Physikalische Hydrodynamik. Mit Anwendung auf die dynamische Meteorologie. (Q560666)
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scientific article; zbMATH DE number 2547732
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Physikalische Hydrodynamik. Mit Anwendung auf die dynamische Meteorologie. |
scientific article; zbMATH DE number 2547732 |
Statements
Physikalische Hydrodynamik. Mit Anwendung auf die dynamische Meteorologie. (English)
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1933
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Den Hauptteil des Buches bilden die Kapitel VII bis XIV, die eie Zusammenfassung der \textit{Bjerknes}schen und \textit{Solberg}schen Arbeiten über die hydrodynamischen Störungsgleichungen und ihre Integration bieten. Im einleitenden Kapitel dieses Teils werden aus den hydrodynamischen Gleichungen durch Linearisierung die Störungsgleichungen sowohl in \textit{Euler}scher wie in \textit{Lagrange}scher Form hergeleitet und sofort für die Untersuchung von Gleichgewichtszuständen und einfachen Bewegungsformen spezialisiert. Ziel der Untersuchung ist die Lösung des Problems der Zyklogenese, also die Auffindung von Wellenlösungen dieser Gleichungen, die dem empirischen Befund bei der Bildung von Zyklonen in der Atmosphäre entsprechen. Dazu wird die Untersuchung in systematischem Aufbau über die Behandlung der bekannten Kompressions- und Schwerewellen hinweg bis zu der Aufstellung der ``allgemeinen Wellenlösung'' für ein beliebiges ihnomogenes kompressibles Medium vorgetragen. Speziell werden die Wellenstörungen in ruhend und gleichförmig bewegten isotherm geschichteten Luftmassen, in einer ruhenden Atmosphäre bei linearem Temperaturfeld und im homogenen inkompressiblen zirkularen Wirbel untersucht. Doch zeigen die erhaltenen Lösungen noch nicht die Eigenschaften - Fortpflanzung, Instabilität etc. - der Wellen, aus denen sich in der Atmosphäre der empirischen Erfahrung zufolge Frontalzyklonen entwickeln. Es ergibt sich die Aufgabe, die Störungsgleichungen durch Einführung der Erddrehung weiter zu verallgemeinern und unter Berücksichtigung der von der Natur vorgeschriebenen Grenzflächenbedingungen zu Lösungen hinreichender Allgemeinheit vorzudringen. Dies geschieht in den Kapiteln XII-XIV. In der Tat läßt sich in speziellen Fällen schon bei der inkompressiblen Flüssigkeit ein Einfluß\ der Erddrehung auf die Wellenfortpflanzung im gewünschten Sin konstatieren. Darüber hinaus zeigt die Diskussion der Wellenstörungen in der geradlinigen zonalen Strömung einer aus zwei inkomprossiblen Schichten bestehenden Atmosphäre erstmalig infolge der Erddrehung das Auftreten instabiler Wellen von den Dimensionen und Perioden der Zyklonen. Allerdings tritt eine Schwierigkeit ein, die auch diese Wellen als Bilder für die Zyklonenwellen ungeeignet macht: Bei brauchbaren großen Perioden hat man ein unbrauchbares Stromlinienfeld, bei einem den empirischen Verhältnissen ähnelnden Stromlinienfeld unbrauchbar kleine Perioden. Der Übergang zu zwei isothermen Schichten läßt auch diese Unstimmigkeit verschwinden. Die Untersuchungen zur Zyklonentheorie schließen mit der Wiedergabe der Ergebnisse der letzten \textit{Solberg}schen Arbeit (Das Zyklonenproblem, Verhandlungen Krongreß\ Stockholm 1 (1931), 121-130; F. d. M. 57), in der bei der Integration der Strömungsgleichungen für die geradlinige Strömung einer aus zwei isothermen Schichten bestehenden Atmosphäre erstmalig das Auftreten von Wellen nachgewiesen wird, die außer in den schon eben hervorgehobenen Punkten auch im Stromlinienbild ein Abbild der Verhältnisse in einer jungen Zyklone liefern. Schwierigkeiten bestehen noch in der Anpassung dieser Strömunng an die Grenzbedingungen und bei der Herleitung der richtigen Verteilung der Vertikalgeschwindigkeiten. Für einen restlosen Einblick in die Bedeutung des inneren Aufbaus der Atmosphäre für die Mechanik der Zyklonenbildung und einen noch besseren Anschluß\ an die Erfahrung wäre es nötig, in die Gleichungen eine noch allgemeinere Temperaturund Windverteilung einzuführen und auch die rechnerische Methode noch in einigen Punkten auszubauen. Die in der ganzen Störungstheorie durchgehaltene rechnerische Methode ist dadurch charakterisiert, daß\ die linearisierten hydrodynamischen Störungsgleichungen ausschließlich in \textit{Lagrange}scher Form in cartesischen Koordinaten (außer beim zirkularen Wirbel) benutzt werden. Die grundlegenden Gleichungen, die allem folgenden zugrunde liegen, finden sich in den Abschnitten 76-78. Da die elementaren Lösungen dieser Gleichungen, mit denen durchweg gearbeitet wird, sich auf direktem Wege nur ebenen Grenzflächen parallel zu den in der Atmosphäre angenommenen Diskontinuitätsflächen anpassen lassen, so entstehen bei der Berücksichtigung der Grenzbedingungen Schwierigkeiten. Sie werden durch die für das Buch charakteristische Methode des ``Solidifiierens der Stromflächen'' überwunden, d. h. dadurch, daß\ nachgesucht wird, ob unter den Stromflächen der Lösungen sic zeitunabhängige befinden, die als gedachte Grenzflächen eingeführt werden können. Der Ersatzt dieser Methode durch eine allgemeinere Behandlung des Problems als Randwertaufgabe und eine Berücksichtigung der Erdkrümmung in den Störungsgleichungen sind die Punkte, in denen die rechnerische Methode noch zu vervollständigen ist. Neu im Rahmen der Störungstheorie ist die von \textit{Solberg} stammende erweiterte Fassung der ``quasistatischen Methode'' (Kap. X), bei der die Bewegungsgleichung für die Vertikale durch die Gleichgewichtsbedingung ersetzt wird. Die bisher nur für den Fall der homogenen inkompressiblen Flüssigkeit entwickelten Methode, die die Grundlage der Gezeitentheorie bildet, wird mit Rücksicht auf atmosphärische Anwendungen auf den Fall des kompressiblen autobarotropen Mediums erweitert, erweist sich allerdings für die Behandlung des Zyklonenproblems als nicht ausreichend. In den ersten Kapiteln des Buches gruppieren sich die Erörterungen um den bekannten \textit{Bjerkens}schen Zirkulationssatz und um die Begriffe der Piezotropie und Barotropie. Die einschränkende Annahme der Piezotropie, d. h. die Annahme, daß\^^Msich die Zustandsgleichung des betrachteten Mediums auf eine Gleichung zwischen Druck und Dichte allein reduziert, stempelt in der Terminologie der Verf. die ältere Hydrodynamik zur ``reinen'' Hydrodynamik, in der thermodynamische Vorgänge höchstens als Begleiterscheinungen auftreten und nie die primären Ursachen der Bewegungen sind. Die Annahme der Barotropie bedingt analog, daß\^^Mdie räumliche Verteilung der Dichte nur vom Druck abhängig ist. Die Verf. suchen in ihrer ``physikalischen'' Hydrodynamik von beiden einschränkenden Voraussetzungen nach Möglichkeit frei zu bleiben. Allerdings werden in der den Hauptteil des Buches bildenden Störungstheorie beide Annahmen wieder eingeführt. Die Erörterungen speziell des Kapitels IV mit ihren Spezialuntersuchungen über Wirbelbildung und die Arbeitsweise und Leistung einer thermodynamischen Zirkulationsmaschine sind jedoch auf allgemeine Gültigkeit zugeschnitten. Hier wie in den Untersuchungen über die Analogie der hydrodynamischen Stromfelder mit den elektrostatischen und stationärmagnetischen Feldern sind eine Reiheälterer Arbeiten von \textit{V. Bjerknes} zusammengefaßt. In diesem Zusammenhang wird auch der Einfluß\ der Reibung auf die Flüssigkeitsbewegungen gestreift. Eine ausführlichere Behandlung der Reibung findet sich erst in den späteren Abschnitten (133-135), die auch den Einfluß\ der Erdrotation berücksichtigen und die den ``reinen Reibungsstrom'' und die ``Gradient- und Triftströme'' behandeln, und in denen im Anschluß\ an die \textit{Hesselberg}-\textit{Sverdrup}schen Ansätze einige weitreführende Rechnungen von \textit{Solberg} erstmalig publiziert sind. Endlich ist noch der letzte, meteorologische Teil des Buches zu erwähnen, der unter Anlehnung an die rechnerischen Ergebnisse und die Begriffsbildungen des theoretischen Teils die \textit{Bergeron}schen Anschauungen zur Zyklogenese wiedergibt. Neu zumindest in der Art der Darstellung sind die Ausführungen über die permanenten Zirkulationssysteme und die Folgerungen über die Aufteilung der allgemeinen Zirkulation in ein System von zellularen Zirkulationen. Damit wird Anschluß\ gesucht an die Begriffsbildungen, die sich bei der Behandlung der Störungsgleichungen für ein isothermes Medium ergeben haben, wo gleichfalls zellulare Wellenbewegungen auftreten. Die Theorie der Kopplung der Polarfront und Tropopausewellen liefert abschließend einen Beitrag zu der umstrittenen Frage des Zusammenwirkens des troposphärischen und stratosphärischen Geschehens bei der Zyklogenese. (VIII 1.) Besprechungen: F. Bahr; Z. f. angew. Math. 13 (1933), 325-326. B. Haurwitz; Gerlands Beiträge zur Geophysik 40 (1933), 453-454.
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