Das rechtwinklige Fünfseit als Grundfigur der Trigonometrie. (Q559646)

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scientific article; zbMATH DE number 2547158
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    Das rechtwinklige Fünfseit als Grundfigur der Trigonometrie.
    scientific article; zbMATH DE number 2547158

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      Das rechtwinklige Fünfseit als Grundfigur der Trigonometrie. (English)
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      1933
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      Zunächst wird in ähnlicher Weise, wie das schon in späteren Arbeiten von \textit{F. Klein} und in Arbeiten von \textit{F. Schilling} geschehen ist, eine Metrik für die nichteuklidische Trigonometrie eingeführt, die darauf beruht, daß\ die im allgemeinen komplexe Maßzahl \(m\) für zwei gerichtete Geraden (``Speere'') \(G\) und \(H\) folgendermaßen definiert wird: Schneidet \(G\) die absolute Fläche (Fundamentalkugel) in den Punkten \(\alpha \) und \(\alpha '\), \(H\) sie in den Punkten \(\beta \) und \(\beta '\) und das gemeinschaftliche Lot \(L\) von \(G\) und \(H\) sie in den Punkten \(\omega \) und \(\omega '\), so ist \[ m=\frac {1}{i}\log (\omega '\omega \alpha \beta ). \] durch spezielle Koordinatenwahl werden hieraus die Gleichungen \[ (\alpha \alpha '\beta \beta ')=\text{tg}^2\frac {m}{2} \quad \text{und} \quad (\alpha \beta \alpha '\beta ')=1:\cos ^2\frac {m}{2} \] abgeleitet. Sodann wird das ``rechtwinklige Fünfseit'', die einfachste geschlossene Figur, die in der absoluten Geometrie aus einer Reihe von Geraden gebildet werden kann, in der jede die vorhergehende senkrecht schneidet, eingeführt. Die Maßzahlen der Kanten der Figur werden mit \(m_1,m_2,m_3 m_4,m_5\) bezeichnet. Gibt man \(m_1\) und \(m_2\) vor, so kann man die übrigen Maßzahlen im wesentlichen berechenen. Bei deiser Berechnung ergeben sich bei einfacher Anwendung der angeführten Gleichungen folgende weitere Gleichungen: \[ \cos m_4=\sin m_1\cdot \sin m_2=\text{ctg}m_3\cdot \text{ctg}m_5. \] In Worten: In einem rechtwinkligen Fünfseit ist der Cosinus jedes Strückes gleich dem Produkt der Sinus der beiden Gegenstrücke oder der Cotangenten der beiden Nachbarstücke. Das Pentagramma mirificum von \textit{Gauß}, aber auch alle rechtwinkligen Dreiecke der hyperbolischen Ebene können durch Spezialisierungen aus dem rechtwinkligen Fünfseit gewonnen werden. In den Fällen der Ausartung des Fünfseits wird das gefundene Resultat zwar zum Teil inhaltlos, nie aber falsch. Als eine Figur, aus der \textit{alle Arten von Dreiecken} durch Spezialisierung erzeugt werden können, wird nun das rechtwinklige Sechsseit betrachtet; es läßt sich im allgemeinen auf drei Arten in ein Paar rechtwinkliger Fünfseite zerlegen, nämlich durch das gemeinsame Lot zweier Gegenseiten. Aus dieser Zerlegung ergibt sich dann auf Grund der zuletzt angegebenen Gleichungen der von \textit{Schilling} entdeckte cosinussatz für das rechtwinklige Sechsseit: \[ \cos c=\cos a\cos b-\sin a\sin b\cos \gamma, \] in dem \(a,\alpha,b,\beta,c,\gamma \) der Reihe nach die sechs Maßzahlen der Seiten sind, die natürlicg zyklisch vertauscht werden können, wobei ersichtlich auch die gleichzeitige zyklische Vertauschung von \(a,b,c\) und \(\alpha,\beta,\gamma \) erlaubt ist. Nach \textit{Gauß} ergeben sich aus den Cosinussätzen auch noch alle übrigen Formeln der sphärischen Trogonometrie. Auch hier ließe sich nachweisen, daß\ auch in Fällen der Ausartung des Sechsseits die Formeln noch gelten. Zum Schluß\ wird darauf hingewiessen, daß\ sich analoge Betrachtungen auch in den nichthyperbolischen metrischen Geometrien durchführen lassen. (V 1.)
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