkte in der Ebene der projektiven Geometrie ist ein ternäres Gebiet. Während jedoch das Kontinuum der \(\infty ^4\) reellen Punkte des vierdimensionalen Raumes der reellen projektiven Geometrie durch eine lineare dreidimensionale Mannigfaltigkeit ``uneigentlicher Punkte'' ergänzt und abgeschlossen erscheint, bilden die uneigentlichen Punkte (im binären Gebiet der komplexen Verhältnisgrößen \(\xi :\eta \)) der komplexen Ebene (nur) eine zweifach ausgedehnte Mannigfaltigkeit, wenn man die komplexe Ebene durch Trennung von Real- und Imaginärteil vierdimensional aufspaltet. So zeigt sich also wiederum eine erhebliche Diskrepanz. Auch der gewöhnliche Raum von vier Dimensionen ist für die Theorie der Funktionen von zwei komplexen Veränderlichen kein Analogen zu der durch einen uneigentlichen Punkt abgeschlossenen \textit{Gauß}schen Ebene. Dasselbe gilt für die Theorie der Funktionen von mehr als zwei komplexen Veränderlichen, worauf näher einzugehen Verf. jedoch wegen des typischen Charakters der Problematik zweier Veränderlichen keinen Anlaß findet. Die Zuordnung des ternären Gebietes einer komplexen Ebene zum quaternären Gebiet eines reellen vierdimensionalen Raumes verspricht um so fruchtbarer und aufschlußreicher zu werden, je gründlicher man die Geometrie der komplexen Ebene präpariert. Geometrisch interessante Eigenschaften sind nun im reellen Gebiet recht häufig weniger durch Gleichheits- als vielmehr durch Ungleichheitsbeziehungen charakterisierbar, durch Attribute ``größer'', ``kleiner'' formulierbar. Dieser Umstand ist beim Übergang zur komplexen Geometrie namentlich für alle herkömmlichen Maßbegriffe verhängnisvoll. Der Ausdruck \[ \sqrt {(\xi _2-\xi _1)^2+(\eta _2-\eta _1)^2}\leqno (*) \] als Maß der Entfernung zweier Punkte z. B. ist im komplexen Gebiet im allgemeinen eine komplexe Zahl, unverkettbar mit den Begriffen größer oder kleiner. Aber noch kann in diesem Falle die Situation gerettet werden. Denn noch besteht die Freiheit, die Entfernungsdefinition (\(*\)) durch die folgende \[ \sqrt {(\xi _2-\xi _1)(\bar \xi _2-\bar \xi _1)+(\eta _2-\eta _1)(\bar \eta _2-\bar \eta _1)}\leqno (**) \] zu ersetzen, wo unter \(\bar \xi _k, \bar \eta _k\) die zu \(\xi _k,\eta _k\) konjugiert komplexen Größen zu verstehen sind. Der Ausdruck (\(**\)) fällt für reelle Koordinaten mit (\(*\)) zusammen und erfreut sich aller für (\(*\)) aus der reellen Geometrie bekannten Eigenschaften. Dasselbe gilt, wenn allgemeiner zu gleichen Zwecken die quadratische Form \[ \varSigma a_{ik}x^ix^k,\quad a_{ik}=a_{ki} \] durch die \textit{Hermite}sche \[ \varSigma a_{ik}x^ix^{-k},\quad a_{ik}=\bar a_{ki} \] ersetzt wird. So erscheint es bestechend, derartige \textit{Hermite}sche Formen zu ``Fundamentalformen'' zu ernennen, d. h. sie als Invariante einer ihnen zugehörigen Transformationsgruppe zu verwenden. Die (kontinuierliche) Gruppe \(G_8\) dieser Transformationen ist achtgliedrig; ihre Elemente heißen sinngemäß ``\textit{Hermite}sche Bewegungen'' und enthalten als Spezialfälle sämtliche euklidischen Bewegungen und Umlegungen. In diesem Resultat liegt aber bereits eine bemerkenswerte zwangsläufige Konsequenz der getroffenen Fundamentalinvariantenwahl: Innerhalb \(G_8\) besteht ein stetiger Übergang von reellen Bewegungen zu reellen Umlegungen; die \textit{Hermite}sche Geometrie kennt keinen Unterschied der elementargeometrischen Begriffe Kongruenz und Symmetrie. Unter den \textit{Hermite}schen Bewegungen sind die Drehungen um einen (beliebigen) eigentlichen Punkt von besonderem Interesse. Sie bilden eine viergliedrige Untergruppe \(G_4\) und \(G_8\), deren Elemente ein abgeschlossenes Kontinuum darstellen (jede unendliche Menge solcher Transformationen besitzt, im Gegensatz z. B. zu den Schiebungen, mindestens eine Häufungsstelle). \(G_4\) zerfällt seinerseits in zwei invariante Untergruppen, in die einparametrige Gruppe \(G_1\) aller Perspektiven Drehungen (z. B. um den Punkt \((0,0)\)), die jede Gerade durch den Drehungsmittelpunkt als Ganzes in Ruhe lassen, und in die dreiparametrige Gruppe \(G_3\) aller \textit{Hermite}schen. Drehungen von der Determinante Eins, derart daß jede Transformation aus \(G_4\) auf zwei verschiedene Arten in Transformationen von \(G_1\) und \(G_3\) zerlegt werden kann. Für die Punkte der uneigentlichen Geraden ergibt sich der wichtige Satz: Die \textit{Hermite}schen Bewegungen vertauschen die Punkte der uneigentlichen Geraden dreiparametrig, und zwar ausnahmslos transitiv. Bei geeigneter Abbildung der uneigentlichen Geraden auf den reellen Zug einer Kugelfläche vom Radius Eins erhält man für die reellen Punkte dieser Kugelfläche eine Gruppe \(\gamma _3\) von Vertauschungen, die zusammenfällt mit der Gruppe aller reellen euklidischen Bewegungen. Drehungen, die die Kugel in Ruhe lassen. Die Gruppe \(G_3\) der \textit{Hermite}schen Drehungen von der Determinante Eins um einen eigentlichen Punkt ist meromorph zur Gruppe \(\gamma _3\) aller reellen Drehungen um einen reellen eigentlichen Punkt des euklidischen Raumes. Sind \(\lambda _k\) die \textit{Euler}schen Parameter einer Transformation \(S\) aus \(G_3, \lambda _k^\ast \) diejenigen einer weiteren derartigen Transformation \(S^\ast \), so sind \[ \begin{aligned} \lambda _0^{\ast \ast } &= \lambda _0\lambda _0^\ast -\lambda _1\lambda _1^\ast -\lambda _2\lambda _2^\ast -\lambda _3\lambda _3^\ast,\\ \lambda _1^{\ast \ast } &= \lambda _0\lambda _1^\ast + \lambda _1\lambda _0^\ast + \lambda _2\lambda _3^\ast - \lambda _3\lambda _2^\ast,\\ \lambda _2^{\ast \ast } &= \lambda _0\lambda _2^\ast + \lambda _2\lambda _0^\ast + \lambda _3\lambda _1^\ast - \lambda _1\lambda _3^\ast,\\ \lambda _3^{\ast \ast } &= \lambda _0\lambda _3^\ast + \lambda _3\lambda _0^\ast + \lambda _1\lambda _2^\ast - \lambda _2\lambda _1^\ast \end{aligned} \] die Parameter der zusammengesetzten Transformation \(S^{\ast \ast }= SS^\ast \). Damit tritt die Bedeutung der \textit{Hamilton}schen Quaternionen für die Theorie der \textit{Hermite}schen Drehungen in Evidenz: Jeder Transformation der von \textit{Hermite}schen Drehungen gebildeten Gruppe \(G_3\) entspricht eine reelle Quaternion \(\lambda \) von der Norm Eins und umgekehrt. Zwei Transformationen von \(G_3\) werden zusammengesetzt, indem man die ihnen zugeordneten Quatemionen in der gehörigen Reihenfolge miteinander multipliziert. Allgemein liefern zwei Quaternionengleichungen der Art \(x^\ast =\alpha x\), \(x^\ast =x\beta \) unmittelbar zwei kontinuierliche vierparametrige Gruppen, die eine einparametrige kontinuierliche Untergruppe gemeinsam haben, deren Transformationen erhalten werden, indem \(\alpha \) und \(\beta \) auf skalare Wertsysteme beschränkt werden. Ihre Deutung im vierdimensionalen Raum führt auf Ähnlichkeitstransformationen. Reduziert man die Parameterzahl jeweils durch die Forderungen \(N(\alpha )=1\), \(N(\beta )=1\), so ergibt sich: Die Quaternionentheorie liefert zwei dreiparametrige Gruppen ``einseitiger'' (``links''-bzw. ``rechts''-seitiger) Drehungen um, den Anfangspunkt der Koordinaten im euklidischen Raum in vier Dimensionen. Die Bedeutung dieser Gruppen innerhalb der sechsparametrigen Gruppe aller Drehungen um einen beliebigen eigentlichen Punkt charakterisiert der folgende Satz: Die sechsgliedrige Gruppe aller Drehungen des vierdimensionalen Raumes enthält zwei invariante kontinuierliche Untergruppen, die beiden dreigliedrigen Gruppen einseitiger Drehungen. Diese durchdringen einander außer in der identischen Transformation noch in einer innerhalb der Gesamtgruppe ausgezeichneten Drehung, der Spiegelung am Mittelpunkt aller betrachteten Drehungen, die zugleich die einzige involutorische Drehung ist. Aus den einseitigen Drehungen entstehen durch Zusammensetzung dieser Gruppen mit den Schiebungen die im reellen Gebiet siebengliedrigen Gruppen der einseitigen Bewegungen \[ x^\ast =\alpha (x+\gamma ),\quad x^\ast =(x+\gamma )\beta. \] Deutet man jetzt unter Ausschluß des Wertsystems \((0,0,0,0)\) die Koordinaten \(x_k\) als homogene Punktkoordinaten im komplexen uneigentlichen Raum, so. vertauschen diese links- bzw. rechtsseitigen Bewegungen die uneigentlichen Punkte gleichwie die links- bzw. rechtsseitigen automorphen Kollineationen der absoluten Fläche \[ x_0^2+x_1^2+x_2^2+x_3^2=0. \] Betrachtet man noch die Invarianz aller uneigentlichen Punkte gegenüber allen Schiebungen \(x_k^\ast =x_k+c\) und allen Spiegelungen \(x_k^\ast -d_k^\ast =-(x_k-d_k)\), so liegt darin das Ergebnis: Die Gruppe aller komplexen euklidischen Bewegungen des vierdimensionalen Raumes ist meromorph zur Gruppe aller komplexen automorphen eigentlichen Kollineationen der zugehörigen absoluten Fläche; die Gruppe aller \(\infty ^{10}\) reellen Bewegungen des betrachteten Raumes reduziert sich, wenn als Objekt ihrer Transformationen die uneigentlichen Punkte gewählt werden, auf die Gruppe aller \(\infty ^6\) reellen automorphen eigentlichen Kollineationen der absoluten Fläche. Zum. Beweis aller dieser Theoreme könnte man sich auf \textit{Lie}s Theorie der kontinuierlichen Gruppen allein stützen. Indessen zieht es Verf. aus geometrischen Gründen vor, auf direktem Wege die Erzeugenden der absoluten Fläche analytisch in Evidenz zu setzen und aus deren Verhalten gegenüber den betrachteten Bewegungen die erforderliche Deduktion zu gewinnen. Welches ist nun das Verhältnis der ebenen \textit{Hermite}schen Geometrie zur (reellen) euklidischen Geometrie im vierdimensionalen Raume \(R_4\)? Die erste wird von der \(G_8\) der \textit{Hermite}schen Bewegungen beherrscht, die zweite von der \(\varGamma _{15}\) aller reellen euklidischen Bewegungen im \(R_4\). Die Parameterdiskrepanz läßt die folgende Meromorphie verständlich erscheinen: Die Gruppe \(G_8\) der \textit{Hermite}schen Bewegungen hat im \(R_4\) eine nichtinvariante Untergruppe \(\gamma _8\) der Gruppe \(\varGamma _{10}\) aller reellen euklidischen Bewegungen zum Bilde; \(\gamma _8\) ist dadurch gekennzeichnet, daß bei ihren Transformationen zwei konjugiert-imaginäre Erzeugende (``erste und zweite absolute Gerade'') der absolut en Fläche einzeln in Ruhe bleiben. Die \(\infty ^4\) (reellen) Verbindungsgeraden der Punkte dieser absoluten Geraden nennt Verf. absolute Kongruenz. Die nach dem Vorhergehenden zu erwartende Invarianz der so eingeführten absoluten Kongruenz gegenüber der Bildgruppe der \(G_8\) erlaubt nunmehr die Formulierung der folgenden ``abschließenden'' Zuordnung: Mit der Zuordnung der eigentlichen komplexen Punkte \((\xi, \eta )\) des Punktkontinuums der ebenen projektiven Geometrie zu den reellen eigentlichen Punkten des euklidischen Raumes \(R_4\) ist eine ebenfalls eindeutige Zuordnung der uneigentlichen komplexen Punkte dieses Kontinuums zu den reellen Geraden der absoluten Kongruenz invariant verbunden. Nun gilt es, das komplexe ternäre Gebiet in noch engere Beziehungen zum reellen quaternären zu setzen und im Sinne des ersten der beiden ursprünglich gestellten Probleme ein vierdimensionales Analogen zur \textit{Gauß}schen Ebene zu finden. Dies gelingt Verf. jetzt mit Hilfe der Theorie der sogenannten synektischen bzw. charakteristischen Ebenen. Die synektischen Ebenen sind Ebenen, deren uneigentliche Spuren Geraden der absoluten Kongruenz darstellen. Die beiden absoluten Leitgeraden dieser Kongruenz sind die Spuren der sogenannten charakteristischen Ebenen. Jede eigentliche synektische Ebene ist Bild einer Geraden im ternären Gebiet und vermag - zunächst mit Beschränkung auf eigentliche Punkte - für diese die Rolle einer zugeordneten \textit{Gauß}schen Ebene zu spielen. Wie kann man diesen Sachverhalt ``abschließend'' auf uneigentlichem Gebiet ergänzen? Dazu hat man jetzt nur jeder synektischen Ebene einen einzigen uneigentlichen Punkt zuzuweisen im Sinne eines neuen Äquivalenzbegriffes im reellen Gebiet des \(R_4\), wonach je \(\infty ^1\) uneigentliche Punkte, die auf derselben Geraden der absoluten Kongruenz liegen, nicht unterschieden werden sollen, also in ihrer Gesamtheit eine andere Art von ``uneigentlichem Punkte'' bilden. Die Gesamtheit der \(\infty ^2\) reellen, solcherart neu definierten uneigentlichen Punkte nennt Verf. die ``uneigentliche synektische Ebene''. Damit ist aus \(R_4\) ein neuer Raum \(\mathfrak R_4\) entstanden, das gesuchte vierdimensionale Analogon zur \textit{Gauß}schen Ebene: Jedem Punkte im komplexen ternären Gebiet \((\xi, \eta )\) entspricht eindeutig umkehrbar ein Punkt des Raumes \(\mathfrak R_4\) und jeder Geraden des ternären Gebietes desgleichen ausnahmslos und eindeutig umkehrbar eine synektische Ebene des \(\mathfrak R_4\). Nach dem vorhergehenden kann jeder Punkt von \(\mathfrak R_4\) eindeutig umkehrbar den Wertsystemen dreier komplexer Verhältnisgrößen zugeordnet werden. Dann liegt es nahe, ternäre Kollineationen, Antikollineationen (Kollineationen + Konjugium), Korrelationen, Antikorrelationen (Korrelationen + Konjugium) auf den \(\mathfrak R_4\) abzubilden, wodurch man auf die Theorie der synektischen Kollineationen, Antikollineationen, Korrelationen und Antikorrelationen geführt wird. Die ersten beiden dieser erfüllen den Inbegriff aller Punkttransformationen im \(\mathfrak R_4\), die synektischen Ebenen stets wieder solche zuordnen; die letzten beiden sind spezielle reelle Berührungstransformationen einer vierfach ausgedehnten Mannigfaltigkeit. Setzt man \[ \xi _k=\mu _k+i\nu _k\quad (k=0,1,2), \] so erscheinen durch die Abbildung der Punkte des komplexen ternären Gebietes \(\xi _0:\xi _1:\xi _2\) auf die Punkte des \(\mathfrak R_4\) je sechs reelle homogene Koordinaten \(\mu _0, \mu _1,\mu _2,\nu _0,\nu _1,\nu _2\) einem reellen Punkt von \(\mathfrak R_4\) zugewiesen. Nun bedarf es für das folgende einer doppelten Erweiterung des ternären Gebietes in Form einer Fortsetzung des Raumes \(\mathfrak R_4\) ins komplexe Gebiet des achtdimensionalen analytischen Gebildes \(\mathfrak R_8\), das entsteht, wenn man den sechs Koordinaten komplexe Werte beilegt, die der Einschränkung \(\mu _k\pm i\nu _k\neq 0\) unterliegen, wobei ferner noch alle Punkte der Form \[ \mu '_k=\sigma \mu _k-\tau \nu _k,\quad \nu '_k=\tau \mu _k+\sigma \nu _k\qquad (\mu '_k\nu '_k\neq 0) \] als derselbe Punkt anzusehen sind. An Stelle dieser Koordinatendarstellung des \(\mathfrak R_8\) setzt Verf. die äquivalente \[ m_0:m_1:m_2,\quad n_0:n_1:n_2 \] in Form zweier Systeme von je drei komplexen Verhältnisgrößen. Die eigentlichen komplexen Punkte des \(\mathfrak R_8\) werden jetzt durch \(m_0\neq 0, n_0\neq 0\), die drei Arten uneigentlicher Punkte durch die drei Fallunterscheidungen \(m_0=0, n_0\neq 0; m_0\neq 0, n_0=0; m_0=0, n_0=0\) charakterisiert. Damit wird schließlich auch das zweite der ganzen Untersuchung vorangestellte Problem gelöst: Der Raum \(\mathfrak R_8\) läßt sich eindeutig umkehrbar auf die zuerst von \textit{C. Segre }(1891; F. d. M. 23, 696 (JFM 23.0696.*)-697) betrachtete achtdimensionale Mannigfaltigkeit sechster Ordnung \(M_8^6\) abbilden, derart daß den ``charakteristischen Ebenen'' von \(\mathfrak R_8\) (für die eines der beiden Verhältnissysteme \(m_0:m_1:m_2\) bzw. \(n_0:n_1:n_2\) konstant bleibt) die ``erzeugenden Ebenen'' auf \(M_8^6\) entsprechen. Der reelle Zug dieser \(M_8^6\), eine \(M_4^6\), läßt sich eindeutig umkehrbar und stetig auf den Raum \(\mathfrak R_4\) oder auf ein komplexes ternäres Gebiet, also auch auf das ebene komplexe projektive Punktkontinuum, abbilden. Jeder komplexen Kollineation (Antikollineation) im ternären Gebiet entspricht jetzt eine ``eigentliche'' (``uneigentliche'') reelle automorphe Kollineation von \(M_8^6\) Aber alle diese Analogien zu den nicht reell geradlinigen Flächen zweiter Ordnung lassen sich noch weiter durchführen, bis schließlich sogar die metrischen Eigenschaften der \textit{Rienann}schen Kugelfläche auf \(R_4^6\) ihr Analogen finden. Verf. gelingt es, durch eine passend gewählte Kollineation die Mannigfaltigkeit \(M_8^6\) auf einer sphärischen Mannigfaltigkeit vom Radius \(\frac 2{\sqrt 3}\) darzustellen, derart daß schließlich eine jede Gerade des ternären Punktkontinuums auf eine \textit{Riemann}sche Bildkugelfläche vom Radius Eins abgebildet wird und auch sonst eine Reihe weiterer Analogien zur gewöhnlichen. \textit{Riemann}schen Zahlenkugel in Erscheinung treten. Bei aller bekannten Gründlichkeit ist Verf. gleichwohl gezwungen, zahlreiche neu auftauchende Fragestellungen nur anzudeuten. So ist z. B. die Untersuchung der Urbilder dreidimensionaler Gebilde des Raumes \(\mathfrak R_4\) im ternären komplexen Gebiet übergangen worden. Fragen dieser Art wie auch z. B. solche nach den Bildern analytischer Kurven (den sogenannten synektischen Flächen) im \(\mathfrak R_4\) werden, wie hier noch bemerkt sein mag, im letzten Heft der Vorlesungen dieses Nachlasses behandelt. ``Daneben'' dürfte wohl jeder Geometer beim Studium dieser Vorlesungen den tiefen Eindruck einer Erkenntnis verspüren, die in des Verf. eigener Formulierung den Ausdruck findet: ``Bei unbestimmt gelassener Dimensionenzahl kann die Geometrie im komplexen Gebiet nicht im Gegensatz zu den Zweigen der Geometrie gestellt werden, die es ausschließlich mit sogenannten reellen Figuren zu tun haben. Vielmehr umfaßt die Geometrie im reellen Gebiete auch alle üblicherweise als imaginär bezeichneten Figuren. Der genannte Gegensatz wird in die Geometrie hineingebracht durch eine bestimmte Art der Systematik. Diese Systematik selbst, die mehr oder minder bestimmte Reihenfolge, in der wir die Objekte der Geometrie in unseren Gedankenkreis aufzunehmen pflegen, hat einen natürlichen Ursprung: Sie wird bedingt (und im ganzen auch gerechtfertigt) durch die Besch\dots des menschlischen \dots (außerdem in gewissem Grade durch ihre besondern {\dots }
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