Geometria proiettiva differenziale dei 2-tessuti in S₃.
In einem dreidimensionalen projektiven Raum \(S_3\) sei ein 2-Gewebe (d. h. ein \((\infty^2)\)-System zweier Kurvenkongruenzen \(\{\varGamma_1\}\), \(\{\varGamma_2\}\) gegeben, bei dem durch jeden Punkt zwei Kurven \(\varGamma_1\) und \(\varGamma_2\) gehen, deren Schmiegebenen sich in einer Geraden \(t_3\) schneiden, die von den Tangenten \(t_1\) und \(t_2\) an \(\varGamma_1\) und \(\varGamma_2\) verschieden ist. Die folgenden geometrischen Größen sind sofort zu definieren: 1) die Komplexe \(\{t_1\}\), \(\{t_2\}\) der Tangenten an die Kurven \(\varGamma_1\), \(\varGamma_2\) der Kongruenzen \(\{\varGamma_1\}\), \(\{\varGamma_2\}\); 2) der Geradenkomplex \(\{t_3\}\), und die Kongruenz \(\{\varGamma_3\}\) der Kurven \(\varGamma_3\), die in jedem Punkt \(t_3\) als Tangenten besitzen; 3) die anholonomen Mannigfaltigkeiten \(\sigma_{rs}\) (\(r, s = 1, 2,3\)), die man erhält, wenn man jedem Punkt die Ebene \(t_rt_s\) und jeder Mannigfaltigkeit \(\sigma_{rs}\) die Zellprojektivität \(\varOmega_t\) nach Bompiani zuordnet (\(r\), \(s\), \(t\) eine Permutation von 1, 2, 3). Die Größen \(\{ t_1\}\), \(\{ t_2\}\), \(\sigma_{rs}\) hängen von der Umgebung 1. Ordnung, \(\{ t_3\}\), \(\{\varGamma_3\}\), \(\sigma_{13}\), \(\sigma_{23}\), \(\varOmega_3\) von der Umgebung 2. Ordnung und \(\varOmega_1\), \(\varOmega_2\) von der Umgebung 3. Ordnung des 2-Gewebes ab. In bezug auf \(\varOmega_3\) werden drei Kegel 2. Ordnung \(\gamma_r\), definiert: Der Kegel \(\gamma_r\) in einem Punkt wird aus denjenigen Geraden \(t\) gebildet, deren Transformierte durch \(\varOmega_s\) und \(\varOmega_t\) die Gerade \(t_r\) im selben Punkt schneiden. \(\gamma_r\) geht durch \(t_r\) und besitzt als Tangentialebene längs \(t_r\) die Schmiegebene an \(\varGamma_r\). Wenn \(t\) mit \(t_r\) zusammenfällt, bestimmt die \(t_r\) durch \(\varOmega_r\) entsprechende Gerade \(t_r^\prime\) auf \(t_s\) und \(t_t\) zwei Brennpunkte, die i. a. zur Bestimmung eines intrinseken Bezugssystems dienen können. Wenn die beiden Brennpunkte auf \(t_3\) zusammenfallen, schneidet der Kegel \(\gamma_3\) die Ebene durch \(t_1\), \(t_2\) in zwei konjugierten Geraden. -- Jetzt werden die projektiven Abwickelbarkeiten \(r\)-ter Ordnung folgendermaßen definiert: Eine Punktkorrespondenz \(\omega\) zwischen den beiden Räumen \(S_3\) und \(\overline{S_3}\) mit den 2-Geweben \(\{\varGamma_1\}\), \(\{\varGamma_2\}\) und \(\{\bar{\varGamma}_1\}\), \(\{\bar{\varGamma}_2\}\) heißt dann und nur dann eine projektive Abwicklung \(r\)-ter Ordnung, wenn es zu dem betrachteten durch \(\omega\) entsprechenden Punktepaar eine Projektivität \(T\) gibt, die die Kurven \(\varGamma_1\), \(\varGamma_2\) durch einen Punkt im \(S_3\) in zwei Kurven \(\varGamma_1^\prime\), \(\varGamma_2^\prime\) durch den entsprechenden Punkt im \(\bar{S}_3\) überführt, die die Kurven \(\bar{\varGamma}_1\), \(\bar{\varGamma}_2\) durch diesen Punkt in \(r\)-ter Ordnung berühren. -- Da nun diese Bedingung für \(r = 1\), 2 stets erfüllt ist, ist der Begriff der projektiven Abwickelbarkeit nur für \(r \geqq 3\) interessant. Wenn zwei 2-Gewebe in dritter Ordnung projektiv abwickelbar sind, gibt es für jedes entsprechende Punktepaar (nicht nur eine, sondern) \(\infty^1\) Projektivitäten, die die Abwicklung verwirklichen. Unter diesen ist eine durch die Bedingung ausgezeichnet, daß \(\omega\) eine Abwicklung dritter Ordnung zwischen den durch die gegebenen 2-Gewebe bestimmten 3-Geweben ist. Verf. bestimmt die Invarianten der projektiven Abwicklungen der 2-Gewebe, die von den Umgebungen 3. und 4. Ordnung eines Punktes abhängen, und deutet die Invarianten 3. Ordnung geometrisch. Verf. geht dann über zur Untersuchung der Komplexe \(\{t_r\}\) und beweist folgende Sätze: 1) Wenn der Kegel \(\gamma_r\) zu jedem Punkt in zwei Ebenen zerfällt, so ist der Komplex \(\{t_r\}\) der Komplex der Tangenten an eine Fläche. 2) Wenn für ein 2-Gewebe zwei der folgenden drei Eigenschaften gelten, so gilt auch die dritte: a) die oben genannten Invarianten dritter Ordnung sind gleich, b) die Hüllkurven der Geraden \(t_3\) auf \(\sigma_{12}\) bilden ein dem 2-Gewebe konjugiertes harmonisches (apolares) System, c) die Geraden des Komplexes \(\{t_3\}\) berühren eine Fläche. Es werden noch weitere zahlreiche intrinseke Elemente erhalten durch Betrachtung der anholonomen Kongruenzen, die durch Zuordnung zweier Chaslesscher dem 2-Gewebe intrinseken Projektivitäten zu jeder Geraden von \(\{t_r\}\) entstehen.
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