Über algebraische Relationen zwischen meromorphen Funktionen in geschlossenen Räumen.
Der klassische Satz ``Zwischen je zwei Funktionen auf einer geschlossenen Riemannschen Fläche besteht eine algebraische Relation läßt sich nur unter gewissen Existenzvoraussetzungen auf Funktionen mehrerer Veränderlichen übertragen, da es im Raum der \(n\) komplexen Veränderlichen Kontinua gibt, auf denen keine dort regulär analytische oder meromorphe Funktion existiert, die sich nicht über dieses Kontinuum fortsetzen läßt. Verf. beweist als Hauptsatz: Wenn in einem (komplex \(n\)-dimensionalen) geschlossenen Riemannschen Raum \(n + 1\) Funktionen \(F_i\) existieren, die sich überall meromorph verhalten, und unter denen \(n\) unabhängige sind (Funktionaldeterminante nicht identisch 0), dann besteht zwischen ihnen eine algebraische Relation. Für den Spezialfall abelscher Funktionen hat \textit{H. Poincaré} (Acta math., Stockholm, 26 (1902), 43-98; F.~d.~M. 33, 439) einen Beweis dieses Satzes gegeben, der jedoch eine Lücke enthält, wie \textit{O. Blumenthal} bei seinen Untersuchungen über Modulfunktionen von \(n\) Veränderlichen bemerkt hat (Math. Ann., Leipzig, 58 (1903), 509-548; F.~d.~M. 34, 466). Poincaré benutzte die Abbildung \(X\) der Punkte \(P\) der Parametermannigfaltigkeit \(\mathfrak{M}\) vermittels \(x_i= F_i(P)\) \((i = 1, \,2,\ldots \!, n + 1)\) auf eine Punktmenge \(\mathfrak{F}\) des \(R_{n+1}\) und bewies, daß \(\mathfrak{F}\) von allen algebraischen Kurven fester Ordnung in gleichviel Punkten geschnitten wird, daß \(\mathfrak{F}\) also eine algebraische Hyperfläche ist. Die Schwierigkeit liegt nun im Versagen des Satzes der konstanten Schnittpunktsanzahl, wenn jede algebraische Kurve die Menge der Bildpunkte der Unbestimmtheitspunkte der Abbildung \(X\) schneidet. Nur für \(n = 2\) kennt man die Menge der Bildpunkte der Unbestimmtheitspunkte von \(X\) bei Ausübung von \(X\), für beliebiges \(n\) hat \textit{L. Autonne} (Acta math., Stockholm, 21 (1897), 249-264; F.~d.~M. 28, 365) im Falle eines einzigen Unbestimmtheitspunktes eine Übersicht über die Menge der Bildpunkte gegeben. Verf. erweitert und berichtigt hier die von Autonne benutzte Methode. Einem vorbereitenden Teil I folgt als Teil II der Beweis des Hauptsatzes, der mit zwei Anwendungen auf rationale und abelsche Funktionen schließt.
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