Ueber das Doppler'sche Princip. (Q5913895)

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scientific article; zbMATH DE number 2697393
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    English
    Ueber das Doppler'sche Princip.
    scientific article; zbMATH DE number 2697393

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      Ueber das Doppler'sche Princip. (English)
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      1887
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      Um zu untersuchen, welchen Einfluss eine Bewegung der Lichtquelle auf die Fortpflatzung des Lichtes ausübt, stellt der Verfasser folgende Ueberlegungen an. Die drei Componenten \(u, v, w\) der Lichtoscillation genügen drei Differentialgleichungen von der Form \[ (1) \quad \frac{\partial^2 u}{\partial t^2}=\omega^2\varDelta u, \] zu denen noch die Bedingung der Incompressibilität hinzukommt. Es seien nun \(u=U\), \(v=V\), \(w=W\) Lösungen dieser Gleichungen, welche an einer gegebenen Oberfläche gegebene, von der Zeit abhängige Werte \(\overline{U},\overline{V},\overline{W}\) annehmen. Es seien ferner \(\xi, \eta, \zeta, \tau\) vier lineare, homogene Functionen von \(x, y, z, t\), die, da der Factor von \(t\) in \(\tau\) gleich 1 ist, im ganzen fünfzehn Constanten enthalten. Vertauscht man in \(U, V, W\) die Variablen, \(x, y, z, t\) resp. mit \(\xi, \eta, \zeta, \tau\) und bezeichnet die so erhaltenen Functionen mit \((U), (V), (W)\), so sind auch \[ u=(U), \quad v=(V), \quad w=(W) \] Lösungen der Gleichungen (1), falls die erwähnten fünfzehn Constanten neun Bedingungsgleichungen genügen. Die Discussion dieser Gleichungen ergiebt, dass jene linearen Functionen folgende Form haben müssen: \[ (2) \quad\left\{ \begin{matrix}\l\\ \tau=t-\frac{\kappa}{\omega^2}(x\alpha_1+y\beta_1+z\gamma_1),\\ \xi = xq+(x\alpha_1+y\beta_1+z\gamma_1)\alpha_1(1-q)-\kappa\alpha_1 t, \end{matrix}\right. \] während \(\eta\) und \(\zeta\) aus \(\xi\) durch Vertauschung von \(x\) und \(\alpha_1\) mit \(y\) und \(\beta_1\), resp. \(z\) und \(\gamma_1\) hervorgehen. Die Grössen \(\kappa, \alpha_1, \beta_1, \gamma_1\) können beliebige Constanten sein, nur dass die letzten drei die Richtungscosinus einer Linie darstellen, während \[ q=1-\frac{\kappa^2}{\omega^2} \] ist. Das Resultat zusammen mit der Bedingung, dass auch \[ \frac{\partial(U)}{\partial x}+\frac{\partial(V)}{\partial y}+ \frac{\partial(W)}{\partial z}=0 \] sein muss, enthält das Doppler'sche Princip, \textit{soweit dasselbe richtig ist.} Substituirt man \(\xi, \eta, \zeta, \tau\) statt \(x, y, z, t\) in der Gleichung der gegebenen Fläche, so erhält man die Bewegung der Lichtquelle. Besonders einfach gestaltet sich das Resultat, wenn \(\kappa\), die Geschwindigkeit der Bewegung der Lichtquelle, gegen die Fortpflanzungsgeschwindigkeit \(\omega\) des Lichtes klein ist, so dass man \(\frac{\kappa^2}{\omega^2}\) vernachlässigen kann. An diese allgemeinen Erörterungen wird die Discussion von drei speciellen Fällen geknüpft. 1) Der erste derselben betrifft ebene Wellen von constanter Amplitude, wobei die als Lichtquelle zu betrachtende Ebene sich in derselben Richtung bewegt, nach der sich die ebenen Wellen fortpflanzen. Hier gilt das Doppler'sche Princip streng. Die Schwingungsdauer in der fortgepflanzten Welle ist verringert im Verhältnis \(\left( 1-\frac{\kappa}{\omega}\right):1\). 2) Betrachtet man eine ebene Lichtquelle, deren Punkte alle dieselbe Schwingungsdauer, aber verschiedene Intensität besitzen, so gelten bei derselben Bewegung der Lichtquelle wie in Fall 1) ganz andere Gesetze, als durch das Doppler'sche Princip gegeben sind, selbst wenn man sich auf die erste Annäherung beschränkt und \(\frac{\kappa}{\omega}\) gegen 1 vernachlässigt. 3) Die ruhende leuchtende Oberfläche sei eine sehr kleine Kugel, welche um einen Durchmesser oscillirt, so dass der Drehungswinkel \(\overline{\varPsi}\) das Gesetz \[ \overline{\varPsi}=A\sin \frac{2\pi t}{T} \] befolgt. Ersetzt man in den Ausdrücken für die Schwingungen, die ein solcher durch Rotation ``leuchtender Punkt'' in dem umgebenden Medium veranlasst, \(x, y, z, t\) durch \(\xi, \eta, \zeta, \tau\) unter der Annahme, dass \(\alpha_1=1\), \(\beta_1=0\), \(\gamma_1=0\) ist, so ergiebt sich die Bewegung, die von einem andern leuchtenden Punkte ausgesandt wird, falls letzterer sich mit der Geschwindigkeit \(\kappa\) längs der Rotationsaxe bewegt. Die Discussion der Formeln führt hier zu folgenden eigentümlichen Resultaten. Die Wellenflächen sind in erster Annäherung Kegeln, die aber nicht den leuchtenden Punkt zum Mittelpunkt haben, sondern einen von demselben um den \(\frac{\kappa}{\omega}\)-ten Teil des Radius nach der der Bewegung entgegengesetzten Richtung hin abstehenden Punkt. Ein ruhender Beobachter würde einen so bewegten leuchtenden Punkt, der sich zur Zeit \(t\) der Entfernung \(r\) von ihm befindet, in derjenigen Lage sehen, welche er \textit{vor der Zeit} \(\frac {r}{\omega}\) hatte, aber mit der Intensität, wie sie der augenblicklichen Entfernung entspricht.
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