Praktische Nomographie. Entwerfen von Netztafeln. Nomogramme für beliebig viele Veränderliche mit Hilfe der Leitlinie. Praktische Beispiele. 2. erw. Aufl.
In der \(x\), \(y\)-Ebene seien die \(y\)-parallelen Geraden \(g_u\) und \(g_v\) als Träger regelmäßiger nach den Veränderlichen \(u\) bzw. \(v\) bezifferter Skalen \([u]\) bzw. \([v]\) und eine \(x\)-parallele. Gerade \(h_s\) als Träger einer ebenfalls regelmäßigen, nach der Veränderlichen \(s\) bezifferten Skala \([s]\) gegeben. Die drei Skalen seien in eine solche Beziehung zueinander gesetzt, daß \([s]\) als Abszissenachse mit \([u]\) und \([v]\) als Ordinatenachsen je ein rechtwinkliges Koordinatensystem \([s, u]\) bzw. \([s, v]\) bildet. In \([s, u]\) seien die Kurven \(p =\) const der Schar \(s = f(u, p)\), in \([s, v]\) die Kurve \(v = \varphi(s)\) als ``Leitlinie gezeichnet. Geht man dann von der mit einem gegebenen Wert \(u\) bezifferten Stelle von \([u]\) aus auf einer \(x\)-Parallelen bis zum Schnitt mit der mit einem gegebenen Wert \(p\) bezifferten Kurve der Schar \(p =\) const, von da auf einer \(y\)-Parallelen bis zum Schnitt mit der Leitlinie und von hier aus wieder auf einer \(x\)-Parallelen weiter, so gelangt man auf \([v]\) zu der mit \(v = \varphi (f (u, p)) \equiv F(u, p)\) bezifferten Stelle. Man hat damit ein nur aus regelmäßigen, geradlinigen Skalen, einer Kurvenschar und einer Leitlinie bestehendes Nomogramm zur Ermittlung von \(v\) aus \(u\) und \(p\), und zwar ein solches, daß sich sofort ein weiteres gleichartiges für eine Beziehung \(w = \varphi_1(f_1 (v, q)) = F_1 (v, q)\) anschließen läßt, und an dieses wiederum eines usf. Man hat auf diese Weise die Möglichkeit, auf der Grundlage eines einheitlichen von den Verf. als \textit{Leitlinienverfahren} bezeichneten Prinzipes Nomogramme für sehr allgemeine Beziehungen zwischen beliebig vielen Veränderlichen mit einer einheitlichen, einfachen und übersichtlichen Ablesevorschrift anzulegen. Die Verf. beschränken sich, ohne die obige allgemeine Formulierung zu geben, auf die rechnerisch einfachsten und praktisch wichtigsten Fälle (Verbindungen zwischen Additionen, Multiplikationen, Subtraktionen, Divisionen, logarithmischen und Potenzfunktionen) und erläutern das Verfahren an 15 der Praxis entnommenen Aufgaben. Hinweise auf praktisch nützliche Kunstgriffe vervollständigen die Darstellung. In den Fällen, in denen die im Nomogramm darzustellende Beziehung auch durch eine Leitertafel wiedergegeben werden kann, hat das Leitlinienverfahren offenbar den Nachteil, daß es beim Auftreten von Zwischenwerten eine Interpolation in Kurvenscharen erfordert, die unbequemer ist als diejenige auf Skalen.
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